Finnland will Dialog zwischen Russland und der EU retten

In Finnland scheint man an einer weiteren Belastung der Beziehungen zwischen der EU und Russland nicht interessiert zu sein. Man will den Dialog aufrecht erhalten.

Von Redaktion

Es sei unerlässlich, einen aktiven Dialog und einen Meinungsaustausch in den Beziehungen zwischen Russland und der Europäischen Union sicherzustellen, sagte der finnische Außenminister Pekka Haavisto nach Gesprächen mit dem russischen Minister Sergej Lawrow in St. Petersburg.

Finnlands Spitzendiplomat kam in die russische Hauptstadt, nachdem der Besuch des EU-Diplomatenchefs Jose Borrell in Moskau Anfang Februar in Europa für Furore gesorgt hatte, schreibt Wedomosti. Von der Zeitung befragte Experten glauben, dass die bevorstehenden Sanktionen Brüssels auf Einzelpersonen und nicht auf ganze Wirtschaftszweige abzielen könnten.

In der Zwischenzeit wird die Entscheidung über neue Sanktionen von den EU-Außenministern am 22. Februar diskutiert, und die Staatsoberhäupter werden im März darüber beraten.

Haavisto betonte, dass zwischen Russland und der EU weiterhin enge Geschäfts-, Handels- und Wirtschaftsbeziehungen bestünden, die die Grundlage für einen Dialog sein können. Lawrow stimmte dem zu, glaubt aber, dass Brüssel die Handels- und Wirtschaftsbeziehungen unter anderem mit Sanktionen behindert.

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Der Programm-Manager des Russischen Rates für Internationale Angelegenheiten, Wladimir Morosow, merkte an, dass es schwer wäre, die Beziehungen zwischen Moskau und Brüssel weiter zu verschlechtern. Tatsächlich sind sie seit dem Ausbruch der Ukraine-Krise im Jahr 2014 festgefahren, als der Dialog zwischen Russland und der Europäischen Union zum Stillstand kam und die Verhandlungen über die Visafreiheit und die weitere Integration eingeschränkt wurden.

Die russisch-europäischen Beziehungen könnten durch künftige Sanktionen weiter beeinträchtigt werden, aber eine katastrophale Entwicklung sei kaum möglich. “Wenn die Sanktionen auf hohe Beamte abzielen, dann werden sie die Beziehungen nicht verderben”, sagte Morosow der Zeitung. Seiner Meinung nach sind sektorale Sanktionen gegen große russische Unternehmen unwahrscheinlich, da “die EU, anders als die USA, mehr verlieren wird.”

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Deshalb wird Brüssel wahrscheinlich persönliche Restriktionen gegen eine Reihe von hochrangigen Beamten, Regierungsabteilungen und Unternehmen anwenden. Laut dem Experten hatten sich einige südliche EU-Staaten zuvor für eine Revision der Sanktionspolitik ausgesprochen. Die Aufrechterhaltung der Union sei für die Europäer jedoch viel wichtiger als die Beziehungen zu Russland, sagte Morosow.

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