China in neuer Warnung an Taiwan: “Das Militär der Insel wird keine Chance haben”

Der Taiwan-Konflikt intensiviert sich wieder einmal. Aus Peking kommen deutliche Warnungen an die selbstverwaltete Insel.

Von Redaktion

Chinas prominentes englischsprachiges Staatsmedien-Sprachrohr Global Times veröffentlichte am Freitag einen feurigen Leitartikel, der die Stimmung in Peking in einem Moment beispiellos steigender Spannungen um Taiwan wiedergibt. Sollte sich China dazu entschließen, in die abtrünnige Insel einzumarschieren, dann hätte Taiwans Militär “keine Chance”, hieß es.

Der Artikel griff außerdem Taiwans Pro-Unabhängigkeits-Bewegung und ihre externen Unterstützer an und sagte, dass die Menschen in Taiwan derzeit “in einen Krieg stürzen, den sie nicht gewinnen können.”

Im Moment trainiert Chinas Militär (Volksbefreiungsarmee, PLA) sowohl als Warnung für Taipeh als auch für amerikanische Marinepatrouillen im Südchinesischen Meer, da es in den vergangenen Tagen wiederholt zu Luft- und Marineeinbrüchen in das von Taiwan beanspruchte Gebiet rund um die Insel gekommen ist.

Die Kolumne des GT-Verteidigungsanalysten Liu Xuanzun buchstabiert diese “Warnung” genau aus, indem sie einen ungenannten “Militärexperten” zitiert:

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Ein anderer Militärexperte, der um Anonymität bat, sagte der Global Times, dass die Behörden der Demokratischen Fortschrittspartei (DPP) die Sezession auf Kosten der einfachen Menschen in Taiwan anstreben, indem sie sie auf den Streitwagen der “Taiwan-Unabhängigkeits”-Kräfte binden und in einen Krieg stürzen, den sie nicht gewinnen können.

Die PLA-Übungen sind nicht nur Warnungen, sondern zeigen reale Fähigkeiten und üben pragmatisch die Wiedervereinigung der Insel, falls es dazu kommen sollte, sagte der Analyst. “Das Militär der Insel wird keine Chance haben.”

Er erklärte, dass Peking derzeit “keine andere Wahl” habe, als in einen Zustand “erhöhter Kriegsbereitschaft” einzutreten.

Der Autor beschuldigte außerdem die US-Marine, die Spannungen zu schüren, indem sie am Mittwoch den Zerstörer USS John S. McCain durch die Taiwanstraße segelte und am Tag danach die US Makin Island Amphibious Ready Group ins Südchinesische Meer schickte.

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Die Kolumne besagt, dass Peking auch neue Berichte über Taiwans Militär beobachtet, das sich darauf vorbereitet, bedrohliche chinesische Drohnen abzuschießen, sollten sie sich zu nahe” an die Verteidigung der Insel heranwagen.

Die GT führte all diese Dinge und die neuen Spannungen letztlich auf den Hype der taiwanesischen “Sezessionisten um die Bedrohung durch die PLA” zurück – der aber angesichts der weit überlegenen Kräfte des Festlandes letztlich ins Leere laufen wird.

“Der Hype der Taiwan-Sezessionisten um die PLA-Drohungen ist ein Hilferuf an Länder wie die USA und Japan, da sie wissen, dass sie machtlos sind und die Taiwan-Frage zu einer internationalen Frage machen wollen”, sagte Shi Hong, Chefredakteur des chinesischen Festland-Magazins “Shipborne Weapons”, der Global Times”, so die staatliche Publikation. “Die Übungen der PLA aus allen Richtungen der Insel haben gezeigt, dass die Festlandskräfte die Truppen der Insel isolieren und die ausländische Intervention abschneiden können, und die USA werden nicht in der Lage sein, den Taiwan-Sezessionisten zu Hilfe zu kommen, wenn eine Situation entsteht, sagte Shi.”

Aber dieser letzte Punkt ist alles andere als sicher, denn allem Anschein nach verhält sich die Biden-Administration gegenüber China genauso kämpferisch wie Trump – oder, wie manche vielleicht behaupten, sogar noch härter.

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