FFP2-Masken in der Kritik

An den FFP2-Masken gibt es zunehmend Kritik von Experten und Forschern, weil diese für Viren durchlässiger sind als gefordert.

Von Redaktion

Aerosol-Experten und Wissenschaftler haben Zweifel am hohen Wirkungsgrad von FFP2-Masken angemeldet. „Nicht alle Masken schützen so gut, wie es vielfach dargestellt wird“, sagte Maximilian Weiß, Geschäftsführer der Karlsruher Firma Palas, dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“.

Problematisch sei die Norm, nach der die Atemschutzmasken getestet werden. Palas produziert hochpräzise Geräte zur Messung von Partikeln in der Luft und hat nach eigenen Angaben die Wirksamkeit von mehr als 400 Masken in den vergangenen drei Monaten überprüft. Um die Masken verkaufen zu können, müssen Hersteller sie von Prüfstellen nach der Europäischen Norm EN 149 testen und zertifizieren lassen. Den Bestimmungen zufolge dürfen die „filtrierenden Halbmasken“ einen maximalen Durchlassgrad von sechs Prozent aufweisen.

Dieser Wert bezieht sich aber auf Teilchen aus einem breiten Spektrum von Staubpartikeln und Aerosolen mit verschiedenen Größen. Es gibt keine spezielle Prüfung einzelner Kategorien von Partikelgrößen. Untersuchungen von Professor Achim Dittler, Experte für Gas-Partikel-Systeme am Karlsruher Institut für Technologie, haben ergeben, dass Teilchen verschiedener Größe unterschiedlich abgeschieden werden. So könnten Masken zwar insgesamt 94 Prozent der Partikel aus den Test-Aerosolen abscheiden.

Gleichzeitig könnten Teilchen „in einem Größenbereich, der nach heutigem Wissensstand Corona-Partikel in der Luft transportiert“, nur um 80 Prozent herausgefiltert werden, sagte Dittler dem RND. Der Forscher hat die Ergebnisse seiner Studien im Dezember vorveröffentlicht und beim Fachblatt „Journal of Aerosol Science“ eingereicht. Die Begutachtung durch andere Experten läuft. Auch die Tests von Palas haben laut Geschäftsführer Weiß ergeben, dass bei 80 Prozent der Masken deutlich weniger als die 94 Prozent der Schwebeteilchen zurückgehalten werden. Weiß fügte hinzu: „Zugelassene und mit CE-Kennzeichnung versehene FFP2-Masken hatten zum Teil einen Durchlassgrad von mehr als 30 Prozent im Bereich der Viruspartikeln.“

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Roland Ballier, Arzt und Sachverständiger für Medizintechnik, spricht von einem Prüfchaos. „Eine vergleichende Bewertung von Schutzmasken ist nicht möglich und der bestmögliche Schutz durch Kauf von Masken mit den besten Prüfergebnissen ist nicht gewährleistet.“ Er fordert deshalb bessere Messverfahren bei den Tests.

Andererseits gibt es auch Bedenken über die Tragedauer solcher Masken. Diese erschweren nämlich die Atmung umso stärker, je undurchlässiger sie sind.

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