Nord Stream 2: Kritik von Polen und der Ukraine

Polen und die Ukraine verschärfen ihre Kritik an Deutschland, weil Berlin an der Erdgaspipeline Nord Stream 2 festhält.

Von Redaktion

Die Botschafter Polens und der Ukraine üben heftige Kritik an der vom Land Mecklenburg-Vorpommern gegründeten Klimastiftung, mit der US-Sanktionen gegen die Gaspipeline Nord Stream 2 unterlaufen werden sollen. „Das ist ein Handeln im Sinne von Germany First“, sagte der polnische Vertreter Andrzej Przylebski dem Focus.

Das deutsch-russische Projekt spalte die EU und untergrabe die Sicherheit seines Landes und der baltischen Staaten. Wobei angemerkt werden muss, dass sich Polen seit dem Ende der UdSSR stets eine äußerst Moskau-kritische Linie einnahm und die Pipeline vor allem deshalb attackiert, weil sie die Territorien der osteuropäischen Länder umgeht.

Andrij Melnyk, Botschafter der Ukraine, wirft Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) vor, „mit Zynismus Märchen zu erzählen“. Sollte Nord Stream 2 in Betrieb genommen werden, sieht Melnyk einen „geopolitischen Vertrauensverlust Deutschlands mit kaum reparablen Folgen für die Zukunft Europas“. Der Nachgeschmack werde „sehr bitter sein und lange Jahre die Atmosphäre vergiften“.

Dabei vergisst der ukrainische Botschafter mitzuteilen, dass es gerade die Ukraine war, die immer wieder für Westeuropa bestimmte Gaslieferungen aus Pipelines abzapfte, oder Moskau mit der Blockade von solchen Lieferungen erpresste. Insbesondere seit dem Maidan-Putsch 2014 haben die ukrainischen Regierungen die Beziehungen zum großen Nachbarn im Osten beständig verschlechtert.

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Schwesig ließ erklären, dass sie „die Position der Botschafter mit Respekt zur Kenntnis nehme“. Aber: „Sie überzeugt uns nicht.“ Die mehrheitlich vom russischen Staatskonzern Gazprom beherrschte „Nord Stream 2 AG“ steckt 20 Millionen Euro in die Klimastiftung, das Land Mecklenburg-Vorpommern 200.000 Euro. Auch Klima- und Umweltschützer haben sich bereits distanziert.

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Dabei ist das russische Erdgas deutlich „klimafreundlicher“ als das US-Frackinggas, welches gerade von den Transatlantikern in Europa aus politischen Gründen bevorzugt wird.

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Ein Kommentar

  1. Die Ukraine erhielt viel Geld, um Gas zu pumpen. Er erpresste auch Europa, indem er sich weigerte, Gas zu pumpen. Geschichte existierte bereits. Und mit Nord Stream 2 können Sie Gas billiger bekommen als Flüssiggas. Es gibt einen Hub nicht nur in Deutschland, sondern auch in Astria. Beide Länder können bereits Gas an europäische Länder verkaufen. Und natürlich nach Polen und in die Ukraine. bei Bezahlung der Lieferung.
    Gas wird nicht nur als Brennstoff verwendet, sondern auch in der chemischen Industrie. Dies ist die Wiederaufnahme der Produktion und neuer Arbeitsplätze. Dies ist ein Ausweg aus der Krise, die aufgrund der Pandemie ausgelöst wurde
    Die Menschen sollten in der Zukunft sein, und Arbeit schafft Vertrauen in sie.

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