Lebensmittel werden weltweit teurer

UN-Berechnungen zufolge steigen die Lebensmittelpreise weltweit wieder an. Das bietet Potential für Unruhen.

Von Marco Maier

Die Food and Agricultural Organization (FAO) der Vereinten Nationen erhebt monatlich einen Preisindex für landwirtschaftliche Produkte und Lebensmittel. Dieser stieg nun den siebten Monat in Folge an. Insbesondere in Sachen Milchprodukte und Pflanzenöl steigen die Kurven steil an.

Der FAO-Lebensmittelpreisindex lag im vergangenen Monat bei durchschnittlich 107,5 Punkten gegenüber 105,2 Punkten im November.

Der Benchmark, der die globalen Lebensmittelpreise für Getreide, Ölsaaten, Milchprodukte, Fleisch und Zucker abbildet, lag im Jahr 2020 bei durchschnittlich 97,9 Punkten, was einem Dreijahreshoch und einem Anstieg von 3,1 Prozent gegenüber 2019 entspricht.

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Der globale Nahrungsmittelindex lag immer noch 25 Prozent unter seinem historischen Höchststand aus dem Jahr 2011.

Die Preise für Pflanzenöl stiegen im Dezember um 4,7 Prozent gegenüber dem Vormonat, nachdem sie im November um mehr als 14,0 Prozent angestiegen waren. Im Jahr 2020 lag der Index um 19,1 Prozent höher als im Vorjahr.

Die FAO erklärte, dass die steigenden Pflanzenölpreise auf die „anhaltende Angebotsknappheit in wichtigen Palmöl produzierenden Ländern zurückzuführen sind. Der internationale Handel wurde durch eine starke Erhöhung der Exportzölle in Indonesien beeinträchtigt. Die internationalen Preise für Sojaöl stiegen zum Teil aufgrund der anhaltenden Streiks in Argentinien, die sich sowohl auf die Pressaktivitäten als auch auf die Hafenlogistik auswirkten.“

Die Getreidepreise stiegen gegenüber November um 1,1 Prozent und für das gesamte Jahr 2020 um durchschnittlich 6,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Grund für den Anstieg ist, dass die Exportpreise für Weizen, Mais, Sorghum und Reis im letzten Monat aufgrund wachsender Konditionssorgen in Nord- und Südamerika und der Russischen Föderation gestiegen sind.

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Der Fleischindex stieg im letzten Monat um 1,7 Prozent, während er in diesem Jahr im Durchschnitt um 4,5 Prozent unter dem Wert von 2019 lag.

Doch da die Tiere oft mit Getreide und Soja gefüttert werden, dürfte auch dort bald schon ein weiterer Preisanstieg kommen. Zudem ist die Schweinefleischkrise in China aufgrund der weiter anhaltenden Verbreitung der Afrikanischen Schweinepest noch längst nicht ausgestanden.

Wie man anhand der obigen Grafik erkennt, gab es kürzlich einen erneuten starken Anstieg bei den Lebensmittelpreisen an den Agrarmärkten, was angesichts der anhaltenden Lockdowns und Beschränkungen rund um den Erdball noch längst nicht das Ende der Fahnenstange sein dürfte.

Doch je stärker die Lebensmittelpreise steigen, umso wahrscheinlicher werden Unruhen und Proteste in der Bevölkerung. Insbesondere in den ärmeren Ländern, in denen die Nahrungsmittelversorgung ohnehin schon kritisch ist und eine zunehmende Zahl von Menschen hungert, weil infolge der Lockdowns das wirtschaftliche Leben stark eingeschränkt wird.

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