Widerstand gegen Impfpflicht für medizinisches Personal

Eine mögliche Impfpflicht für medizinische Angestellte stößt weiterhin auf Ablehnung. Auch beim Ärztepräsidenten.

Von Redaktion

Ärztepräsident Klaus Reinhardt hat eine Impfpflicht für Beschäftigte im Gesundheitswesen abgelehnt. „Die Bundesregierung hat wiederholt klargestellt, dass es keine allgemeine Pflicht zur Impfung gegen das Coronavirus geben wird. Dass das auch für die Beschäftigten im Gesundheitswesen gilt, sollte eigentlich eine Selbstverständlichkeit sein“, sagte Reinhardt der „Rheinischen Post“.

Gerade in der Pflege sei das Personal knapp. „Wenn die Corona-Impfung zu einer Voraussetzung für eine Tätigkeit in diesem Bereich gemacht wird, muss auch geklärt werden, wie die Fachkräfte ersetzt werden, die nicht zu einer Impfung bereit sind“, sagte der Präsident der Bundesärztekammer. „Wenn bei Pflegenden oder auch in der übrigen Bevölkerung Unsicherheiten in Bezug auf die Impfung bestehen, dann muss man dies bei einem völlig neuen Wirkprinzip verstehen und entsprechende Aufklärungsarbeit leisten“, forderte er.

Befragungen hätten bei Ärzten eine Impfbereitschaft zwischen 70 und 90 Prozent ergeben. „Ich gehe davon aus, dass auch in der Pflege die Impfquoten steigen werden, wenn über die Wirkmechanismen der Impfungen aufgeklärt wird. Voraussetzung ist natürlich, dass ausreichend Impfstoff für die Beschäftigten zur Verfügung steht“, so Reinhardt.

Indessen mehren sich allerdings die Meldungen, wonach Arbeitgeber im medizinischen Bereich ihre Mitarbeiter quasi dazu zwingen, sich impfen zu lassen. Wer sich nicht impfen lässt, muss mit dem Verlust des Arbeitsplatzes rechnen. Damit steigt auch der Druck auf die Beschäftigten.

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