Nord Stream 2-Sanktionen: Merkel bot Trump 1 Milliarde Dollar für US-Schiefergas

Offenbar versuchte die deutsche Bundesregierung die Trump-Administration quasi mit einem eine Milliarde Dollar zu “überreden”, die Sanktionen gegen Nord Stream 2 fallen zu lassen.

Von Redaktion

Eine neue Kontroverse um die Nord Stream 2-Pipeline ist in Deutschland ausgebrochen, da der Regierung von Angela Merkel vorgeworfen wird, versucht zu haben, eine Gegenleistung mit hochrangigen amerikanischen Beamten zu vereinbaren, um sie dazu zu bringen, das Sanktionsregime abzubrechen, das darauf abzielt, den Bau und die Fertigstellung des Projekts zu vereiteln.

Berichten zufolge bot Berlin an, eine Milliarde Dollar für amerikanisches Gas auszugeben, wenn Washington aufhören würde, Sanktionen zu verhängen und die Fertigstellung der Pipeline von Russland nach Deutschland zulassen würde, die unter normalen Umständen nur noch Monate bis zur Inbetriebnahme braucht.

Die US-Position, die sich unter der Trump-Administration und ihren Sanktionen gegen alle Unternehmen oder deren Führungskräfte, die an NS-2 arbeiten, verhärtet hat, war, dass dies Europa energieabhängiger von Russland und damit anfälliger für dessen geopolitischen Einfluss machen würde, während gleichzeitig die Ukraine “bestraft” würde. Kritiker haben jedoch darauf hingewiesen, dass die USA auch wirtschaftliche Interessen haben, nämlich den Wunsch, ihr eigenes Fracking-Gas an Deutschland zu verkaufen.

Es scheint, dass die Regierung Merkel versucht hat, dieses klare wirtschaftliche Motiv anzuzapfen, wohl wissend, dass dies die direkteste “Öffnung” zum damaligen Präsidenten Trump sein könnte.

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Die Details des sich zusammenbrauenden Skandals sind laut der britischen Zeitung The Telegraph wie folgt:

Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) veröffentlichte diese Woche einen durchgesickerten Brief des deutschen Finanzministers Olaf Scholz an den damaligen US-Finanzminister Steve Mnuchin vom vergangenen August.

Darin bot Scholz an, 1 Milliarde Dollar in neue Infrastruktur zu investieren, um amerikanisches Flüssigerdgas (LNG) über deutsche Häfen zu importieren, wenn die USA die geplanten Sanktionen fallen ließen.

Und jetzt kommt noch die Affäre um Alexej Navalny hinzu, die den Skandal noch vergrößert. Die Vereinigten Staaten und die Ukraine haben die Verhaftung des russischen Oppositionsaktivisten, der im vergangenen August angeblich mit einem Nervengift vergiftet wurde, genutzt, um Druck auf Merkel bezüglich des Nord Stream 2-Projekts auszuüben.

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Anfang des Monats, nachdem Russland Diplomaten aus Deutschland, Schweden und Polen ausgewiesen hatte, weil sie angeblich an Pro-Navalny-Kundgebungen teilgenommen hatten, was die Botschaften größtenteils bestritten, sagte Berlin, dass es an der Zusammenarbeit mit Russland bei Nord Stream 2 “bis auf Weiteres” festhalte.

Gazprom hat kürzlich geschätzt, dass nur 6 Prozent der Pipeline bis zur Fertigstellung verbleiben. Dies entspricht etwa 150 Kilometer, die Russland geschworen hat, bis zur Fertigstellung durchzuziehen.

Trump hatte bis in seine letzten Wochen im Amt neue Sanktionen gegen das Projekt verhängt, was Gazprom und russische Beamte im Januar zu einer überraschenden Erklärung über das wachsende “Risiko” veranlasste, dass das Projekt ganz ausgesetzt werden könnte, wenn weitere Sanktionen aus Washington hinzukommen.

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