Halb zog sie ihn – halb sank er hin

Eine Blüte hatte ich gefunden.
Sie war im Frost zu Eis erstarrt.
Wie war die Zartheit so geschunden –
ich hauchte drauf – sie blieb dann nicht so hart.
Wie weich sie war,
ich küsste sie auf ihren Rand.
Zwei Tropfen sie gebar
als ich sie hielt in meiner Hand.

Er kam und mit ihm kam das Grauen.
Er macht mir Angst – wie kann ich ihm vertrauen?
Fiel wie ein Raubtier in mein Leben ein.
Soll ich die Seine wirklich sein
was sollen dann die Krallen?
Reißt alle Fesseln fort.
Ich nehme ihn beim Wort.
Und als mich seine Lippen sanft berühr’n
braucht er mich nicht mal zu verführ ‘n.
Wie wüst er war.
Er hob mich auf – berührt mich gar.
Und nahm mich mit – nicht möglich mich zu wehren.
Er ließ mich nicht – ich liebt ihn doch.
Wie herrlich seine Haut, sein Körper roch
und als ich wieder zu mir kam
lag ich erschöpft in seinem Arm.

Von Hans-Jürgen Klose

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Ein Kommentar

  1. Also als Frau sehe ich darin eine Verharmlosung sexueller Gewalt. – Ob die ihn liebt oder nicht – er scheint sie mit Gewalt zu nehmen.

    Was treibt einige Frauen, solche Typen auch noch zu lieben oder ist es Einbildung dieser Gewalttäter, die der so genommenen Frau unterstellen, sie zu lieben, als Legitmation ihres gewalttätigen Verhaltens.

    Das ist schon der Hintergrund des Liedes/Gedichtes “Sah ein Knab ein Röslein schön, Röslein auf der Heide”.

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