Morde: USA auf dem Weg zu neuen Rekorden

Im vergangenen Jahr erreichte die Zahl der Tötungsdelikte in den Vereinigten Staaten ein Niveau, das seit fast drei Jahrzehnten nicht mehr erreicht wurde.

Von Redaktion

Überall in den Vereinigten Staaten machen die Lokalzeitungen dieselben Schlagzeilen: ein rekordverdächtiges Jahr in Sachen Morde. Die Morde beschränken sich meist auf arme, von Minderheiten bewohnte Gegenden, und viele sagen, dass dies der Grund dafür ist, dass die Gewalt sowohl ignoriert als auch unbehandelt bleibt.

Die Lockdowns in den Vereinigten Staaten wurden weithin dafür kritisiert, dass sie ohne offensichtliche Rücksicht auf die Auswirkungen auf die Unterschicht erlassen wurden. Das Hinzufügen von Lockdowns zu den schlechten Wohnverhältnissen, dem mangelnden Zugang zu Lebensmitteln, der Polizeibrutalität und anderen endemischen Problemen stellte eine unerträgliche Belastung für diejenigen dar, die es sich am wenigsten leisten konnten.

Das enorme wirtschaftliche Leid verringerte auch die Einnahmen von Amerikas zügellosen Bandenaktivitäten – von denen viele behaupten, dass sie von korrupten Polizisten unterstützt werden – und löste verstärkte Kämpfe um Marktanteile aus.

Aber Chicago – die drittgrößte Stadt der Nation – ist bezeichnend: Fast die Hälfte aller Schießereien fand in nur 7 Prozent der Viertel statt, die von armen Afro- und Latino-Amerikanern dominiert werden. In diesen Vierteln fehlt es nicht nur an Schulen, Arbeitsplätzen und Gesundheitsversorgung, sondern auch an Gehwegen und Mülleimern, weil sich sowohl private Banken als auch die Regierung weigern, selbst grundlegende Investitionen zu tätigen.

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Aber die Schuld kann nicht nur auf Corona geschoben werden: In 75 der 100 größten Städte des Landes gab es im ersten Quartal 2020 einen Anstieg der tödlichen Schießereien. Amerikas Armut und Instabilität sind seit der Wirtschaftskrise 2008 in die Höhe geschossen, aber Amerikas Missachtung der Armen aller Couleur reicht viel weiter zurück.

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Der höchste Anstieg der Morde von Jahr zu Jahr, der jemals im städtischen Amerika verzeichnet wurde, betrug 13 Prozent. 2020 gab es einen geschätzten Anstieg von fast 40 Prozent.

Die Entscheidung der politischen Eliten der Nation, ein zweites Haushaltsstimulus erst nach der Präsidentschaftswahl zu verabschieden, wird weithin für die Vergrößerung der instabilen Bedingungen verantwortlich gemacht, die unweigerlich die Rekordtragödien von 2020 provozierten.

Es ist davon auszugehen, dass die Gewalt auch in diesem Jahr nicht abnehmen dürfte. Mit den anhaltenden Lockdowns bricht die US-Realwirtschaft sukzessive zusammen und immer mehr Unternehmen schlittern in die Insolvenz, bzw. müssen Mitarbeiter entlassen. Mit der wachsenden Armut – während die Superreichen immer reicher werden – steigt allerdings auch das Gewaltpotential.

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