Elektroautos: So steht es um die Umweltbilanz im Vergleich zu den Verbrennern

In den vergangenen Jahren und Jahrzehnten waren sich viele Wissenschaftler und Ingenieure uneins darüber, wie es um die Ökobilanz von E-Autos tatsächlich steht. Hier eine einhellige Meinung zu erhalten, war in etwa so ein Glücksfall wie ein Glücksspiel im Vulkan Casino. Denn zur Berechnung der Umweltbilanz kommen noch etliche andere Faktoren hinzu. Also nicht nur das, was ein Fahrzeug verbraucht, ob nun Strom oder fossile Brennstoffe. Sondern auch Faktoren wie der Verbrauch von Ressourcen, vor allem bei Herstellung der einzelnen Komponenten eines Fahrzeugs. Eine weitere wichtige Frage ist außerdem: Was ist mit Blick auf die Ökobilanz und hier vor allem auch die CO2-Bilanz besser? Ein älteres Fahrzeug möglichst lange zu nutzen? Oder ein altes Auto mit Verbrennungsmotor möglichst schnell gegen ein modernes Elektroauto auszutauschen? Nun zeigen neue Studien: Es gibt hier offenbar einen klaren Gewinner.

Frühere Studien nicht mehr aussagekräftig

Viele Kritiker der Verkehrswende geben alte Studien als Argumente an, welche dem Elektroauto keine wesentlich bessere Umweltbilanz einräumen als den konventionellen Verbrennern. Allerdings gibt hier vor allem bei den verwendeten Daten, die bei den früheren Studien als Berechnungslage dienten, viel Kritik. Ein Beispiel: Wissenschaftler vieler älterer Studien setzten etwa die Lebensdauer der Batterien und den damit verbundenen Ressourcenverbrauch völlig falsch an. Bei einigen der betroffenen Studien gingen die Wissenschaftler demnach von einer Batterielebensdauer von nur knapp 150.000 Kilometern aus. Mittlerweile ist jedoch klar, dass die inzwischen verfügbaren modernen Batterien in Verbindung mit aktuellen Ladetechniken stattdessen im Schnitt 250.000 Kilometer halten dürften. In Tests verrichteten einige Akkus sogar noch bei 700.000 Kilometern weiterhin einen guten bis brauchbaren Dienst.

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Ähnlich verhält es sich mit dem Strommix, mit dem die E-Autos “betankt” werden und die tatsächlichen Verbrauchswerte aktueller Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor. Was etwa den Strommix angeht, waren ältere Studien hier deutlich pessimistischer. So gingen die Wissenschaftler beispielsweise davon aus, dass der Anteil von fossilen Energieträgern wie Kohle, Erdgas und Öl bei der Stromproduktion weiterhin deutlich höher sein würde als der Anteil der erneuerbaren Energien. Dabei stieg der Anteil der erneuerbaren Energien am gesamten Stromverbrauch in den vergangenen Jahren deutlich. Laut dem Bundesministerium für Wirtschaft und Energie stieg der Anteil demnach von sechs Prozent im Jahr 2000 auf rund 46 Prozent im Jahr 2020. Zugleich ist auch klar, dass die Autos mit Verbrennungsmotoren oft mehr Brennstoff verbrauchen, als die Hersteller angeben. So nutzen viele Wissenschaftler für ihre Studien die mehr als optimistischen Verbrauchsdaten der Hersteller. Viele dieser Verbrauchsdaten lassen sich allerdings nur unter Laborbedingungen reproduzieren und haben somit wenig mit der Realität zu tun.

Elektroautos: Geringerer Ressourcenbrauch und langlebige Technik

Ein weiterer wichtiger Faktor bei der Ökobilanz ist natürlich nicht nur das, was in die Batterie beziehungsweise den Tank kommt. Sondern auch der Ressourcenverbrauch bei der Herstellung und die Rückgewinnung der Ressourcen. Auch hier haben die Elektroautos die Nase vorne, wenngleich natürlich für die Produktion der aktuellen Batterien viele seltene Materialien benötigt werden. Somit bleibt die Herstellung der Akkus weiterhin hohe Belastung für Mensch und Natur. Dennoch spricht die Rechnung am Ende für das Elektroauto. Ein Beispiel:

· Akkuproduktion: Für die Produktion eines Akkus für ein E-Auto benötigten die Hersteller derzeit rund 160 Kilogramm verschiedener Metallarten. Hiervon lassen sich zum Ende der Lebensdauer jedoch gut 130 Kilogramm recyceln und somit wiederverwenden. Dies bedeutet zwar, dass immer noch gut 30 Kilogramm seltener Metalle verloren gehen. Allerdings arbeiten viele Batteriehersteller natürlich weiterhin auch an neuen Batteriegenerationen. Auch unterstützt die Politik die Erforschung neuer Technologien für Batterien. Ein Beispiel ist die europäische Forschungsinitiative “Battery 2030+”.

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· Im Kern unkomplizierte und langlebige Technik: Ein großes Problem konventioneller Fahrzeuge mit Verbrennungsmotoren stellt der hohe Verschleiß dar. Auch ist die Instandhaltung und Wartung der Motoren extrem aufwendig. Zu guter Letzt kommen bei Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor deutlich mehr Einzelteile zum Einsatz, welche sich wiederum als Fehlerquelle entpuppen können. Im Vergleich dazu ist die Technik der Elektroantriebe der E-Autos hier deutlich unkomplizierter und damit einhergehend auch deutlich langlebiger. Kurzstrecken? Für Elektroautos kein Problem. Ölverbrauch? Ebenfalls kein Thema. Defekte Kupplungen? Benötigt ein E-Auto nicht. Komplizierte Abgasreinigung und Katalysator. Nicht beim E-Auto. Bremsverschleiß im Stadtverkehr? Dank Rekuperation deutlich geringer. Viele einzelne, teils teure Ersatzteile? Nicht beim E-Auto. Diese Liste ließe sich beliebig fortführen.

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Fazit: Schlechte Studien statt schlechte Umweltbilanz

Ja, auch Elektroautos belasten die Umwelt. Abhängig davon, wo und wie sie produziert wurden und vor allem, mit welchem Strommix sie betankt werden. Dennoch schneiden die Elektroautos im direkten Vergleich zu den Fahrzeugen mit konventionellen Verbrennungsmotoren wesentlich besser ab. Dies laut aktuellen Studien sogar selbst noch unter ungünstigen Bedingungen. Am Ende waren es wohl einfach nicht gut durchgeführte Studien, welche die tatsächliche Umweltbilanz der Elektroautos lange Zeit verfälscht haben.

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