Geburten in China sanken 2020 um 15 Prozent

China erlebt einen massiven Einbruch bei den Geburten. Eine demografische Katastrophe für das Land, welches rasch überaltert.

Von Redaktion

Vorläufige Zahlen zur Einschätzung von Chinas Geburten im Jahr 2020, die vom Haushaltsregistrierungssystem des Landes veröffentlicht wurden, lassen in Peking die Alarmglocken schrillen und deuten auf einen anhaltenden starken Bevölkerungsrückgang hin, da die neuen Zahlen für das letzte Jahr einen satten Rückgang der Geburten um 15 Prozent gegenüber dem Vorjahr zeigen.

„Die Besorgnis über die Aussichten für Chinas Bevölkerung ist gewachsen, nachdem die Zahl der Neugeborenen, die im Haushaltsregistrierungssystem des Landes erfasst wurden, während eines vom Coronavirus betroffenen Jahres 2020 um 15 Prozent gesunken ist“, kommentiert die South China Morning Post die neuen Zahlen. „Im vergangenen Jahr wurden insgesamt 10,035 Millionen Neugeborene im Haushaltsregistrierungssystem, das in China als Hukou bekannt ist, erfasst, 2019 waren es 11,79 Millionen, wie das Ministerium für öffentliche Sicherheit am Montag mitteilte.“

Während das Hukou-System nur vorläufige Informationen über die Gesamtzahl der Geburten in der Bevölkerung offenbart, wird erwartet, dass die offiziellen demografischen Statistiken für das von Covid betroffene Jahr 2020 bald durch Chinas Nationales Büro für Statistik veröffentlicht werden, basierend auf einer einmal in zehn Jahren durchgeführten Volkszählung. Wie die SCMP unterstreicht, wird erwartet, dass, wenn die offiziellen Gesamtstatistiken herauskommen, ein weiterer Rückgang zu erwarten ist, nachdem zuvor 2019 „das niedrigste Niveau seit 1961“ und auch ein Rückgang gegenüber 2018 zu verzeichnen war.

China ist das bevölkerungsreichste Land der Welt, die Zahl der Menschen wird allgemein auf knapp über 1,4 Milliarden geschätzt. Wenn die derzeitige Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter in den Ruhestand geht, wird befürchtet, dass der Trend zum Geburtenrückgang die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt stark beeinträchtigen wird.

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Dies auch vor dem Hintergrund, dass die neuesten offiziellen Zahlen des National Bureau of Statistics zeigen, dass etwa 18 Prozent der Bevölkerung bereits über 60 Jahre alt sind und diese alternde Bevölkerungsgruppe bis 2050 auf ein Drittel der Gesamtbevölkerung anwachsen wird.

Der SCMP-Bericht zitierte einen prominenten Wirtschaftsforschungsprofessor, der sagte, dass die Zeichen auf Sturm stehen. „Der Zusammenbruch der neugeborenen Bevölkerung ist wirklich da“, warnte er und schrieb, dass:

„Obwohl wir den Rückgang der Geburtenpopulation in diesen Regionen nicht als den jährlichen Rückgang im Land ableiten können, denken wir, dass die Idee, zwei Kinder zu haben, schwach ist und die Anzahl der Frauen im gebärfähigen Alter gesunken ist, so dass wir nicht weiter erwarten müssen, dass die Geburtenpopulation im Jahr 2020 im Vergleich zu 2019 deutlich sinken wird. Der Zusammenbruch der neugeborenen Bevölkerung ist wirklich da“, sagte James Liang, ein Forschungsprofessor für angewandte Ökonomie an der Guanghua School of Management, Peking University, in einem Blogbeitrag letzte Woche.

Die offensichtliche Ironie ist natürlich, dass China für sein eigenes Verderben an dieser Front verantwortlich ist, da es jetzt die vollen Auswirkungen seiner drakonischen und dystopischen/totalitären „Ein-Kind-Politik“ spürt, die von 1975 bis 2015 mit aller Härte durchgesetzt wurde.

Ab 2016 wurde Paaren erlaubt, zwei Kinder zu haben, was die Regierung lautstark zu fördern begann, obwohl es zunehmend zu wenig und zu spät zu sein scheint.

In Anbetracht der kommenden Bevölkerungs- und Geburtenkrise veröffentlichte die kommunistisch geführte People’s Daily 2018 einen seltenen ganzseitigen Leitartikel, in dem sie auf Folgendes hinwies: „Geburten sind eine Familienangelegenheit und auch eine nationale Angelegenheit“, und warnte, dass „die Auswirkungen der niedrigen Geburtenraten auf die Wirtschaft und die Gesellschaft begonnen haben, sich zu zeigen.“

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So gingen die zentralen Planer in Peking scheinbar über Nacht dazu über, diejenigen zu bestrafen, die es wagten, mehr Kinder zu bekommen, um dann zu behaupten, größere Familien seien „patriotisch“ als Teil einer nationalen Pflicht. Basierend auf den neuesten vorläufigen Zahlen scheint es natürlich, dass die Bevölkerung die Botschaft nicht rechtzeitig verstanden hat.

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