Hochwasser

Du hast mal wieder über die Stränge geschlagen,
reichst bis hinter die Weidezäune schon.
Künstliche Grenzen woll´n auch mir nicht behagen.
Deine Wasser sind schon wieder mächtiger,
das macht dich bei denen verdächtiger
deren Leben nur aus Regeln besteht.
Allen die sich selbst Unumkehrbarkeit glauben
lass Theorie und krummen Fortschritt rauben.
Stahlgrau bist du heute
und sonnst dich in hinzugekomm´ner Macht.
Verstört sind all die Leute –
solch Landgewinn der geht nun mal nicht sacht.

Wo ist der Kirchplatz?
Wo der Leinpfad?
Alles hast du zugedeckt.
Hast Stadt und brave Bürger
mal wieder bedroht und aufgeschreckt.
Gestürzt ein Teil der Friedhofsmauern,
zwei Scheunen nahmst du schon den Bauern.
Mit ganz knapper Not
entkamen Schafe auf das Boot.
Du eröffnetest den Reigen
um Missetätern an der Natur zu zeigen
wer Herr im Hause ist.

Hast deinen Humor dabei wie immer.
Ich weiß, dass Wasser reinigen.
Und plätscherst jetzt
„Es geht noch schlimmer.“
Glaub nicht, dass ich beeindruckt bin,
nimm dir die Straße.
Meinetwegen auch für immer.
Setz´ alle matt und zeig,
dass Natur Bedeutung hat.

Von Hans-Jürgen Klose

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