Russland und China beschleunigen die Entdollarisierung

Im Handel zwischen Russland und China spielt der US-Dollar nur noch eine geringe Rolle. Die Entdollarisierung schreitet voran.

Von Marco Maier

Schon seit einigen Jahren versuchen sowohl Russland als auch China sich zunehmend vom US-Dollar zu lösen. Dies liegt vor allem an der feindseligen US-Politik gegenüber diesen Ländern. Aber auch die Stärkung der eigenen Währungen spielt hierbei eine Rolle.

Im ersten Quartal 2020 fiel der Anteil des Dollars am Handel zwischen den Ländern erstmals unter 50 Prozent. Um einen Hinweis auf das Ausmaß der Anpassung zu geben: Noch vor vier Jahren machte der Dollar über 90 Prozent der Währungsabrechnungen aus.

Laut der Moskauer Tageszeitung „Iswestija“ ist der Anteil auf 46 Prozent gesunken und damit von 75 Prozent im Jahr 2018 deutlich gefallen. Die 54 Prozent des Nicht-Dollar-Handels setzen sich aus dem chinesischen Yuan (17 Prozent), dem Euro (30 Prozent) und dem russischen Rubel (7 Prozent) zusammen.

Im Januar erklärte der russische Außenminister Sergej Lawrow, dass Moskau „seine Politik der allmählichen Entdollarisierung“ fortsetze und nach Möglichkeit Geschäfte in lokalen Währungen abschließen wolle.

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Lawrow nannte die Ablehnung des Greenbacks „eine objektive Antwort auf die Unberechenbarkeit der US-Wirtschaftspolitik und den offenen Missbrauch des Status des Dollars als Weltreservewährung durch Washington“.

Die Abkehr vom Dollar zeigt sich auch im Handel Russlands mit anderen Teilen der Welt, zum Beispiel mit der Europäischen Union. Seit 2016 wird der Handel zwischen Moskau und dem Block hauptsächlich in Euro abgewickelt, wobei der Anteil derzeit bei 46 Prozent liegt.

Über kurz oder lang werden auch weitere Länder dem Beispiel folgen und versuchen, sich von der Dollardominanz zu lösen. An Alternativen mangelt es ja nicht.

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