Warum tun sie es immer wieder?

Im Westen und insbesondere in den USA beobachten wir heute eine Unfähigkeit, sich Unterschiede vorzustellen, zu verstehen, sich mit ihnen zu arrangieren oder sie zu tolerieren.

Einstein soll beobachtet haben, dass Wahnsinn darin besteht, immer wieder das Gleiche zu tun und ein anderes Ergebnis zu erwarten. Was für eine perfekte Beschreibung für die Außenpolitik der USA seit dem Ende des Kalten Krieges. Zwei Jahrzehnte im Irak und in Afghanistan sind nicht genug: Machen Sie weiter so. Die Sanktionen gegen Russland haben nichts bewirkt, machen Sie weiter so. Peking lässt sich nicht im Geringsten von “Freedom of Navigation”-Kreuzfahrten abschrecken, machen Sie weiter so. Der Iran wird sich dem Willen Washingtons nicht beugen, machen Sie weiter so.

Einer der Ur-Neocons hat herausgefunden, was das Problem ist. Auch wenn er nicht wusste, dass er es getan hat: “Robert Kagan diagnostiziert Amerikas größtes Problem: Amerikaner, die die Welt nicht regieren wollen“. Das Interessante an Kagans Artikel ist der Hauch von Depression, der ihn durchzieht – er befindet sich tatsächlich in einem der Stadien der Trauer. Als das PNAC-Projekt 1997 angekündigt wurde, war es in der Tat sehr zuversichtlich: Sein Gründungsdokument – ebenfalls von Kagan – Toward a Neo-Reaganite Foreign Policy – legte es dar:

Wie sollte diese Rolle aussehen? Wohlwollende globale Hegemonie. Nachdem die Vereinigten Staaten das “Reich des Bösen” besiegt haben, genießen sie eine strategische und ideologische Vorherrschaft. Das erste Ziel der US-Außenpolitik sollte es sein, diese Vorherrschaft zu bewahren und auszubauen, indem Amerikas Sicherheit gestärkt, seine Freunde unterstützt, seine Interessen gefördert und seine Prinzipien in der ganzen Welt verteidigt werden.

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Das enorme Geflecht des globalen Wirtschaftssystems, mit den Vereinigten Staaten im Zentrum, kombiniert mit dem allgegenwärtigen Einfluss amerikanischer Ideen und Kultur, ermöglichte es den Amerikanern, auf viele andere Arten Einfluss auszuüben, derer sie sich gar nicht bewusst waren.

Und so weiter. Die USA waren mächtig genug, es zu tun; sie konnten es tun; sie sollten es tun: der Herrscher der Welt – allgütig und allmächtig. Das war der Geschmack der Zeit: Die Geschichte hatte aufgehört, sich zu bewegen, die liberale Ordnung war die Zukunft, jeder wusste es. Washington “stand höher und sah weiter”. Es war die unentbehrliche Nation.

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Eine Analyse von Patrick Armstrong

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2 Kommentare

  1. Machen wir uns doch nichts vor, diese Expansionsgelüste der Angloamerikaner ist in ihrer europäischen Heimat begründet und schon seit annähernd 500 Jahren in der Anwendung und würden andere Kontinente das gleiche machen, dann wäre die Welt in einer weit größeren Unordnung, was ja noch zu deren Aktivitäten hinzu käme.

    Im Prinzip sind ihre räuberischen Aktionen nicht unbemerkt geblieben und nun schlägt ihr eigenes Wesen auf sie zurück, weil es zwar lange gedauert hat, aber nun immer mehr Nachahmer findet, wenn auch verhaltener, aber in der Zielsetzung durchaus vergleichbar und das stellt nun für sie eine Gefahr dar, mit der sie nicht gerechnet haben, obwohl die Zeichen der Zeit schon seit Jahrzehnten dafür sprechen, daß es so kommen mußte.

    Die Welt wird immer mehr zum Dorf und jeder will mittlerweile seinen Anteil daran haben und nun beginnt der letzte Verteilungskampf und wie es ausgeht steht in den Sternen, weil sich ja die Kräfteverhältnisse auch geändert haben und die größte Gefahr nachwievor von der nuklearen Bedrohung ausgeht und wenn das noch verhindert werden kann, weiter Bedrohungen mittelfristig anstehen.

    Dagegen wird kein Kraut gewachsen sein, denn der Mensch ist geprägt auf sein irdisches kurzes Dasein und alles Denkvermögen reicht nicht aus, weil es garnicht vorgesehen ist und der kleine Blick über den Tellerrand läßt uns zur Annahme verleiten, wir könnten Dinge verhindern, was durch die Geschichte ja hinlänglich belegt ist, daß es nicht machbar ist und somit einer Schimäre gleicht.

    Die Anmaßung über weltbewegende technische Erweiterungen zu faseln, die uns zu den Herrschern der Welt machen würden ist doch dermaßen beschränkt und schon allein der Begriff Raumfahrt ist irreführend, weil die Verhältnisse dort ein unüberwindbares Problem darstellen und demzufolge nichts anderes ist, als Märchen für jene, die daran interessiert und beteiligt sind.

    Ein modernes Kriechen auf dieser Erde ist dem Umstand gezollt, daß wir über technische Krücken unsere eigene Behinderung teilweise ergänzen können, was aber noch lange kein Beweis der Vollkommenheit ist, denn das Universum zu begreifen wird uns ewig fremd bleiben, schon der Tod als solcher weißt die Schranken auf.

  2. Mit dem Abwurf der Atombomben über Japan glaubten die Yankees ihren alleinigen Führungsanspruch abgesichert zu haben. – Übersehen haben sie dabei, dass sie sich damit selbst ins Knie geschossen haben, denn seither hat sich die Erkenntnis durchgesetzt, dass dieses Mittel zur Absicherung unweigerlich die eigene Selbstzerstörung zur Folge hat.

    Den ca. 100 bestimmenden Familien in den USA wird es schon jemand sagen, dass sie sich mit den ca. 20 Familien in China, den 80 Oligarchen in Russland, den 10 Familien und Königshäusern in der EU, sowie den Kastenführern Indiens, den Oberhäuptern der Zionisten, Moslems und Osmanen abzustimmen haben.

    Wie das auszusehen hat, praktiziert man doch momentan mit der weltweiten Corona Orgie.

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