Der Aufbau einer Anti-China-Allianz ist der letzte Versuch der USA, in Asien und im Pazifik politisch zu überleben

Obwohl auf dem kürzlich abgehaltenen QUAD-Gipfeltreffen China nicht direkt erwähnt wurde, lässt sich kaum leugnen, dass die Grundausrichtung der Gruppe gegen China gerichtet ist. Obwohl es interne Meinungsverschiedenheiten darüber gibt, ob man China mit militärischen Mitteln oder anderweitig angehen soll, oder ob diese Gruppierung strikt gegen China gerichtet sein soll oder nicht, hat die Biden-Administration keine Zweifel daran.

Für sie ist die QUAD ein “Asia Pivot 2.0.” und dass das Überleben der USA in Asien und im Pazifik davon abhängt, eine “China-Bedrohung” zu verkaufen und sich selbst als primäres Bollwerk dagegen zu positionieren; daher die eilig getroffenen Vorbereitungen für das erste QUAD-Gipfeltreffen. Mit anderen Worten: Im Zentrum von Bidens “China-Strategie” steht die Notwendigkeit, die Beziehungen zu den Verbündeten in Asien und im Pazifik wieder aufzubauen, insbesondere zu denen, die von Trumps Politik frustriert sind, und dann eine große Anti-China-Koalition zusammenzustellen.

Während der QUAD-Gipfel China als Rivalen nicht erwähnte, ist der sogenannte “Geist der QUAD” mehr als kategorisch spezifisch, wenn es darum geht, ein von den USA geführtes Regime von Regeln für Asien & den Pazifik zu etablieren. “Der Geist” handelt davon, dass die QUAD “eine Region anstrebt, die frei, offen, inklusiv, gesund, durch demokratische Werte verankert und nicht durch Zwang eingeschränkt ist.” Während der Gipfel also China nicht erwähnte, sprach er China dennoch direkt an. In der Tat ging es eher darum, China “Gehör” zu verschaffen.

Der US-Außenminister Antony Blinken sagte kürzlich vor einem Ausschuss für auswärtige Angelegenheiten des US-Kongresses, dass

“Je mehr China nicht nur unsere Schelte hört, sondern eine Reihe von Schelten aus der ganzen Welt, desto größer ist die Chance, dass wir einige Änderungen erreichen. Wir haben eine Reihe von Schritten, die wir unternommen haben oder unternehmen können, um für diejenigen, die direkt für Akte des Völkermords und grobe Menschenrechtsverletzungen verantwortlich sind, Sanktionen, Visabeschränkungen usw. zu verhängen.”

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Eine Analyse von Salman Rafi Sheikh

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2 Kommentare

  1. Weil sie genau wissen, daß sie es allein nicht mehr packen, versuchen sie die anderen in eine Allianz gegen China zu pressen, was aber kontraproduktiv ist, denn wären sie Strategen gewesen, dann wären sie nicht in die Wirtschaftsfalle von Deng Xiao Ping hineingelaufen, der geschickterweise den Westen für das eigene Aufbauprogramm benutzt hat und nun stehen sie vor einem Scherbenhaufen und haben sich den Gegner selbst herangezüchtet, was unwiderruflich ist.

    Wer nun glaubt, daß die Festlandchinesen auf ihre erarbeiteten Vorteile verzichten werden, der ist ein Phantast und die Naivität der westlichen Politik und die damit verbundene Raffgier ihrer Wirtschaftslenker hat sie über Jahrzehnte total verblendet und ich erinnere mich noch sehr genau an ein Gespräch mit einem Funktionär eines Firmenkonglomerats 1983 beim Dinner in Kanton, wo er mir freundschaftlich mit seinen Stäbchen etwas auf meinen Teller legte und dann erklärte, daß die Volksrepublik nach der Jahrtausendwende den Westen überholt hat, was in dieser Fernsicht ja auch eingetroffen ist.

    Diese Worte habe ich seinerzeit nicht so ernst genommen, aber jetzt zurückblickend ist mir die Bedeutung sehr wohl bewußt und wer China unterschätzt hat schon verloren, weil sie im Gegensatz zum Westen keine Schwätzer sind, sondern Strategen, die das umsetzen, was sie sich vorgenommen haben.

    Als Privatmann habe ich China später mal besucht und habe auch einen Teil meines damaligen Wirkens bereist und das war wie im falschen Film, denn vieles von damals war nicht mehr da oder nur noch schwer zu erkennen und der Fortschrittt, oder wie man es immer benennen will, hat Einzug gehalten und das ist der Unterschied zu uns, wo nur renoviert wurde und das meiste noch zu erkennen ist, während die Chinesen zum Kahlschlag angesetzt haben und die eigene Welt völlig neu errichtet haben und zwar mit einer Geschwindigkeit, die selbst von Eingefleischten nicht zu erahnen war, aber einfach Fakt ist.

    Wer sich mit China anlegen will, der sollte begreifen, daß es zu spät ist, die sind nur noch über Verhandlungen in Schach zu halten und alles was darüber hinausgeht, könnte lebensgefährlich werden, das ist der Preis für die eigene Dummheit der letzten 40 Jahre, mal ganz von dem abgesehen, daß auch dort viele Fehler in der Entwicklung gemacht wurden und hätten sie in der Kulturrevolution nicht alles kurz und klein geschlagen, dann wäre es für ihr Image weit besser und gottseidank haben sie ja noch Fragmente stehen lassen, damit man sich an die große Geschichte erinnern kann.

    Ludwig aus Versailles hätte gleich angebaut, wäre er damals als Gast in der verbotenen Stadt in Peking geweilt, weil die chinesische Aristokratie nicht nur der europäischen ebenbürdig war, sondern sogar überlegen, was die meisten hierzulande nie zur Kenntnis genommen haben und dorthin wird es wieder gehen.

  2. Es ist nun mal seit über 200 Jahren das Selbstverständnis der Yankees, ständig etwas aufzubauen, um andernorts dann damit etwas abzureißen.

    Vielleicht sind sie aber jetzt dabei sich selbst Schaden zu zufügen, denn der kalkulierte eigene Nutzen einer Auseinandersetzung könnte diesmal unter dem Strich negativ für sie ausfallen.

    Man kann es auch kurz so ausdrücken. Die Yankees könnten sich diesmal verschlucken.

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