China rühmt sich, dass uigurische Frauen keine “Gebärmaschinen” mehr sind

Nach der “Ausrottung des Extremismus” unter der uigurischen Minderheit seien die Frauen keine “Gebärmaschinen” mehr, so die chinesische Führung.

Von Redaktion

Die chinesische Regierung mag über 1 Million türkisch-muslimische Uiguren in Internierungslagern festhalten – wo sie Zwangsarbeit, willkürlicher Inhaftierung, Folter, körperlichem und sexuellem Missbrauch und Familientrennung ausgesetzt sind – aber laut der KPCh wurde durch die “Ausrottung des Extremismus der Geist der uigurischen Frauen in Xinjiang emanzipiert und die Gleichstellung der Geschlechter und die reproduktive Gesundheit gefördert.”

Deshalb sind sie “nicht länger Gebärmaschinen” und sind “selbstbewusster und unabhängiger”, so die Führung in Peking.

Laut China Daily wurden diese Veränderungen nicht durch “Zwangssterilisation” verursacht (obwohl uigurische Frauen aussagten, dass Beamte in Umerziehungslagern sie zwangen, unbekannte Drogen zu nehmen, eine “weiße Flüssigkeit” zu trinken, die sie bewusstlos machte, und ihnen eine Substanz zu injizieren, die die Menstruation stoppte) – stattdessen sagen sie, dass ein “signifikanter Rückgang der natürlichen Bevölkerungswachstumsrate” auf die Förderung der reproduktiven Gesundheit und der Familienplanungspolitik zurückzuführen sei.

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Im Jahr 2017 überarbeitete Xinjiang seine Verordnungen zur Bevölkerungs- und Familienplanung und legte fest, dass alle ethnischen Gruppen eine einheitliche Familienplanungspolitik umsetzen sollten, die es Paaren in städtischen Gebieten erlaubt, zwei Kinder zu bekommen, und denen in ländlichen Gebieten drei.

Der Bericht des Forschungszentrums besagt, dass Paaren im gebärfähigen Alter in Xinjiang nun sichere, wirksame und angemessene Verhütungsmaßnahmen zur Verfügung stehen und ihre persönlichen Entscheidungen über die Verwendung dieser Maßnahmen – zu denen auch die Eileiterunterbindung und das Einsetzen von Intrauterinpessaren gehören – vollständig respektiert werden.

Eine Untersuchung der Associated Press legt anderes nahe.

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Während einzelne Frauen schon früher über die erzwungene Geburtenkontrolle gesprochen haben, ist die Praxis viel weiter verbreitet und systematischer als bisher bekannt, laut einer AP-Untersuchung, die auf Regierungsstatistiken, staatlichen Dokumenten und Interviews mit 30 ehemaligen Gefangenen, Familienmitgliedern und einem ehemaligen Ausbilder des Gefangenenlagers basiert. Die Kampagne der letzten vier Jahre in der weit westlich gelegenen Region Xinjiang führt zu dem, was einige Experten eine Form von “demographischem Genozid” nennen.

Der Staat unterzieht Frauen aus der Minderheit regelmäßig Schwangerschaftskontrollen und zwingt Hunderttausende zu Intrauterinpessaren, Sterilisation und sogar Abtreibung, wie die Interviews und Daten zeigen. Auch wenn die Verwendung von Spiralen und Sterilisationen landesweit zurückgegangen ist, steigt sie in Xinjiang stark an.

Die Maßnahmen zur Bevölkerungskontrolle werden durch Masseninhaftierungen unterstützt, die sowohl als Drohung als auch als Strafe bei Nichteinhaltung dienen. Zu viele Kinder zu haben ist ein Hauptgrund, warum Menschen in Internierungslager geschickt werden, fand die AP heraus, wobei die Eltern von drei oder mehr Kindern von ihren Familien weggerissen werden, es sei denn, sie können hohe Geldstrafen zahlen. Die Polizei führt Hausdurchsuchungen durch und versetzt Eltern auf der Suche nach versteckten Kindern in Angst und Schrecken.

Allerdings beruhen die Maßnahmen der chinesischen Führung auch auf ethnischen Bedenken. Denn auch wenn die Han-Chinesen noch die absolute Mehrheit der Bevölkerung stellen, so befürchtet man in Peking längerfristig eine Umkehrung der Machtverhältnisse. Denn die derzeit rund zehn Millionen Uiguren (plus noch rund zwei Millionen an anderen muslimischen Minderheitenvölkern wie Kasachen oder Kirgisen) könnten in hundert Jahren bereits auf bis zu hundert Millionen Menschen anwachsen, während die Han-Chinesen aufgrund der niedrigen Geburtenraten immer weniger werden.

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2 Kommentare

  1. T.rkisch-m.slimische Uiguren – muss ich da noch mehr sagen? Was machen t.rkisch-m.slimische Leute -wie auch immer sie sich nennen mögen- in China?

    Demografischer G.nozid? – Der wird durch das Dauergebären eher von dieser Klientel gegenüber den Menschen der Länder, in die sie einw.ndern begangen. – Da brauchen wir garnicht bis nach Ch.na zu gucken, sondern nur vor die eigene H.ustür, wo dieses durch diese Klientel seit Jahrzehnten hierzuland stattfindet und sich fortsetzt mit Riesenschritten, so dass viel eher dadurch das Ausst.rben der einheimischen Bev.lkerung forc.iert wird und deren Unterw.rf.ng unter diese demografisch rasant wachsende Klientel durch Dauergeb.ren.

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