Weiß jemand, was die Bundeswehr in Mali macht ?

Was macht die Bundeswehr eigentlich in Mali? Geht es wirklich um die Bekämpfung von Islamisten?

Von Hans-Jürgen Klose

Jüngst wurde der Auftrag der Bundeswehr im Bundestag verlängert. Die AfD war die einzige Partei die dagegen stimmte.

Die deutschen Soldaten sind in zweifacher Weise in Mali in das Kriegsgeschehen involviert. Einmal durch MINUSMA im Auftrag der UNO, zum zweiten in der EU-geführten Ausbildungsmission EUTM Mali. Dass wir inzwischen das Unternehmen das ursprünglich nur Mali galt auf die Nachbarländer Burkina Faso, Mauretanien, Niger und den Tschad ausgedehnt haben, ist in Deutschgland kaum jemandem bewusst. Und dass wir auf Antrag der Bundesregierung auch „einsatznahe Beratung“ machen, hat Deutschland zur Kriegspartei gemacht.

Man muss zudem fragen was die UNO ist, die für die MINUSMA-Einsätze der „internationalen Gemeinschaft“ das Mandat erteilt.

Kurz vor Weihnachten kam die Meldung Frankreich habe „Terroristen“ mit Kampfdrohnen „außer Gefecht gesetzt“ – Man bemüht diesen Ausdruck, um das Wort „getötet“ nicht laut werden zu lassen. Mit einer Kampfdrohne im Einsatz gibt es nämlich beim Vernichten keine Abstufungen.

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Seit einigen Jahren hat die französische Armee die amerikanische MQ-Reaper im Einsatz. Sechs dieser bewaffneten Drohnen sind im Ausland und eine im Südwesten Frankreichs. Ausgerüstet sind sie mit dem US-Lenkwaffensystem „Hellfire“.

Der Krieg in der Subsahara wird nicht gegen Terroristen geführt. Er wird gegen den Stamm der Tuareg geführt, an deren Seite sich inzwischen IS-Gruppierungen gestellt haben – denn 95 Prozent der Bewohner Malis sind Moslems.

Tuareg sind Nomaden – nicht weil sie gern unterwegs sind, sondern weil sie seit Jahrhunderten die Subsahara besiedeln, wo aus Gründen der Ernährung der Aufenthaltsort klimabedingt immer wieder gewechselt werden muss. Die Franzosen kämpfen gegen einen Volksstamm der sich nicht unterdrücken lassen will. Die Wüste hat sie geprägt – aufgeben bedeutet Tod. Ihnen ist der religiöse Hintergrund der IS-Gruppen egal. Wer die Sitten der Tuareg kennt, der weiß, dass sie sich nicht einschüchtern lassen, denn wer ein Mann ist hat das zu verteidigen was Seines ist – ansonsten kann er gehen.

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Von Tuareg und Islamisten wird der Kampf gegen Besatzer geführt die wegen der Rohstoffvorkommen in diesen Gebieten die koloniale Ausbeutung fortführen. 70 Prozent der Ausfuhren Malis sind allein Gold das in überwiegend internationalen Minen gefördert wird. Das Investitionsvolumen in diesem Bereich ist trotz Krieg gestiegen.

Um die kümmerlichen restlichen Resourcen streiten sich im Land 30 verschiedene Ethnien mit 30 verschiedenen Sprachen und 30 verschiedenen Traditionen. Obwohl seit der Kolonialzeit Französisch Amtssprache ist, sprechen nur 10 Prozent der Bevölkerung Französisch. 75 Prozent sind Analphabeten. Die Lebenserwartung beträgt 48 Jahre. Die Gründe dafür sind fehlender Zugang zu sauberem Trinkwasser und Mangelernährung.

Wie wär´s wenn das Geld das seit 2012 für diese Einsätze zum Fenster herausgeworfen wird für das eingesetzt würde, was die Kolonialmacht Frankreich dort versäumt hat?

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4 Kommentare

  1. Nachtrag zum Artikel: Seit Jahren ist als ‘olle Kamelle’ bekannt, daß deutsches Militär in Mali den Uranabbau sichert, damit französische Kraftwerke Deutschland Atomstrom liefern können . . .

    1. Das wird zwar über einige Medien so verbreitet, stimmt aber nicht. Das Vorkommen in Gao hat ein Gesamtvorkommen von 200 Kilo- die Mine gilt als nicht abbauwürdig. Die Mine in Adrar wurde noch nicht vollständig untersucht – es wird nicht gefördert, das Projekt wird jedoch aufgegeben. Die Uran-Silber-Kupfermine ist in Falea, im Besitz eines kanadischen Betreiberkonsortiums – dort geschieht jedoch kein Abbau. Wenn die Presse so etwas verlautbart dann mit dem Ziel die westlichen Militäreinsätze dort zu rechtfertigen. Denn beim Leser werden die Assoziationen “Uran – Atombombe und die dann in den Händen von Aufständischen” hervorgerufen.

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