Wirkt sich Covid-19 auf die Potenz aus? Müssen sich Männer Sorgen machen?

Die Liste der Langzeitfolgen von Covid-19-Patienten reicht von Atembeschwerden über den Verlust des Geruchssinns, Taubheitsgefühle, Leistungsmangel, Müdigkeit bis hin zu kardiologischen Problemen. Und es geht noch weiter. Amerikanische sowie deutsche Mediziner berichten aktuell von männlichen Patienten, die über Erektionsprobleme nach einer Covid-19-Erkrankung klagen. Müssen sich Männer nun Sorgen machen?

Was genau haben Mediziner beobachtet?

Mediziner erklären, dass Covid-19 ganz andere Bilder aufweist, als die, die bisher von Atemwegserkrankungen bekannt sind. In den USA und Deutschland hat man die Beobachtung gemacht, dass Potenzstörungen nach Covid-19-Erkrankungen von einem relevanten männlichen Teil der Patienten beklagt wurden. Bereits vorher war bekannt, dass Probleme mit den Blutgefäßen ebenfalls eine Folge von Covid-19 sein kann. Hier kann man eventuell einen Zusammenhang finden, allerdings fehlen dazu noch Forschungen und aufschlussreiche Ergebnisse. Eine Medizinerin aus den USA vermutet sogar, dass es nach einer Covid-19-Erkrankung zu lebenslangen Einschränkungen der Sexualität kommen kann.

Wie häufig kommt es zu erektiler Dysfunktion nach Covid-19 und wie lange hält sie an?

Wie bereits erwähnt, ist das Gebiet noch nicht ausreichend erforscht, um diese Frage beantworten zu können, allerdings betonen Mediziner, sie seien nun für das Thema sensibilisiert und werden Patienten proaktiv danach fragen, um gemeinsam nach Lösungsansätzen zu suchen. Auch ob Erektionsprobleme als Folge von Covid-19 von Dauer sind, lässt sich bisher ebenso wenig klar beantworten. Allgemeinen Beobachtungen zu Folge können sich Symptome von Erektionsstörungen (auch wenn sie bereits länger bestehen) noch zurückbilden können. Langzeiterfahrungen bei Covid-19 können erst in der Zukunft beobachtet, untersucht und ausgewertet werden.

Was weiß man aktuell über den Zusammenhang zwischen Covid-19 und erektiler Dysfunktion?

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Aktuell weiß man, dass Covid-19, wie zahlreiche andere Viren, ebenso Schäden über die Atemwege und der Lunge hinaus verursachen kann. Das passiert entweder direkt durch Infektionen der betroffenen Strukturen oder indirekt durch Entzündungsprozesse oder auch durch Antikörper-vermittelte Reaktionen. Der Zusammenhang zwischen Covid-19 und Erektionsstörungen kann evtl. durch die Schädigung der Nerven und Blutgefäße durch das Virus hergestellt werden. Aber auch allgemeine Abgeschlagenheit durch das Virus kann Erektionsstörungen hervorrufen. Covid-19 ist jedenfalls eine systemische Erkrankung, die nicht nur die Lungen betrifft. Das neurologische System wird ebenso wie die Gefäße angegriffen. Potenzstörungen und auch andere neurologische Symptome sind daher nicht ungewöhnlich.

Ursachen Erektiler Dysfunktion

Impotenz.net berichtet sogar davon, dass eine Impotenz auch durch die Lockdown-Maßnahmen verstärkt werden kann. Außer

  • Durchblutungsstörungen und Gefäßerkrankungen,
  • Übergewicht,
  • Stoffwechselerkrankungen,
  • Erkrankungen des Nervensystems und
  • Hormonstörungen,

können auch Stress und psychischer Druck Ursachen einer erektilen Dysfunktion sein. Betroffene sprechen hierbei von Selbstzweifel und Versagensängsten, die einen überfallen und nicht mehr loslassen. Hierdurch wird der Leistungsdruck beim nächsten Geschlechtsverkehr signifikant erhöht, was häufig Erektionsprobleme verursacht. Die Angst dann erneut zu versagen, kann nicht nur den Mann, sondern ebenso die Partnerin und auch die komplette Beziehung stark belasten und sogar zu Depressionen etc. führen. Nehmen Sie vermeintliche Anzeichen deshalb ernst und sprechen Sie bei mit dem Arzt Ihres Vertrauens.

Bei mir haben Erektionsprobleme schon mit knapp 30 Jahren begonnen. Ich dachte bis dahin, das betrifft nur ältere Männer. Jedenfalls hat mich das monatelang stark belastet. Ich wollte gar nicht mehr raus gehen und irgendwelche Frauen kennenlernen, da ich Angst hatte zu versagen. Ich habe dann mit einem Freund gesprochen, der mir einen Therapeuten empfohlen hat. Seitdem ich dort hingehe und einiges in meinem Leben (u.a. mehr Bewegung, ausgewogenere Ernährung etc.) geändert habe, habe ich das Problem weitgehend im Griff. Heute habe ich allerdings auch eine Partnerin, mit der ich sehr viel darüber gesprochen habe und die mir mit ihrem Verständnis den Rücken stärkt. Aber klar, ich bin mir ganz sicher, dass die ganzen Corona-Maßnahmen bei vielen Menschen argen psychischen Stress auslösen können.“

Müssen sich Männer nun Sorgen machen?

An dieser Stelle kann gesagt werden, dass Männer sich derzeit noch keine wirklichen Sorgen über eine Erektionsstörung als Spätfolge von Corona machen müssen, da die Mehrheit der Infizierten dieses Symptom nicht zu haben scheint. Einschätzungen sind zum jetzigen Zeitpunkt allerdings schwierig, da das Feld noch zu wenig erforscht ist.

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