Kampf um die Arktis: 1000 Extra-Marines bleiben in Norwegen vor Ort

Die Biden-Administration bleibt dabei, die Spannungen mit Russland zu verschärfen. Die US-Marines bleiben in der norwegischen Arktis-Region.

Von Redaktion

In einem äußerst bedeutsamen Schritt, der die russisch-europäischen Beziehungen inmitten einer laufenden Aufstockung der NATO-Truppen entlang sensibler Grenzregionen weiter anspannen wird, wird nun erwartet, dass das große Kontingent der Marines, das letzten Monat in Norwegen angekommen ist, auf unbestimmte Zeit bleiben wird.

„Ungefähr 1.000 Marines, die letzten Monat in Norwegen ankamen – nur um ihre Militärübungen wegen der Pandemie abzubrechen – werden für arktisches Training im Land bleiben,“ berichtet Military.com basierend auf Aussagen des Marine Corps.

Sie planen, mindestens bis zum Frühjahr zu bleiben und „wertvolle arktische und Gebirgskriegsübungen“ durchzuführen. Die entsandten Einheiten gehören größtenteils zum 3rd Battalion, 6th Marines, werden aber nun im Wesentlichen „an Ort und Stelle bleiben“.

Die Marineinfanteristen trainieren schon seit Jahren auf Rotationsbasis in Norwegen, aber die Realität ist, dass ihre Aufenthalte und Rotationen in den letzten Jahren immer mehr verlängert wurden. Moskau hat inzwischen eine Aufrüstung im Stil des Kalten Krieges“ in der Nähe des Polarkreises verurteilt, wo es auch häufig Militärübungen durchführt.

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Die AFP schrieb, Russland sei „wütend“ und zitierte einen russischen Diplomaten mit folgenden Worten:

„Niemand in der Arktis bereitet sich auf einen bewaffneten Konflikt vor. Es gibt jedoch Anzeichen für zunehmende Spannungen und militärische Eskalation“, sagte der russische Botschafter im Arktischen Rat, Nikolai Kortschunow.

Die derzeitige Militarisierung in der Region „könnte uns Jahrzehnte zurück in die Zeit des Kalten Krieges versetzen“, sagte er Anfang Februar der russischen Nachrichtenagentur RIA.

Wie „Geopolitik“ Anfang dieses Monats berichtete, hat die US-Luftwaffe zum ersten Mal überhaupt mehrere B-1 Lancer-Bomber zusammen mit 200 Fliegern nach Norwegen geschickt, die inmitten größerer NATO-Aufrufe „Russland zu konfrontieren“ kam.

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Und jetzt vor ein paar Tagen, berichtete Forbes detailliert, dass als Reaktion „die russische Luftwaffe seine eigenen Kampfflugzeuge mobilisiert. Kampfflugzeuge, um die B-1 abzufangen. Und Bomber, um zurückzuschlagen.“

Nachdem die U.S. Air Force den Einsatz der B-1 angekündigt hatte, verschwendete die russische Luftwaffe keine Zeit mit dem Einsatz ihrer eigenen Bomber. Zwei schwere Tu-160-Bomber der Luftwaffe flogen einen epischen, 12-stündigen Überflug über Nordeuropa, wie der Kreml am 9. Februar mitteilte.

Die 6.000 Meilen lange Rundreise führte die Tu-160 von ihrer Basis in Engels im Westen Russlands nach Norden zum Arktischen Ozean, dann nach Westen nach Svalbard, nach Süden in die Norwegische See, nach Osten entlang der norwegischen Küste und schließlich nach Süden zurück nach Engels.

Ein Paar MiG-31-Abfangjäger, die vom Luftwaffenstützpunkt Rogatschewo in Nordrussland aus flogen, eskortierten die Bomber kurz, als sie über die Karasee in Richtung Arktis rauschten.

Und was macht Joe Biden? Er verschärft die Lage indem er eine globale Audienz vor der russischen „Tyrannei“ und „Autokratie“ warnte.

„Das transatlantische Bündnis ist zurück“, sagte er vor der Münchner Sicherheitskonferenz mit Worten, die das Vertrauen der europäischen Verbündeten in die NATO wiederherstellen sollen.

Doch wollen die Europäer tatsächlich einen neuen Kalten Krieg und eine Politik der Spannungen?

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Ein Kommentar

  1. Die Frage ist doch nur, rückt Rußland den Natogrenzen immer mehr auf den Pelz oder umgedreht, obwohl zumindest seit der Wiedervereinigung an Deutschlands Ost-Grenzen vertragsgemäß die Hoheit endet.

    Über den Wert von Truppen in Norwegen kann man sich trefflich streiten, denn im Falle einer Auseinandersetzung werden sie nicht viel bewirken und dennoch stellen sie naturgemäß Nadelstiche dar und man will den Russen Stärke demonstrieren, was aber bei näherer Betrachtung kontraproduktiv ist, weil man damit der Gegenseite ständig suggeriert, sie wären eine Bedrohung und geostrategisch dürfte sich der eigentlich Schlag nicht in Nordnorwegen abspielen, was zwar für die Schiffahrt von Interesse wäre, aber ansonsten kommt der Segen intercontinental von oben und das würde dann notgedrungen Zentraleuropa treffen, wenn man nicht bereit ist das über vernünftiges Verhalten zu verhindern.

    Würde sich der Westen an die Abmachungen halten und Stellung auf eigenem Territorium beziehen um im Falle eines Angriffs eine gute Ausgangsposition zu erzielen, dann hätten sie das Verständnis auf ihrer Seite, wer aber ständig den Nerv des anderen entgegen allen Vereinbarungen kitzelt muß sich doch nicht wunderen, wenn das mal zum Eklat führen kann.

    Die Frage ist nun, ist das beabsichtigt oder hat man kein besseres Konzept mit dem vermeintlichen Gegner umzugehen, denn die ganzen Angriffskriege der letzten Jahrzehnte sprechen nicht unbedingt für friedliche Absichten und daran muß man sich messen lassen, denn die Begründungen waren ja nur Formsache und haben sich dann noch zum Schluß als haltlos erwiesen, was ja noch zusätzlich eine große Blamage darstellt und nicht von großer Weisheit zeugt.

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