„Sei weniger weiß“ – Coca Cola schießt sich selbst ins Knie

Mit der Verbeitung negativer rassistischer Stereotype gegenüber den Weißen schießt sich Coca Cola gerade in den USA selbst ins Knie.

Von Michael Steiner

In einem Online-Training-Seminar mit Powerpoint-Folien hat Coca Cola seine Mitarbeiter dazu aufgefordert zu versuchen, „weniger weiß“ zu sein, um damit die rassische Diskriminierung zu bekämpfen. Doch mit rassistischen Stereotypen gegenüber den Weißen leistet sich der Weltkonzern einen Bärendienst.

Die Tipps zum „weniger weiß sein“ beinhalteten: „weniger arrogant sein, weniger sicher sein, weniger defensiv sein, demütiger sein, zuhören, glauben, mit der Apathie brechen“ und „mit der weißen Solidarität brechen.“

Eine andere Folie sagt den Mitarbeitern, dass sie, um Rassismus zu konfrontieren, verstehen müssen, „was es bedeutet, weiß zu sein, und herauszufinden, was es bedeutet, rassistisch zu sein.“

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Weiße Menschen in den Vereinigten Staaten und anderen westlichen Nationen sind „sozialisiert, sich von Natur aus überlegen zu fühlen, weil sie weiß sind“, heißt es auf einer anderen Folie. Weiter heißt es: „Die Forschung zeigt, dass Kinder im Alter von 3 bis 4 Jahren verstehen, dass es besser ist, weiß zu sein.“

Zwar haben die Weißen (also zuerst die Europäer und danach auch die US-Amerikaner) in den letzen Jahrhunderten viele Völker dieser Erde unterjocht und während man beispielsweise den Deutschen (und den anderen Europäern) nach dem Zweiten Weltkrieg den Multikulturalismus eintrichterte, galt in den USA noch bis in die 70er-Jahre die Rassentrennung, doch seitdem hat sich viel getan.

Inzwischen ist es sogar so, dass sich der klassische Antirassismus zu einem anti-weißen Rassismus wandelte, in dem es nur noch darum geht, den „Kaukasier“ (vor allem den „alten weißen Mann“) als die Wurzel allen Übels darzustellen.

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Doch man sollte sich fragen, ob es nicht gerade dieser Teil der Menschheit war, der auch den Großteil der Innovationen erschuf, die die moderne Welt heute prägen? Eisenbahnen, Autos, Flugzeuge, Computer, Elektrizitätsnetze – Errungenschaften, die es ohne die Entwicklungen unserer europäischen Vorfahren heute wohl gar nicht geben würde.

„Weniger weiß“ zu sein heißt in diesem Fall nämlich auch, weniger innovativ und auf technologischen Fortschritt drängend zu sein. Wollen wir das?

Allerdings sorgt Coca Cola mit diesem Aufruf bereits für Boykottaufrufe, gerade unter den konservativen Amerikanern und Europäern. Abgesehen davon, dass man Softdrinks eigentlich aus gesundheitlichen Gründen ohnehin meiden sollte und die großen Getränkekonzerne (neben Coca Cola auch Pepsi Co, Nestlè und andere) durch ihr „water grabbing“ weltweit für Unmut sorgen, sollte man sich ohnehin die Frage stellen, ob man nicht lieber bei lokalen und regionalen Produzenten kauft, anstatt die Übermacht dieser Multis weiter zu stärken.

Vielleicht sollte man Coca Cola sagen, weniger marktbeherrschend zu sein. Denn schlimmer als die nach wie vor existierende soziale Ungleichheit auf nationaler Ebene in den USA oder in Europa ist die globale soziale Ungleichheit, die von solchen multinationalen Konzernen auch noch gefördert wird.

Und nicht nur das: mit solchen Aufforderungen zementiert Coca Cola auch noch die rassische Ungleichheit. Denn wenn ein Schwarzer in den USA beispielsweise (im soziologischen Sinn) „mehr weiß“ sein möchte, heißt dies, dass er beruflich aufsteigen oder geschäftlich erfolgreich sein will. Das ist eigentlich ein Ansporn für die Minderheiten, auch wenn die Umstände natürlich nicht immer die besten sind. Genau dies wird durch diesen rassistischen Aufruf impliziert.

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Anstatt die Mitarbeiter dazu aufzurufen, „weniger weiß“ zu sein, sollte sich der Konzern eventuell einmal bemühen, „weniger Coca Cola“ zu sein.

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