Putin: Die Welt riskiert „Kampf aller gegen alle“ in „grimmiger Dystopie“

Russlands Präsident, Wladimir Putin, warnt die Weltführer vor einem neuen Weltkrieg, den niemand haben will.

Von Redaktion

Der russische Staatschef Wladimir Putin warnte, dass die Gesellschaft eine Rückkehr zum Weltkrieg riskiert, wenn es keine internationalen Anstrengungen zum Abbau der bestehenden globalen Spannungen und Ungleichgewichte gibt.

In seiner Rede auf der virtuellen Davos-Agenda-Konferenz des Weltwirtschaftsforums am 27. Januar gab er eine düstere Vorhersage ab und stellte fest, dass die gegenwärtige Ära Parallelen zu den 1920er und 1930er Jahren vor dem „katastrophalen Zweiten Weltkrieg“ aufweist.

„Heutzutage ist ein solch hitziger Konflikt nicht möglich, hoffe ich“, sagte Putin. „Denn das würde das Ende unserer Zivilisation bedeuten.“

„Aber ich möchte noch einmal betonen, dass sich die Situation unvorhersehbar und unkontrollierbar entwickeln könnte, wenn wir nichts tun, um das zu verhindern. Es besteht die Möglichkeit, dass wir einen tatsächlichen Zusammenbruch der globalen Entwicklung erleben, der zu einem Kampf aller gegen alle führen könnte.“

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Eine solche Aussicht, sagte er, würde zu einer „düsteren Dystopie“ führen.

Dabei führte er auch die aktuelle Lage rund um Covid-19 ins Feld.

„Die Coronavirus-Pandemie ist zu einer großen Herausforderung für die Menschheit geworden, und sie hat strukturelle Veränderungen beschleunigt, für die die Voraussetzungen bereits gegeben waren“, sagte er.

„Wir haben allen Grund zu der Annahme, dass sich die Spannungen noch weiter verschärfen könnten. Die internationalen Institutionen werden schwächer, die regionalen Konflikte nehmen zu, das globale Sicherheitssystem verschlechtert sich.“

Er forderte eine Zunahme des Dialogs zwischen verschiedenen Nationen und Gruppen, um einen möglichen weltweiten Konflikt zu vermeiden.

„Wir müssen dafür sorgen, dass die Entwicklung einen anderen Weg einschlägt – einen, der positiv, ausgewogen und konstruktiv ist“, sagte er.

Während der Rede in Davos nahm Putin scheinbar Bezug auf Sanktionen und Embargos, die von mehreren Länder gegen Russland verhängt wurden.

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„Der Einsatz von Handelsbarrieren, illegitimen Sanktionen, Beschränkungen in der Finanz-, Technologie- und Informationssphäre – ein solches Spiel ohne Regeln erhöht dramatisch die Risiken der einseitigen Anwendung militärischer Gewalt, die sehr gefährlich ist“, sagte Putin.

Putin steht auch vor einer unsicheren Beziehung zu US-Präsident Joe Biden, mit dem er Anfang der Woche sprach.

Nach ihrem ersten Telefonat legte Putin dem russischen Parlament formell einen Gesetzentwurf zur Verlängerung des Atomabkommens New START mit den Vereinigten Staaten um fünf Jahre vor, wie russische Medien berichteten.

„Die Präsidenten äußerten ihre Zufriedenheit nach dem heutigen Austausch diplomatischer Noten über eine Vereinbarung zur Verlängerung des New START-Vertrags“, teilte Putins Büro nach seinem Telefonat mit Biden mit, berichtete TASS.

„Zu den internationalen Themen gehörten der einseitige Rückzug der Vereinigten Staaten aus dem Vertrag über den Offenen Himmel, die Probleme bei der Aufrechterhaltung des Gemeinsamen Umfassenden Aktionsplans zum iranischen Atomprogramm, die Beilegung des Konflikts in der Ukraine sowie die russische Initiative zur Einberufung eines Gipfels der ständigen Mitglieder des Sicherheitsrats der Vereinten Nationen“, so der Kreml.

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Ein Kommentar

  1. Der wesentliche Satz ist die Feststellung, ein nicht erwünschter hitziger Konflikt würde zum Ende der Zivilisation führen.

    Darin liegt die Überlegung zugrunde, daß niemand ungestraft sich an einer wesentlichen Atommacht vergreifen sollte oder anderweitig einen unzumutbaren Paradigmenwechsel herbeiführen will und man kann es als indirekte Warnung verstehen oder Hilfestellung, den Bogen nicht zu überspannen, wenn man selbst dabei nicht zu schwerstem Schäden kommen will.

    Warten wir es ab was noch alles kommt und es soll ja noch Politiker in der westlichen Hemissphäre geben, die an ihre Überlegenheit glauben und für solche Leute wurde nun laut gedacht und hoffentlich verstehen sie diese gutgemeinte Aussage, zu ihrem eigenen Vorteil.

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