Der so genannte „Kalte Krieg 2.0“ dreht sich nicht um Atomwaffen und Raketen

Der sogenannte „Kalte Krieg 2.0“, der sich zwischen den USA und China/Russland zusammenbraut, hat wenig Ähnlichkeit mit dem Szenario nach dem Zweiten Weltkrieg. Das gegenwärtige Szenario unterscheidet sich in zweierlei Hinsicht grundlegend: Es hat seine Wurzeln nicht in zwei gegensätzlichen Ideologien des Kommunismus und des Kapitalismus, wobei der eine versucht, den anderen zu überwältigen, und es geht am wenigsten darum, militärische Überlegenheit im Sinne eines permanenten nuklearen Vorsprungs gegenüber dem rivalisierenden Block zu erlangen.

In der gegenwärtigen Phase der Rivalität zwischen den USA und China/Russland geht es mehr um die Erhaltung der einseitigen Hegemonie der USA über Wirtschaft, Technologie und den globalen Einflussbereich als um die offensiven und defensiven Fähigkeiten des Militärs. Der Aufstieg Chinas und Russlands fordert die USA eher in Bezug auf deren einseitige Vorherrschaft in im Wesentlichen nicht-militärischen Bereichen heraus, obwohl sowohl Wirtschaft als auch Technologie auch militärische Implikationen haben. Während der erste Kalte Krieg Verträge zur Kontrolle der nuklearen Bewaffnung beinhaltete, geht es im „Kalten Krieg 2.0“ eher um Handelspakte und das Gerangel um Technologien wie 5G. Auch, während der Fokus des Kalten Krieges auf Europa lag, entwickelt sich der ‚Kalte Krieg 2.0‘ in Asien & Pazifik, dem aufstrebenden Zentrum des weltweiten Wirtschaftswachstums.

Ginge es also nur um die militärische Überlegenheit in Form von Zahlen, haben die USA diese eindeutig. Die USA haben etwa 20 Mal so viele nukleare Sprengköpfe wie China. Sie haben die doppelte Tonnage an Kriegsschiffen auf See, darunter 11 Flugzeugträger mit Nuklearantrieb im Vergleich zu Chinas zwei Trägern. Im Vergleich zu Chinas 600 Kampfjets verfügen die USA über 2.000. Mit ihren 800 Militärstützpunkten in Übersee sind die USA viel besser in der Lage, ihre militärische Macht im globalen Maßstab einzusetzen, als China mit seinen drei Stützpunkten in Übersee.

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Eine Analyse von Salman Rafi Sheikh

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3 Kommentare

  1. China und USA hatten ihre weltpolitischen Wasserscheiden

    Die USA leiteten mit der Sprengung der WTC Türme am 9.11.2001 das Ende des politischen und militärischen Vakuums ein, das mit der Auflösung des Ostblock 1990 begonnen hat – und uns ganz nebenbei die Wiedervereinigung beschert hatte.

    In China wurde der Wendepunkt mit einer extrem starken Sprengung im Zentrum der Stadt Tianjin am 22.8.2015 jedem deutlich vor Augen geführt. – Es ging um den Machtkampf zwischen Xi Jinping und Jiang Zemin. Der Anschlag auf Xi misslang, und seither befindet sich China auf dem Wege den USA successive ihren verdienten Platz zu zuweisen.

    Die EU liegt nun genau in der Mitte dieser Machtzentren – mal sehen was uns das bringt.

    1. Das Problem in Europa ist die Tatsache, daß wir es dann nach Ausführung nicht mehr wissen was es uns bringt, weil wir uns nicht daran erinnern werden, durch den Verlust des Gehirns, was dann nicht mehr vorhanden ist, um das analysieren zu können, leider geschätzter Eckhard.

  2. Wirtschaftspolitik und militärische Aufrüstung sind bei Gegnern grundsätzlich nicht zu trennen und ein Klassiker ist die Kontinentalsperre durch Napoleon um den Gegner vom wirtschaftlichen Geschehen abzuschneiden und ist ein Teil einer Kriegsstrategie, aber nicht alles um die Hoheit zu erlangen.

    Was heute zählt ist nicht unbedingt die Anzahl der Waffen und Soldaten, sondern deren Schnelligkeit und Durchschlagskraft und da kann man wieder die Geschichte heran ziehen, weil der englische Langbogen den Franzosen in der Reichweite überlegen war und somit zum großen Problem wurde und die Franzosen in die Defensive geraten sind.

    Im übrigen ist eine vorausgehende wirtschaftliche Sanktion oft das Vorspiel zu späteren Gewaltakten, mal ganz von dem abgesehen, daß die Waffenanzahl der Chinesen und der Russen nur schwer zu quantifizieren ist, denn es entspricht nicht chinesischer und russischer Art, dies an die große Glocke zu hängen, selbst wenn jeder Soldat nur zwei Schuß Munition bei sich tragen würde.

    Der Überraschungseffekt dürfte mit eines der starken Mittel sein durch die heutigen Militärstrategen und so ist die Aufzählung der Bewaffnung der US-Amerikaner zwar eine Beruhigungspille, die aber im Ernstfall wenig aussagt und die Stunde der Wahrheit wird sich dann im Kriegsfall präsentieren, was wir nicht hoffen wollen.

    Auch hier könnte man zwei Beispiele heranziehen, die zumindest auf der Unberechenbarkeit des Gegners beruhen, das ist zum ersten Nordkorea und zum zweiten Israel, wo niemand weiß, was passiert, wenn sie herausgefordert werden. Die Schlagkraft der Amerikaner ist sicherlich beeindruckend aber kein Garant für einen Sieg, denn die heutigen nuklearen Sprengköpfe reichen zumindest für beide Seiten aus sich schwerst zu beschädigen und die Größenordnung bleibt abzuwarten, das kann man erst nach einer Konfrontation beziffern, wenn überhaupt.

    Das ganze Kriegsgeschrei ist heute immer noch so archaisch wie vor 3000 Jahren und paßt irgendwie nicht mehr in die moderne Zeit, die wir vermutlich nicht sind, sonst würden wir uns anders verhalten und einen Konsens nach allen Seiten finden, wenn uns das eigenen Leben noch etwas wert ist.

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