Die imperiale Arroganz der Deep State-Meister: „Strategischer Dialog“?

Für Leviathan ist es so kalt in Alaska: Wang Yi und Yang Jiechi werden beim Gipfel in Anchorage versuchen, aus Antony Blinken und Jake Sullivan Haifischflossensuppe zu machen.

Leviathan scheint sich für einen geopolitischen Kill-Bill-Amoklauf zu positionieren – allerdings mit einem rostigen Samurai-Hochkohlenstoffstahl-Schwert.

Vorhersehbar, die Meister des tiefen Staates haben nicht in der Tatsache, dass sie schließlich durch eine geopolitische „Five Point Palm Exploding Heart Technique“ neutralisiert werden könnten, berücksichtigt.

In einem sengenden, prägnanten Essay hat Alastair Crooke den Kern der Sache auf den Punkt gebracht. Dies sind die beiden wichtigsten Erkenntnisse – einschließlich einer raffinierten Orwellschen Anspielung:

1. „Sobald die Kontrolle über den rechtfertigenden Mythos von Amerika verloren ging, war die Maske weg.“

2. „Die USA denken, dass sie die See- und Randmächte anführen, um der Allianz Russland-China-Iran eine vernichtende psychologische, technologische und wirtschaftliche Niederlage zuzufügen. In der Vergangenheit wäre das Ergebnis vielleicht vorhersehbar gewesen. Diesmal könnte Eurasien sehr wohl gegen ein geschwächtes Ozeanien (und ein ohnmächtiges Europa) bestehen.“

Und das bringt uns zu zwei miteinander verbundenen Gipfeltreffen: dem Quad und dem China-US 2+2 in Alaska.

Die virtuelle Quad am vergangenen Freitag kam und ging wie eine treibende Wolke.

Als Indiens Premierminister Narendra Modi sagte, die Quad sei „eine Kraft für das globale Wohl“, war es kein Wunder, dass reihenweise Augenbrauen im gesamten Globalen Süden hochgezogen wurden.

Der chinesische Außenminister Wang Yi bemerkte letztes Jahr, dass die Quad Teil des Bestrebens sei, eine „asiatische NATO“ zu schaffen.

Das ist sie auch.

Aber der Hegemon, der über Indien, Japan und Australien herrscht, darf das nicht ausbuchstabieren.

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Daher die vage Rhetorik über einen „freien und offenen Indopazifik“, „demokratische Werte“, „territoriale Integrität“ – alles Codes, die die Eindämmung Chinas, insbesondere im Südchinesischen Meer, charakterisieren.

Der feuchte Traum der Exzeptionalisten – routinemäßig ausgedrückt in US Thinktankland – ist es, eine Reihe von Raketen in der ersten Inselkette zu positionieren, die wie ein waffenfähiges Stachelschwein auf China zielen.

Peking ist sich dessen sehr wohl bewusst.

Abgesehen von einer dürftigen gemeinsamen Erklärung versprach die Quad, 1 Milliarde Dosen Covid-19-Impfstoff im gesamten „Indo-Pazifik“ bis Ende… 2022 zu liefern.

Der Impfstoff würde von Indien produziert und von den USA und Japan finanziert werden, wobei die Logistik für die Verteilung von Australien kommen würde.

Das wurde vorhersehbar als „Gegenmaßnahme zu Chinas Einfluss in der Region“ angepriesen.

Zu wenig, zu spät.

Die Quintessenz ist: Der Hegemon ist wütend, weil Chinas Impfdiplomatie ein großer Erfolg ist – nicht nur in Asien, sondern im gesamten Globalen Süden.

Das ist kein ’strategischer Dialog‘

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Eine Analyse von Pepe Escobar

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2 Kommentare

  1. Die Amis haben strategisch betrachtet in der Vergangenheit durch ihre Insellage zum Rest der Welt gewisse Vorteile gehabt, die aber mit der Entwicklung der Waffentechnik und der damit verbundenen Schlagkraft auch ihren Gegnern Vorteile verschafft und mußten sich noch die U-Boote vom 3. Reich an deren Küsten anschleichen, ohne durchschlagenden Erfolg, so wird das heute völlig anders sein und es könnte im Ernstfall passieren, daß zumindest ihre Metropolregionen große Schäden erleiden.

    Eine Vorgeschmack haben sie ja schon erleben dürfen, als mit völlig neuen Praktiken die Zwillingstürme in New York angegriffen wurden und das war vergleichsweise noch ein Geplänkel zu dem was kommen könnte, wenn sie nicht vorsichtig taktieren.

    Auf ihre Allierten in Europa werden sie nicht bauen können, denn die sind das erste Bauernopfer im Falle einer nuklearen Auseinandersetzung und außerdem fehlt den Europäern die Motivation sich für die USA einzusetzen, die Hälfte davon betrachtet sie mittlerweile eher als hinderlich und dazu haben sie über Jahrzehnte selbst dazu beigetragen, denn wer eigenermächtigt Weltpolizist spielt und dabei alle Regeln außer Kraft setzt ist doch kein Vorbild mehr, das wird auch registriert und deshalb ist der Lack bei denen ehedem schon lange ab, genau wie bei den gelifteten Schabracken, die immer noch an das ewige Leben glauben und garnicht merken, daß das Vergehen schon vor der Türe stehen könnte.

  2. Ich befürchte, die Chinesen schätzen bei aller Klugheit ihren geopolitischen Widersacher falsch ein. Die politischen Entscheidungsträger in den USA sind weder die Regierungsvertreter, mit denen sie verhandeln noch handelt es sich um eine Macht, mit der man auf der Grundlage zwischenstaatlicher und diplomatischer Regeln verhandeln könnte. Das wohl passendste Bild wäre das eines Syndikats von Mafia-Paten, mit denen man sich in einem völlig anderem Code verständigen muss. Eine zweite Schwierigkeit ergibt sich daraus, dass chinesische Unternehmen und Vertreter der vorgeblich kommunistischen Eliten bevorzugt in den USA und im Westen investieren. Niemand möchte seine (privaten) Investments gefährden, indem man den Gegner zu Sanktionen reizt, die den Zugriff auf die transferierten Einlagen sperren.

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