Pompeos neue fabrizierte „Indizien“ gegen den Iran

Angeblich soll der Iran Al-Kaida-Führern Unterschlupf gewähren, so US-Außenminister Mike Pompeo. Dafür hat man wohl schon Indizien fabriziert.

Von Marco Maier

Eines vorweg: Für radikale Sunniten, wie z.B. die Wahhabiten in Saudi-Arabien, deren globalen Ableger der Salafisten, aber auch für Extremisten wie die Al-Kaida, sind die Schiiten Häretiker und Teufelsanbeter. Umgekehrt nennen die Schiiten die sunnitischen Extremisten (wie eben die Al-Kaida oder den „Islamischen Staat“) Takfiri. Damit werden sie zu Apostaten bzw. zu Ungläubigen erklärt.

Dennoch wirft US-Außenminister Mike „wir stahlen, wir logen, wir betrogen“ Pompeo, seines Zeichens ein neokonservativer Kriegstreiber, den Iranern vor, mit der Al-Kaida zu kooperieren. Demnach sollen Führungspersonen der sunnitischen Extremistengruppe im Iran untergetaucht sein.

Der altgediente Falke und ehemalige CIA-Chef will noch am heutigen Dienstag „kürzlich freigegebene Geheimdienstinformationen“ diesbezüglich vorlegen, so Medienberichte. Diese stützen sich jedoch auf israelische Quellen, die in Bezug auf den Iran (welcher als Erzfeind der Israelis gilt) mit größter Vorsicht zu genießen sind.

Den Berichten zufolge geht es bei den „Informationen“ (eher fabrizierte Indizien) darum, dass Mossad-Agenten den mutmaßlichen Al-Kaida-Vizechef Abu Muhammad al-Masri im letzten August in Teheran getötet haben sollen. Er gilt als ein Drahtzieher der Bombenanschläge auf zwei US-Botschaften in Afrika 1998.

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Nun stellt sich die Frage, was Pompeo mit dieser Veröffentlichung bezweckt. Will er einer nachfolgenden Biden-Administration vielleicht ein faules Ei legen, weil diese einen Entspannungskurs gegenüber Teheran fahren könnte?

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