Avanciert Schröder zum Russland-Kritiker?

Altkanzler Gerhard Schröder hat sich in den letzten Jahren oft als Kritiker des Westens in Sachen Russland-Politik profiliert. Das scheint sich zu ändern.

Von Marco Maier

Noch im Jahr 2019 echauffierten sich die deutschen Medien darüber, dass Altkanzler Gerhard Schröder die Wiedervereinigung der Krim mit Russland nach einem Referendum im Jahr 2014 verteidigte.

“Die Krim ist altes russisches Territorium. Zu Sowjetzeiten war es egal, wo die Krim territorial aufgehoben war. Jetzt aber nicht mehr”, sagte Schröder laut der „Bild“-Zeitung damals vor Unternehmern in Brandenburg. Man könne „natürlich auch die juristische Auffassung vertreten, dass das nicht Abtrennung war, sondern eine durch die Bevölkerung genehmigte, also keine aggressive“ Handlung sei, so der Altkanzler.

Doch nun scheint er plötzlich seine Meinung geändert zu haben. Er hat die Einverleibung der Krim als “klaren Bruch des Völkerrechts” bezeichnet, und er findet auch ansonsten ungewöhnlich kritische Worte für Russland. Sanktionen gegenüber Russland lehnte er aber trotzdem ab.

“Davon halte ich nichts, weil ich nicht sehe, was sie erreichen sollen”, sagte er dem “Spiegel”. “Es wird keinen russischen Präsidenten geben, der die Krim wieder rausrückt.” Russland habe freilich Grenzen überschritten, “die nicht überschritten werden sollten”. Als Beispiel nannte Schröder den jüngsten “Hackerangriff unter anderem auf den Bundestag”.

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Der Sozialdemokrat kritisierte auch, dass der Kreml Beziehungen zu Parteien wie der AfD unterhalte. “Das halte ich für einen Fehler. Ich kann das nicht nachvollziehen.”

Woher der plötzliche Sinneswandel kommt ist allerdings nicht klar.

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2 Kommentare

  1. Der Vogel windet und wendet sich wie eine hinterlstige Schlange. Ersprechen mit gespaltener Zunge. Derer denkt nur an Kohle. Die Sniper warten schon.

  2. Ich behaupte mit Nichtwissen, “Acker” Schröders Rußland-Kritik erging deshalb, weil ‘Vlad’ ihn nicht zum Eisbaden eingeladen hat. Der britische ‘Telegraph’ publizierte ein Foto welches Putin bei der Feier des Epiphania-Festes am 6.1. zeigte: 240 km nördlich von Moskau im Seliger-See hatte man ein Loch in Kreuzform gesägt, der Priester das Wasser gesegnet und darin stand ‘Vlad’ mit nackter Brust, bei minus 20°C Lufttemperatur . . .+

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