Bidens Verteidigungsminister bremst Trumps Truppenabzug aus Deutschland

Die Biden-Administration will viele Trump-Entscheidungen rückgängig machen. Darunter auch den Truppenabzug aus Deutschland.

Von Redaktion

Vielleicht wie erwartet, dauerte es nicht lange, bis die Biden-Administration damit begann, Trumps zuvor angeordnete Truppenreduzierungen zu bremsen, die in den letzten zwei Monaten seiner Präsidentschaft erfolgten, insbesondere in Deutschland, Irak und Afghanistan.

Die Verteidigungsanalyse- und Nachrichtenseite Military.com berichtet, dass der neue Verteidigungsminister unter der Biden-Administration, Lloyd Austin, den Abzug von 12.000 US-Truppen aus Deutschland prüft:

Verteidigungsminister Lloyd Austin hat sein Engagement zum Ausdruck gebracht, die engen Beziehungen zum NATO-Verbündeten Deutschland, die unter der Trump-Administration belastet wurden, zu festigen, und deutete an, dass der Plan, 12.000 US-Truppen aus dem Land abzuziehen, zur Diskussion steht.

Die vorherige Trump-Plan zur Reduktion von fast einem Drittel des gesamten amerikanischen militärischen Personals aus dem Land wurde vorhersehbar aus den Kongress-Ecken die bekannt für deren Aggressivität gegen Russland sind bekämpft. Einige amerikanische und europäische Sicherheitsbeamte haben den Schritt sogar als ein “Geschenk an Putin” genannt.

Loading...

Später im Dezember wurde mit dem National Defense Authorization Act 2021 versucht, den Abzugsbefehl außer Kraft zu setzen, und nach Angaben deutscher Offizieller Anfang des Jahres hat es noch keine nennenswerte Truppenbewegung aus dem Land gegeben.

Verteidigungsminister Lloyd Austin führte diese Woche Telefonate mit Vertretern der NATO-Verbündeten in Europa. Der Bericht von Military.com geht weiter:

In einem Telefongespräch mit seiner deutschen Amtskollegin, Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer, drückte Austin “seine Dankbarkeit gegenüber Deutschland aus, dass es weiterhin ein großartiger Gastgeber für die US-Streitkräfte ist, und drückte seinen Wunsch nach einem fortgesetzten Dialog über die US-Streitkräftelage in Deutschland aus”, so ein am Mittwoch veröffentlichter Pentagon-Bericht über den Anruf.

Er versuchte auch, “den Wert zu unterstreichen, den die Vereinigten Staaten auf die bilateralen Verteidigungsbeziehungen mit einem unserer engsten NATO-Verbündeten legen”, heißt es in dem Bericht von Pentagon-Pressesprecher John Kirby.

Allem Anschein nach sind die insgesamt rund 36.000 amerikanischen Truppen in Deutschland trotz des unter Esper initiierten Plans nirgendwo hin gegangen.

Lesen Sie auch:  Das Afghanistan-Debakel, Zalmay Khalilzad und der große Reset

Jüngste Umfragen in der deutschen Öffentlichkeit deuten auch darauf hin, dass die Hälfte oder mehr den Abzug der US-Truppen wünschen, nachdem sie seit dem Zweiten Weltkrieg dort sind. Aber wie es ein Kommentator auf Twitter ausdrückte, wollen viele Deutsche einen solchen Truppenabzug, doch gleichzeitig wählen sie Parteien, die diesen Truppenabzug nicht wollen.

Wie der Bericht über das Telefongespräch von Verteidigungsminister Austin abschließend feststellt, ist es “das jüngste Zeichen für die Absicht der Biden-Administration, die Politik des früheren Präsidenten Donald Trump umzukehren oder zu verwässern, der wiederholt den Wert der NATO für die USA in Frage gestellt und die Verbündeten mit Forderungen nach mehr Verteidigungsausgaben verunsichert hat.”

Teilen Sie diesen Artikel:

Wir brauchen ihre Unterstützung!

Liebe Leser, wenn Sie keine Premiumartikel lesen möchten, aber uns dennoch unterstützen wollen, dann können sie das auch mit einer Spende auf unser Bankkonto tun. Fragen Sie per eMail: redaktion@contra-magazin.com nach den Bankdaten oder übersenden Sie einen Unterstützungsbeitrag einfach per Paypal. Danke für Ihre Hilfe!

Loading...

Ein Kommentar

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.