DIW-Chef Fratzscher warnt vor weiterem Konjunktureinbruch

So lange die Lockdown-Maßnahmen Europa knebeln, wird es in Deutschland auf konjunktureller Ebene nicht besser, so DIW-Chef Fratzscher.

Von Redaktion

Der Chef des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Marcel Fratzscher, hat vor negativen Folgen einer länger andauernden Pandemie – also durch die Lockdown-Maßnahmen der Regierungen – für die deutsche Konjunkturentwicklung gewarnt. “Wenn Europa nicht wieder auf einen grünen Zweig kommt, wird Deutschland auch kein spürbares Wachstum haben”, sagte Fratzscher der “Saarbrücker Zeitung”.

Der europäische Kontinent sei von der Pandemie “wirtschaftlich und gesundheitlich weltweit am stärksten betroffen”, erläuterte Fratzscher. Aber 60 Prozent der deutschen Exporte gingen nach Europa. “Und wir sollten nicht glauben, dass wir uns mit Ausfuhren nach China, wo es gut läuft, aus dieser Krise quasi herausexportieren könnten”, sagte Fratzscher.

Nach seiner Einschätzung ist deshalb auch die aktuelle Wachstumsprognose der Bundesregierung von 3,0 Prozent in diesem Jahr kaum noch zu halten. “Dieser Erwartung liegt ja zugrunde, dass die zweite Corona-Welle schnell gestoppt werden kann, dass keine dritte Welle kommt, und dass es einen Impfstoff gibt, der sehr schnell ausgerollt wird”, sagte der Ökonom. Aber diese Annahmen würden immer unwahrscheinlicher, so Fratzscher.

Was der Ökonom jedoch nicht bemängelt ist der Umstand, dass sich die Lockdowns Studien zufolge als weitestgehend wirkungslos gezeigt haben und mehr Schaden verursachen als dass sie einen Nutzen haben würden.

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2 Kommentare

  1. Früher hatten sich die Herrscher Hofnarren gehalten, um die Wahrheit und Volkes Meinung zu erfahren. Zugegeben, ganz risikofrei war dieser Job nicht.

    Heute halten sich die Herrschenden Hofnarren, um ein Quäntchen längst bekannte Wahrheit unter das Volk zu streuen, um so zu tun, als gäbe es eine freie Meinungsäußerung. Ansonsten müssen diese modernen Hofnarren aber die vorgefasste Meinung der Herrschenden, dem Volk als neuste Erkenntnisse „wissenschaftlicher“ Untersuchungen und Forschungen übermitteln.

    Wohl kaum eines dieser Institute wäre wohl lebensfähig, wenn es nicht bereits am Tropf des staatlichen Geldflusses hängen würde.

  2. Fratscher wird wohl weniger um den Erhalt relativen Wohlstands und von Arbeitsplätzen besorgt sein, als dass er mit seinen Kassandra-Rufen vorsorglich zusätzliche Hilfen aus Steuergeldern begründen will, die dann den Finanz-Eliten zufließen. Somit wird der lohnabhängig beschäftigte Normalbürger wieder einmal doppelt belastet. Warum stellt niemand die Frage, wessen Interessen Institute wie das DIW eigentlich vertreten und warum sie öffentlich gefördert werden sollen?

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