Gabriel: Nord Stream 2 geht “die USA erst einmal nichts an”

Selbst als Vorsitzender der Atlantik-Brücke scheint Ex-Außenminister Sigmar Gabriel keine Scheu vor US-Kritik zu haben.

Von Michael Steiner

Während US-Präsident Joe Biden bald eine Rede auf der transatlantisch ausgerichteten Münchner Sicherheitskonferenz halten wird, übt der ehemalige deutsche Außenminister und nunmehrige Vorsitzende der Atlantik-Brücke, Sigmar Gabriel (SPD), scharfe Kritik an der US-Feindseligkeit gegenüber der Erdgas-Pipeline Nord Stream 2 zurück.

Das Projekt entspreche europäischen Regeln und Gesetzen, sagte der Vorsitzende der Atlantik-Brücke der “Welt”. “Vom Gesichtspunkt europäischer Souveränität geht es die USA erst einmal nichts an”, sagte er der Zeitung.

“Ich finde, das ist eine europäische Entscheidung – mir allen Chancen und Risiken, aber es ist keine amerikanische.” Gabriel verwies darauf, die Regierung Biden habe jüngst den Bau der XL-Pipeline aus Kanada gestoppt und “setzt nun noch stärker auf Klima-schädlicheres Fracking. Aber das ist eine Angelegenheit der Amerikaner, nicht der Europäer.”

“Vermutlich wird Joe Biden auch das komplizierte Verhältnis zu Russland und China ansprechen und dabei kritische Themen wie Nord Stream 2 nicht aussparen. Und ganz gewiss wird er uns die Hand reichen für eine ambitionierte Klimapolitik”, sagte Gabriel.

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Doch die Europäer müssen eben einen eigenen Weg finden. Eine derart feindselige Haltung gegenüber Russland wie die Amerikaner kann sich die EU nicht leisten. Das weiß auch Gabriel. Vor allem auch deshalb, weil die Gasversorgung aus Russland für Deutschland und Europa deutlich günstiger und umweltfreundlicher ist als der Import von verflüssigtem Flüssig-Frackinggas aus den USA.

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Ein Kommentar

  1. Klingt erstmal vernünftig, vielleicht will er sich aber auch bloß für ein Comeback im Politikbetrieb rüsten. Dann allerdings würde er auf Schritt und Tritt einen Aufpasser brauchen, die Glaubwürdigkeit ist hin….

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