Lockdowns vernichten die deutsche Gastronomie

Die Gastronomie ist ohnehin ein Geschäftszweig, in dem es immer wieder zu Insolvenzen kommt. Doch die Lockdowns verschärfen die Lage dramatisch.

Von Michael Steiner

Es ist weithin bekannt, dass die Gastronomie zu jenen Branchen mit den höchsten Insolvenzraten gehört. Hohen laufenden Kosten stehen oftmals nur geringe Gewinnmargen gegenüber. Auch wenn die vergleichsweise hohen Preise für Gerichte und Getränke etwas anderes vermuten lassen.

Doch die von der Politik durchgesetzten Zwangsschließungen, die auf politischem Aktionismus und nicht auf wissenschaftlichen Erkenntnissen beruhen, sorgen für eine Insolvenzwelle in der Branche, die wohl unvergleichlich sein dürfte. Immerhin trifft es die Unternehmen im gesamten Bundesgebiet gleichermaßen und jene in den Tourismusgegenden noch mehr.

So rechnet der Branchenverband Dehoga damit, dass die deutsche Gastronomie trotz der Lieferdienste im Januar rund 80 Prozent der für diesen Monat geplanten Umsätze verlieren wird. Ein weiterer herber Schlag nach den ohnehin schon sehr schwierigen vorangegangenen Monaten, die bereits massivst an den Reserven gezehrt haben.

“Wir gehen davon aus, dass 70.000 Betriebe die Krise nicht überstehen werden. Zu Ende Januar haben die meisten Betriebe unserer Branche mehr als fünf Monate geschlossen”, so Ingrid Hartges, Hauptgeschäftsführerin des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes, zur “Rheinischen Post”. Das seien fünf Monate ohne Einnahmen bei weiterlaufenden hohen Kosten – das überstünden auch die gesündesten Unternehmen nicht. Damit stünden “Hunderttausende Jobs auf dem Spiel”.

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Doch die von der Bundesregierung angekündigten Hilfeleistungen bleiben weitestgehend aus, obwohl diese dazu beitragen könnten, dass zumindest einige Gastronomen nicht endgültig aufgeben müssten. Im Juni seien bei den Überbrückungshilfen fast 25 Milliarden Euro angekündigt worden, “aber für die Überbrückungshilfen I und II sind bis heute keine drei Milliarden Euro bei den notleidenden Unternehmen angekommen”.

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Man darf auch die Folgewirkungen dieser Insolvenzen nicht unterschätzen. Von den Zulieferern (z.B. die Brauereien) bis hin zu den Banken werden die Zahlungsausfälle enormen Schaden anrichten. Da hängt ein ganzer Rattenschwanz dran, der mit der Gastronomie leidet.

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Ein Kommentar

  1. Die Situation in Österreich ist die gleiche wie in Deutschland. Lieferung oder Bestellung unterwegs ist nicht die richtige Lösung. Der Gewinn ist viel geringer als der Gewinn der Restaurantbesucher. Die Lieferfähigkeit ist schlecht, nicht jedes Restaurant kann es sich leisten, einen Lieferservice zu haben. Auch hier sind die meisten Besucher Touristen. Es ist unmöglich, den Gewinn zu decken, den Touristen aus der Lieferung erzielt haben.
    Wiederum profitierten bestimmte Restaurants nur von Mitarbeitern in Büros in Business Center Wien. Nachdem sie geschlossen hatten, hatten sie ernsthafte Probleme. Darüber hinaus zahlten Geschäftszentren, Hotels und Restaurants enorme Steuern an die Regierung. Wenn sie schließen müssten, könnten sie sie nicht an das Länderbudget zahlen. Ein geringeres Einkommensbudget bedeutet, dass das Land dieses Geschäft noch lange nicht unterstützen kann. Und dies ist eine große Anzahl von Menschen, über die wir sprechen und die möglicherweise ohne Einkommensquelle zurückbleiben können.

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