Russland, Iran und China halten gemeinsame Marineübungen ab

Bereits in wenigen Tagen werden Russland, der Iran und China im Indischen Ozean gemeinsam eine Marineübung abhalten. Das Pentagon zeigt sich wenig erfreut.

Von Redaktion

Am Montag verkündete Russland Pläne, gemeinsame Marineübungen mit dem Iran und China im Indischen Ozean abzuhalten, so Reuters, welches die Kommentare von Moskaus Botschafter in Teheran zitiert hat. Der russische Botschafter Levan Dzhagaryan sagte: „Die nächsten multilateralen Marineübungen werden Mitte Februar 2021 im nördlichen Teil des Indischen Ozeans stattfinden.“

Das kommt kurz nachdem der Flugzeugträger USS Nimitz Anfang des Monats aus seinem Verantwortungsbereich im Nahen Osten abkommandiert wurde. Die Nimitz befindet sich auf dem Heimweg zu ihrem Stützpunkt im Bundesstaat Washington, nachdem Trump sie im Indischen Ozean und in der Golfregion in Bereitschaft gehalten hatte, da die Spannungen mit dem Iran zunahmen. Biden hat sie dann innerhalb seiner ersten paar Wochen im Amt nach Hause beordert.

Russland, China und der Iran haben zuletzt im Dezember 2019 Marineübungen in der Region abgehalten. Botschafter Dzhagaryan detailliert in seinen Kommentaren gegenüber den russischen Staatsmedien, dass die gemeinsamen Übungen voraussichtlich auf „Suche und Rettung“-Operationen sowie die maritime Sicherheit auf die Schifffahrt konzentriert seien.

Die Ankündigung kommt gerade dann, wenn die USA, Japan und Australien gemeinsame Übungen von Guam aus durchführen, die speziell darauf abzielen, einen theoretischen zukünftigen Angriff von Großmächten wie China oder Russland abzuwehren. Diese Übungen, genannt Cope North 2021, werden voraussichtlich bis zum 19. Februar laufen.

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Ebenfalls am Montag gab der Chef des US-Zentralkommandos (CENTCOM), General Kenneth McKenzie, seine erste öffentliche Stellungnahme ab, seit Präsident Biden letzten Monat ins Weiße Haus einzog.

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Er tadelte den Iran als den wichtigsten und „herausforderndsten Treiber der Instabilität“ in der Region, während er weiter beschrieb, dass Teheran und Washington derzeit in einem Zustand der „umstrittenen Abschreckung“ seien.

General McKenzie sagte: „Seit mehr als vierzig Jahren hat das iranische Regime Terrorismus und terroristische Organisationen finanziert und aggressiv unterstützt und sich über internationale Normen hinweggesetzt, indem es bösartige Aktivitäten durchführte, die nicht nur die Region, sondern auch die globale Sicherheit und den Handel destabilisierten.“

„Unsere Präsenz in der Region, die meist defensiver Natur ist, hat uns in eine Phase der umstrittenen Abschreckung gegenüber dem Iran gebracht“, fügte er hinzu. „Diese Präsenz sendet ein klares und unmissverständliches Signal über unsere Fähigkeiten und unseren Willen, Partner und internationale Interessen zu verteidigen, ein Signal, das vom iranischen Regime eindeutig empfangen wurde.“

Die Kommentare des CENTCOM-Chefs waren überraschend unverblümt in einem Moment, in dem es noch sehr in der Luft liegt, ob Washington und Teheran sich für die Wiederherstellung des Atomabkommens von 2015, oder JCPOA, einsetzen werden. Der Iran hat den USA gesagt, dass er zuerst die Sanktionen fallen lassen muss, wenn er hofft, die Teilnahme wiederherzustellen, während Washington klar gemacht hat, dass der Iran den ersten Schritt zur Wiederherstellung der Urananreicherungsobergrenzen gemäß den Bestimmungen des Abkommens machen muss.

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Gen. McKenzie kühnen Bemerkungen wird sicherlich nur auf die Kontroverse und das Gefühl der Unsicherheit droht über das zukünftige Schicksal des Atomabkommens hinzufügen.

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3 Kommentare

  1. Da sind ja die drei Richtigen zusammen. Das hätte niemand erwartet, oder?

    Die Straße von Homus ist der wichtigste geostrategische Ort. Da haben alle ihre Kriegsschiffe geparkt, um auf das Öl aufzupassen.

    Die Innen- und Außenpolitik der EU und der USA sind völlig überspannt und unbegreiflich.

    Ich glaube noch immer, daß Peak Oil nicht richtig bewertet wird. Es geht und ging immer nur ums Öl. Manche Experten haben Peak Oil für das Jahr 2000 vorher gesagt, manche für 2010. Rechnerisch nach Hubbard sollte das ungefähr stimmen.

    Eine klasse und originelle Doku über Peak Oil ist „Es gibt kein morgen“.

    Meine Empfehlung: Die Kunst des stilvollen Verarmens, Alexander von Schönburg. Das Buch ist amüsant und kurzweilig. Man liest es in einem Stück und lernt viel dazu. Alexander von Schönburgs Familie hat 500 Jahre Erfahrung im sozialen Abstieg.
    Helmut Berger war ein gefeierter Star unter Europas Schauspielern und ein gefeierter Star. Zum Schluß war er so pleite, daß er in München wieder bei seiner Mutter einziehen mußte. „Es ist besser, man gewöhnt sich im Leben an den Verlust. Man erspart sich viel Traurigkeit.“ Helmut Berger

  2. Auf die US-Hegemonie über Jahrzehnte folgen zwangsläufig auch ungewöhnliche Allianzen, denn nicht jeder ist bereit sich zum Opferlamm zu machen und was früher an Verbindungen nahezu undenkbar war, kommt heute durch den Druck des Westens zum Vorschein und das Eisen, welches man beabsichtigt anzufassen, in diesem Fall der Iran, könnte zum internationalen Debakel werden, denn es sind nicht nur unverbindliche Absichtserklärungen.

    Die Chinesen haben mit dem Iran nach allgemeinem Wissensstand Hilfeabkommen geschlossen und darin liegt die eigentlich Gefährlichkeit und ist durchaus auch mit der Vorkriegszeit des ersten Weltkriegs zu vergleichen, denn da bestanden auch Beistandspakte und brachten dann die Lawine ins Rollen, wobei böse Absichten noch nicht einmal im Vordergrund stehen müssen, denn löst sie sich erst einmal oben am Hang, dann ist sie in der Regel nicht mehr aufzuhalten und das müßte eigentlich jeder Stratege wissen, bevor er ein Hochrisikowagnis eingeht.

    Der Unterschied zu früher war halt der relativ begrenzte Bereich in der technischen Ausführung vor 100 Jahren. Heute erreichen die ballistischen Raketensysteme nahezu jeden Punkt der Erde mit ihren tödlichen Gefechtsköpfen, von den U-Booten ganz abgesehen und wer in grenzenlosem Leichtsinn an seine Überlegenheit glaubt, sei es durch Abwehrmittel oder Schnelligkeit wird irren, wer heute die Großen und deren Verbündete angreift muß unter Umständen mit heftigen Gegenreaktionen rechnen und nicht umsonst hat der russische Präsident wie man lesen konnte , vor kurzem mal gesagt, ohne es bewerten zu wollen, ein solches Szenario könnte das Ende der Zivilisation bedeuten, wo man sich dieser Auffassung durchaus anschließen kann und in jedem Fall zu vermeiden wäre.

    Wer wie immer auf ein langes Leben hofft, sollte akzeptable Lösungen durch Verhandlungen führen, ansonsten kann es schief gehen und das kann man in diesem Fall auch nicht mit regionalen Kriegen von früher vergleichen, hier prallen die Großmächte direkt zusammen und man darf garnicht daran denken, was sich daraus entwickeln kann.

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