„Wo ist der Beweis für das 70 Prozent ansteckendere mutierte Covid?“

Wissenschaftler fragen sich, wo der Beweis für die angeblich so sehr ansteckendere neue Covid-Variante aus England ist. Immerhin zirkuliere sie bereits seit September.

Von Redaktion

Wegen einer angeblich um 70 Prozent ansteckenderen Variante von Sars-CoV-2 die ihren Ursprung in England haben soll, dreht die Welt gerade durch. Doch immer mehr Wissenschaftler üben Kritik an dieser Behauptung.

@KizzyPhD bietet etwas Kontext:

Sie werden von einer Million und einer Variante von Viren lesen und hören, weil Viren von Natur aus mutieren. Es ist beängstigend, ich weiß. Aber ein paar Aminosäuren sind nicht dasselbe wie ein ganz neuer Virusstamm, so wie man uns beigebracht hat, über die Grippe zu denken.

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Was oft passiert, ist selektiver Druck. Wenn das Virus übertragen wird, lernt es, wie es besser übertragen werden kann. Deshalb hört man „schneller zirkulierend als die letzte Variante“…

Aber geraten Sie deswegen nicht in Panik. Es wird eine große Menge an genetischer Vielfalt nötig sein, um die aktuellen Impfstoffe komplett unbrauchbar zu machen… Und hier ist der Grund dafür:

Im Gegensatz zu monoklonalen Antikörpertherapien erzeugen Impfstoffe (insbesondere solche, die das ganze Spike-Protein verwenden) polyklonale Antikörperantworten. Das bedeutet, dass die Antikörper, die Ihr geimpfter Körper bilden wird, in der Lage sein werden, den Coronavirus-Spike an mehreren Stellen zu binden… nicht nur an einer.

Erinnern Sie sich an den April, als die Medien Sie alle wegen einer Mutation verängstigt haben…

Dann kam die D614G-Mutation, die uns die Gutachter auf den Hals hetzte… und dann boom… in der Mausstudie fügten wir Ergebnisse hinzu, die zeigten, dass „mRNA-1273 potente neutralisierende Antikörperantworten sowohl auf den Wildtyp (D614) als auch auf die D614G-Mutante SARS-CoV-2 induziert“. (Nature)

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Alles in allem sollten Sie sich durch diese Pandemie nicht mehr beunruhigen lassen, als Sie es bereits getan haben.

In der Tat mutiert das Virus immer wieder…

Aber wo kommen die Behauptungen her, wonach die neue Mutation um 70 Prozent ansteckender sein soll?

Die Daily Mail berichtet, dass Carl Heneghan, Professor für evidenzbasierte Medizin am Nuffield Department of Primary Care der Universität Oxford, Skepsis gegenüber der Zahl von 70 Prozent geäußert hat.

„Ich mache diesen Job seit 25 Jahren und ich kann sagen, dass man in so kurzer Zeit keine quantifizierbare Zahl ermitteln kann“, sagte Heneghan.

„Jeder Experte sagt, dass es zu früh ist, eine solche Schlussfolgerung zu ziehen“, fügte der Professor hinzu.

„Ich würde sehr klare Beweise haben wollen, anstatt ‚wir denken, dass es übertragbarer ist‘, damit wir sehen können, ob es das ist oder nicht“, fuhr Heneghan fort.

„Es hat massive Auswirkungen, es verursacht Angst und Panik, aber wir sollten nicht in dieser Situation sein, wenn die Regierung Daten herausgibt, die nicht quantifizierbar sind“, forderte der Professor weiter.

„Sie passen die Daten an die Beweise an. Sie sehen, dass die Fälle steigen, und sie suchen nach Beweisen, um das zu erklären“, erklärte Heneghan.

Der „mutierte Stamm“ ist laut Regierung seit September im Umlauf, und Premierminister Boris Johnson rechtfertigte damit buchstäblich die Absage von Weihnachten.

Professor Heneghan betonte jedoch, dass, wenn dieser Stamm wirklich so viel ansteckender ist, „wir das ganze Land abriegeln sollten“.

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Die Daten, die die Regierung über den „neuen Stamm“ von Covid hat, stammen aus der Analyse des Beratungsgremiums The New and Emerging Respiratory Virus Threats Advisory Group (Nervtag).

Doch wenn diese Variante bereits seit September in England zirkuliert, warum hat sie dann noch nicht die Mehrheit der Fälle ausgemacht? Immerhin hat sie ja angeblich eine deutlich höhere Verbreitungsrate als andere Varianten. Werden wir wieder einmal komplett veräppelt?

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Ein Kommentar

  1. Guter Artikel, der vieles erklärt. Leider guckt wieder kein Schwein hinein.

    Fast alle Viruserkrankungen erzeugen Immunität gegen eine Zweiterkrankung.
    Gesundete zu impfen, mit der Begründung, sie könnten das Virus trotzdem noch übertragen, ist absurd, weil Geimpfte das Virus genauso übertragen können.
    Die Mutation sind zwar infektiöser, aber gleichzeitig auch harmloser für ihren Wirt. Von Mutationen wird seit Monaten berichtet.
    Und wer sich gezwungener Maßen mit Viren beschäftigt hat, wußte das ohnehin.

    Und das beste kommt ja eben doch zum Schluß:

    „Abwasserproben vom 12. März 2019 waren positiv

    In Spanien haben Wissenschaftler, wie sie in einem auf medRxiv am 27. Juni veröffentlichten Preprint schreiben, in zwei Kläranlagen von Barcelona zwischen 13. April und 25. Mai 2020 wöchentlich Proben auf Sars-CoV-2 durchgeführt, aber auch tiefgefrorene Proben vom Januar-März 2018, vom Januar, März, September-Dezember 2019 und vom Januar-März 2020 auf Sars-CoV-2 mit einem PCR-Test von Invitrogen, Life Technologies, durchsucht. In den zwei Kläranlagen nahm die Virenmenge von April bis Ende Mai 2020 zunehmend ab, bis schließlich Sars-CoV-2 nicht mehr nachgewiesen werden konnte, während in Abwasserkanälen weiterhin Virengenome nachgewiesen wurden.“ telepolis

    Die Maske ist der einzige Beweis für das Virus.

    Teilt man die Death-Curve durch die Recovered-Curve, liest sich das so: Die Corona-Sterberate ist in den Vereinigten Staaten ganz ohne Impfung von 59% Mitte April auf 2% Ende Dezember gesunken. Wenn das kein Erfolg ist?

    (ich muß mal aufhören, die doofen Zahlen zu sammeln; das macht süchtig)

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