Donbass: Kiew zündet erneut die Spannungen in Richtung eines möglichen großen Krieges

Kommt es im Donbass erneut zu größeren militärischen Operationen? Die Gefahr eines umfassenden Krieges durch massive Angriffe der ukrainischen Armee wächst.

Von Redaktion

Im Donbass kam es in letzter Zeit zu einer neuen Eskalation der Krise. Internationale Beobachter berichten von bis zu 900 Waffenstillstandsverletzungen pro Tag, und im Februar wurden sechs ukrainische Soldaten getötet. Die Politiker in Kiew schwören, dass dies einen großen Krieg auslösen könnte.

Der ehemalige ukrainische Präsident Pjotr Poroschenko hat gefordert, ukrainische Soldaten an die Front zurückzuholen. Kiews Gesandter bei den Minsker Gesprächen Alexej Arestowitsch merkte an, dass im Frühjahr oder im Frühsommer eine weitere Eskalation unvermeidlich sei, schreibt Iswestija.

Laut dem Gesandten sind die Friedensgespräche im Donbass schleppend verlaufen, während der im Juli 2020 erreichte Waffenstillstand “am seidenen Faden hängt.” Die Parteien haben es versäumt, in Fragen einer politischen Lösung Fortschritte zu machen. Die Punkte der Minsker Friedensvereinbarungen sind nicht umgesetzt worden, während die Verhandlungen sabotiert wurden. Seit Beginn des Jahres hat der Beschuss stetig zugenommen. Auch die Zahl der Todesopfer hat zugenommen. Inzwischen schieben sich beide Seiten gegenseitig die Schuld an der Eskalation in die Schuhe.

Experten haben unterschiedliche Meinungen zur Situation im Donbass. Bogdan Bezpalko, Mitglied des Rates des russischen Präsidenten für interethnische Beziehungen, sagt, dass diese Eskalation wahrscheinlich keinen großen Krieg auslösen wird. “Für eine groß angelegte Offensive braucht die Ukraine Ressourcen, die dem Land fehlen”, sagte er und merkte an, dass der Beschuss zwar zunehmen dürfte, eine direkte Konfrontation aber vermieden werden könne.

Loading...

“Ich hoffe, dass die Ukraine früher oder später offiziell und freiwillig von den Minsker Vereinbarungen zurücktreten wird. In diesem Fall wird Russland in der Lage sein, die Volksrepubliken Donezk und Lugansk anzuerkennen, sie in großem Umfang zu unterstützen und sie schließlich [in Russland] einzugliedern”, sagte er der Zeitung.

Lesen Sie auch:  Die jüngsten geopolitischen Entwicklungen deuten auf eine bessere Zukunft hin

Der Politologe Wladimir Kornilow merkt jedoch an, dass ein neuer Krieg zu befürchten sei. “Offensichtlich bereitet sich Kiew auf Kampfhandlungen vor. Natürlich kam Zelenski unter anderen Parolen an die Macht, aber seitdem hat sich viel geändert. Übrigens wird die Entscheidung über die Offensive nicht von ihm, sondern von den westlichen Freunden der Ukraine getroffen werden”, präzisierte der Experte.

Teilen Sie diesen Artikel:

Wir brauchen ihre Unterstützung!

Liebe Leser, wenn Sie keine Premiumartikel lesen möchten, aber uns dennoch unterstützen wollen, dann können sie das auch mit einer Spende auf unser Bankkonto tun. Fragen Sie per eMail: redaktion@contra-magazin.com nach den Bankdaten oder übersenden Sie einen Unterstützungsbeitrag einfach per Paypal. Danke für Ihre Hilfe!

Loading...

5 Kommentare

  1. von wegen 10 000 tote so lügt der westen
    eu verbrecher sizten in brüssel
    UKRAINISCHE ARMEE UND IHRE VERLUSTE IN DONBASS KRIEG
    — Nach einigen inoffiziellen Angaben sollen in Donbass im Laufe der letzten 2 Jahre ca. 87.300 Soldatender ukrainischen Streitkräfte gefallen sein.

    — Vom 3. April bis zum 27. November 2014 wurden in Donbass 20.914 ukrainische Soldaten und 630 ausländische Söldner getötet. (offizielle Angaben des „Internationalen öffentlichen Fonds zur Förderung der strategischen Sicherheit“). Dabei starben:

    3.450 Kämpfer des «Rechten Sektors»

    30 Söldner aus Sonderbataillonen «Dnepr», «Asow» und «Aydar»

    11.715 Soldaten, insbesondere aus den Militär-Allianzen wie «25. Airborne Brigade» aus Dnepropetrowsk, «95. Luftlandebrigade» aus Zhitomir, «24. motorisierte Brigade» der Region Lwiw, «79. Luftlandebrigade» aus Nikolaew, «51. Mechanisierte Brigade» der Wladimir-Wolyn (nicht mehr existent), «24. Mechanisierte Brigade» von Yaworiw Region Lwiw, «72. Mechanisierte Brigade der Weißen Kirche», «Kremenchug Brigade General Intelligence» des ukrainischen Verteidigungsministeriums sowie aus anderen Abteilungen der ukrainischen Armee
    über 4.141 Mitarbeiter aus dem Innenministerium der Ukraine («Nationalgarde»)

    379 Mitarbeiter des ukrainischen Sicherheitsdienstes
    243 Menschen aus den Reihen der Grenzpolizei

    1.781 Menschen aus anderen ukrainischen Einheiten

    88 Mitarbeiter der CIA, FBI und Special Forces Defense Intelligence Agency.

    630 ausländische Söldner aus Polen (Privat-Militärunternehmen «ASBS Othago»), USA («American Asademi» und das Tochter-Unternehmen «Greystone Limited»), Deutschland, Kanada, Großbritannien, Litauen, Estland, Italien, Schweden, Türkei, Tschechische Republik, Finnland, Afrika sowie aus arabischen und anderen Ländern

    — Zwischen April 2014 und Februar 2015 sollen ca. 1.200 Söldner in Donbass tot aufgefunden und bis zu55.000 ukrainische Soldaten verwundet worden sein

    — Russland spricht von mindestens 25.700 Soldaten der Ukraine, die im Zeitraum von April 2014 bis Februar 2015 gefallen sind

    — Im Zeitraum von April 2014 bis Juni 2015 sollen in Donbass 40.000 ukrainische Soldaten für das «Heil der Ukraine!» ihr Leben verloren haben

    — Allein in Debalzewo, im Februar 2015, sollen rund 12.000 ukrainische Soldaten getötet und 19.000 schwer verletzt worden sein.

    — Über 1.000 ukrainische Soldaten starben offiziell außerhalb der Kampfhandlungen, z.B. in Folge von Selbstmord, unter Alkoholeinfluss oder Erschießungen durch ihre eigenen Kameraden. (Quelle: Anatolij Matios, stellvertretender Generalstaatsanwalt der Ukraine und militärische Hauptstaatsanwalt)

    — Rund 16.000 ukrainische Militärangehörige haben Fahnenflucht begangen, ein großer Anteil davon mit Waffen (Quelle: Matios)

    — Laut den Meldungen des Innenministeriums der Ukraine galten in der s.g. «Anti-Terror-Zone» am19.11.2015 insgesamt 6.200 ukrainische Soldaten als «vermisst». Nach Angaben der DVR- und LVR-Repräsentanten liegen diese ohne Namenschilder unter der Erde sowohl in Donbass als auch in der Ukraine. Teilweise auch in namenslosen Massengräbern, u.a. in Debalzewo.

    1. Danke Wahrheit für die Zahlen, die ich nicht kannte aber für absolut realistisch halte!

      Hier meine Bewertung der politischen und militärischen Vorgänge im Donbass:

      – Minsk 1 und 2 wurde unterschrieben, um die militärischen Lage der Ukraine zu diesem Zeitpunkt, die fast nach einer bedingungsloser Kapitulation aussah, zu kaschieren. Daher hat die Ukraine Bedingungen unterschreiben müssen, die sie ohne die totale militärische Niederlage niemals unterschrieben hätte.

      – Girkin wollte zu diesem Zeitpunkt nach Kiew weitermarschieren, die Kesselniederlagen der ukr. Armee ausnutzend. Aus militärischen Standpunkt sicherlich richtig, aber politisch eine Katastrophe. Putin hatte zwar wahrscheinlich keinen direkten Einfluß auf die Entscheidungen im Donbass, es ist mir aber bekannt, dass die Grenze Donbass/Russland immer wieder hermetisch abgeriegelt und wieder geöffnet wurde. Bei geschlossener Grenze wäre die Donbass-Armee praktisch kampfunfähig. Damit hat Putin seine politische Ziele dort durchgesetzt, u.a. die Entmachtung von Girkin und später von einem LNR- Chef (Name entfallen).

      – Die militärische Effizienz der Donbass-Armee lässt vermuten, dass Informationen (Geheimdienste, Satellitenbilder) genutzt wurden und wahrscheinlich irgendwo geheim in Russland die Operationen von erfahrenen Militärs durchgespielt wurden. Das Kommando war aber immer in den Händen vor Ort, in den entscheidenden Schlachten bei Girkin. Sofern Putins Roten Linien nicht überschritten wurden, war der Nachschub an Freiwilligen und Technik gesichert.

      – In einer einzigen, streng begrenzten Operation, genannt Nordwind, hat flankierend zu der Kesselschlacht von Ilowaisk, die reguläre russische Armee eingegriffen. Es hat den Ausgang nicht grundsätzlich beeinflusst, aber dazu geführt, dass aus der Niederlage eine totale Niederlage wurde.

      Zusammenfassung: Aufgrund der sehr guten militärischen Führung mit Hilfe Russlands incl. den Kampgeist einerseits, und der dilettantischen ukrainischen Militärführung und Kampfunwillen andererseits, hat die kleine Donbass-Armee die Ukraine militärisch besiegt und zum Verhandlungstisch gezwungen. Das wird natürlich verheimlicht, damit auch die Zahl der Gefallenen.

  2. Das können sie sich nur erlauben weil sie die Unterstützung des Westens haben und die machen es bestimmt nicht aus Nächstenliebe, da stecken geostrategische Interessen dahinter und das trotz aller vertraglichen Abmachungen in den neunziger Jahren.

    Wenn das tatsächlich eskaliert, dann könnte es das Ende der westlichen Zivilisation bedeuten und wie naiv muß man eigentlich sein eine hochgerüstete Atommacht in dieser dümmlichen Art und Weise heraus zu fordern, ohne daß diese den Anlaß geboten hat, denn die umstürzlerischen Versuche in der Ukraine gingen vom Westen aus und die Annektion der Krim war dann die Folge.

    Wie immer wird nun schon in dieser Phase Geschichtsklitterung betrieben, vermutlich brauchen wir uns beim nächsten mal keine Gedanken mehr darüber machen, wenn wir alle pulverisiert sind, denn das wird die Konsequenz sein, die sicherlich niemand will, aber den Krieg verlieren möchte verständlicherweise auch keiner und somit könnte dann das Ende eingeleitet sein.

    Im Gegensatz zu früher kommt heute der Tod in wenigen Minuten über uns und das mit einer Wirkung die unvorstellbar ist und wer das innitiert, der scheint nicht mehr normal zu sein, anders wäre es nicht mehr zu erklären.

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.