Politik der Spannung – Nützliche Idioten

Die Superreichen des Westens verdienen sich an der Politik der Spannung eine goldene Nase. Die US-Verbündeten sind lediglich nützliche Idioten für die Finanzoligarchie.

Von Marco Maier

Haben Sie sich schon einmal gefragt, wer eigentlich von den ganzen Konflikten dieser Erde tatsächlich profitiert? Eine berechtigte Frage, die durchaus beantwortet werden kann. Wenngleich dies bedeutet, etwas auszuholen.

Wissen Sie, was der NATO-Russland-Konflikt, die Nahost-Krise und der Konflikt mit China (um das Südchinesische Meer, Taiwan, Hongkong, die Uiguren usw.) gemeinsam haben? Rüstungsexporte des NATO-Militärkomplexes, insbesondere jenes der Vereinigten Staaten von Amerika, an die Verbündeten.

Kumuliert haben die Amerikaner von 2015 bis 2019 beim Export konventioneller Waffen einen globalen Marktanteil von 36 Prozent erzielt, die NATO-Staaten insgesamt liegen insgesamt bei rund 62 Prozent, so das Friedensforschungsinstitut SIPRI. Nimmt man noch die US-Verbündeten außerhalb der NATO hinzu, kommt man auf rund zwei Drittel der globalen Rüstungsexporte. Zum Vergleich: Russland liegt mit 21 Prozent Marktanteil abgeschlagen auf dem zweiten Platz hinter den USA, China mit 5,5 Prozent hinter Deutschland (5,8 Prozent) auf dem fünften Platz.

Und nicht nur das: in diesen fünf Jahren wuchs der weltweite Waffenhandel gegenüber den vorherigen fünf Jahren um insgesamt 5,5 Prozent, wobei die USA ihre Waffenexporte um 23 und Frankreich sogar um 72 Prozent erhöhten. Ein kleines Detail am Rande ist der Umstand, dass die Hälfte der US-Rüstungsexporte in den Nahen Osten ging und davon die Hälfte allein nach Saudi-Arabien. In Zahlen ausgedrückt machen alleine die US-Ausfuhren von Rüstungsgütern in den Nahen Osten rund ein Fünftel aller globalen Waffenlieferungen aus. Hinzu kommen noch jene der Franzosen, Briten, Deutschen, Russen und Chinesen.

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Verstehen Sie nun, warum das große Konflikt-Dreieck Israel-Iran-Saudi-Arabien nicht zur Ruhe kommen darf? Wir sprechen hier von jährlich zig Milliarden Dollar, welche die Staaten im Nahen Osten in den Kauf von Kriegswaffen stecken. Geld, welches an eine Industrie geht, die von Unternehmen und einer Kaskade von Subunternehmen dominiert wird, die der superreichen US-Oligarchie zusätzliches Geld in die Kassen spült.

Ein Frieden mit dem Iran und ein Versuch, die regionalen Beziehungen auf diplomatischer Ebene zu regeln, wäre schlecht fürs Geschäft. Wer würde all die Waffen kaufen, wenn sich Israel, der Iran und Saudi-Arabien als die drei großen Regionalen Mächte auf die gegenseitige Respektierung verständigen könnten?

Eine kleine Ergänzung dazu: Die Rüstungsindustrien in Russland und China sind in staatlicher Hand. Gewinnmaximierung für den Shareholder Value ist hier kein Thema. Die größte russische Waffenschmiede, Almas-Antei, ist beispielsweise eine Aktiengesellschaft im Staatsbesitz (Bundesagentur für Staatseigentumsverwaltung). Die Profite aus den Verkäufen ins Ausland fließen in die Staatskasse, während beispielsweise die Profite aus den Verkäufen der US-Rüstungskonzerne den privaten Anteilseignern zufließen.

Das US-Verteidigungsministerium füllt mit den Käufen von Kriegsschiffen, Kampfjets, Raketenabwehrbatterien, Sturmgewehren und so weiter fleißig die Kassen der Superreichen des Landes. Diese kontrollieren aber auch die US-Konzernmedien, die sich gerne in der Pflege von Feindbildern üben, um so die exorbitanten Rüstungsausgaben der US-Regierung zu rechtfertigen. Ein perpetuum mobile par excellence.

Irak: M-1A1 Abrams in einer Parade. U.S. Army photo by Pfc. Daneille Hendrix/Released

Kein Wunder also, dass sich die NATO (unter US-Druck) das Ziel gesetzt hat, 2 Prozent des BIP für Rüstung auszugeben. Das spült zusätzliches Geld in die Kassen der Rüstungsindustrie. Deshalb hält man am Feindbild Russland fest. Und deshalb will sich die NATO nun auch gegen China engagieren.

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Spannungsaufbau ist gut fürs Geschäft – zumindest für das Geschäft der US-Oligarchie. Dass die Regierungen jedoch Unsummen für Kriegswaffen ausgeben, obwohl sie selbst Probleme mit der Finanzierung ihrer Staatshaushalte haben, spielt keine Rolle. Immerhin müssen sich die Regierungen so Geld auf den Finanzmärkten leihen. Geld, welches unter anderem die Superreichen bereitstellen. So lassen sich Abhängigkeiten aufbauen.

Man fragt sich, ob die nützlichen Idioten in der Politik in Europa, dem Nahen Osten und in der Asien-Pazifik-Region überhaupt das schmutzige Spiel überhaupt durchschauen. Wenn sie es tun, dann beteiligen sie sich nämlich aktiv an einem Verbrechen an der Menschheit. Wenn nicht, dann sind sie offensichtlich einfach nur zu dämlich für ihre Posten.

Das was die Welt braucht, ist eine Politik der Entspannung. Wir brauchen eine Politik der Diplomatie, des gegenseitigen Respekts und des Verständnisses für die jeweiligen nationalen Interessen.

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2 Kommentare

  1. „Speer gab Hitler die dringende Empfehlung, die Industriellen einzuladen, um ihnen wieder Mut zu machen. .. Die Rüstungsindustrie könne nach dem Krieg enorme Gewinne einfahren. Die ganze Welt setze auf die Qualität der detutschen Waffen. Dann werde die deutsche Industrie Waffen in die ganze Welt liefern. Auf diesen Krieg würden weitere Kriege folgen, erklärte Hitler. Ungarn werden gegen Rumänien, Griechenland gegen Italien kämpfen. Ob zwischen diesen Ländern Krieg oder Frieden herrsche, werde von den Deutschen abhängen.“ Das Buch Hitler

    Deutschland – so meine ich zu wissen – ist nicht nur der drittgrößte Waffenlieferant der Welt, sondern auch der größte mit Kleinwaffen. Wir merken vielleicht weniger davon, weil die Waffen als Lizenz verkauft. Mexiko ist ein Lizenznehmer und bekam die Produktionsstätte mit allem drum und dran hingestellt. Es behält sich vor, weil die Lizenz bezahlt ist, den weiteren Verkauf nicht von Versprechen und Verträgen abhängig zu machen, sondern selber zu bestimmen.

    Die Aggressivität Deutschlands gegen Rußland verschärft sich weiter. Rußland ist genau da zum Feind erklärt worden, als Putin die Ölfelder verstaatlicht hat. Und der Iran hat seine Felder auch verstaatlicht und gehört zu den Ländern mit großen Vorkommen.

    Die USA kämpfen für Menschenrechte und marschieren in Länder ein, um sie zu verteidigen und Demokratie aufzubauen, aber nur, wenn es da Öl gibt. Alle „Feinde“ der USA waren und sind Erdölländer, die verstaatlicht haben oder verstaatlichen wollten. Ich glaube, es geht beim Irankonflikt ums Öl. Und mit Öl kommt der Iran an Devisen und kann sich verteidigen.
    Gaddafi wollte die Ölindustrie auch verstaatlichen. Daß Gaddafi wegen der Einführung des Goldstandards überfallen worden ist, scheint mir nicht schlüssig.

    Ich glaube auch, daß das Fracking ein Schuß ins Knie war. Die Pumperei geht immer nur zwei Jahre, dann muß neues Schieferöl erschlossen werden. Außerdem ist die Frackingindustrie bis über die Ohren verschuldet.

    Öl und Waffen gehören zusammen. Und jetzt geht das Öl zuende. Krieg um die letzten Ressourcen, das ist vor Jahren ein Thema gewesen.

    Ihre Darstellung hat natürlich ihren Platz, und die Schlußfolgerungen unterstütze ich. Ich bin gar nicht im Konflikt damit.

  2. Politik und Wirtschaft sind schon seit Jahrhunderten große Gegensätze oder auch Verbündete, wenn es gerade rein paßt und deshalb ist die Annahme, diese beiden Kasten seien von großer Liebe und Fürsorge durchdrungen eine Schimäre, denn beide schieben sich die Bälle gegenseitig zu, weil Eigeninteressen dominieren, was bei den Reichen ja noch verständlich ist, aber sehr fragwürdig ist bei Leuten, die den Auftrag vom Wähler erhalten haben und dann gemeinsame Sache mit den Kapitalbesitzern machen.

    Wenn man die Menschheitsgeschichte so Revue passieren läßt, dann haben diese beiden Gruppen sich schon immer verselbstständigt und das Verrückte daran ist die Tatsache, sogar mehrheitlich mit der Hilfe der Unterprivilegierten, die ein Erstarken einfach zugelassen haben ohne an sich selbst zu denken und das hängt mit der Organisation der Mächtigen zusammen, die Verbindungen eingingen um ihre Macht auszuweiten und zu erhalten, während die breite Masse auf das tägliche Überleben bedacht war und keine Zeit fand um dagegen vorzugehen, von Ausnahmen abgesehen.

    Das alles ist geschichtlich auch nachzuweisen und trotz aller modernen Erkenntnisse lassen sich die Leute immer noch ein Wahlsystem aufzwingen, wo sie trotz Entscheidung nichts anderes als die Zuschauerrolle einnehmen können und das diente sowohl früher als auch heute ausschließlich des eigenen Machterhaltes und die Volksvertreter haben sich zu Tribunen erhoben, obwohl dies völlig anders gedacht war und dem Grundgedanken der Demokratie widerspricht.

    Ein reicher Deutscher hat schon im 16. Jahrhundert davon gesprochen, daß Geld die eigentliche Macht darstellt und wer dabei regiert ist völlig unerheblich, solange man das Geld mehrheitlich allein besitzt. In dieser Abfolge hat sich bis heute nichts geändert, zwar ist die Menschheit allgemein etwas vermögender geworden und kann mehr partizipieren, wobei die Unfreiheit in der Entscheidung nachwievor vohanden ist, denn diese werden sie sich nicht aus der Hand geben lassen um die Macht zu teilen, die müßte allenfalls mit anderen Mitteln durchgesetzt werden, aber mit vollem Magen fährt niemand zur Revolution, das setzt Hunger voraus und soweit sind wir noch lange nicht.

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