Postbank schafft Gratis-Konto für die meisten Kunden ab

Die meisten Kunden der Postbank werden in Zukunft für ihr Konto bezahlen müssen, so sie nicht mehr als 3000 Euro im Monat verdienen. Die Zeit des Gratis-Konto ist vorbei, aber die Kunden bekämen auch sehr viel für ihre 3,90 im Monat, meint Vorstand Susanne Klöß. 

Millionen von Postbank-Kunden müssen künftig erstmals eine Gebühr für das Girokonto zahlen. Vom 1. November an soll das Basiskonto bei der Postbank 3,90 Euro im Monat kosten, berichtet die “Süddeutsche Zeitung”. Bisher war es mit 5,90 Euro zwar teurer, die Gebühr wurde aber nur für Kunden fällig, bei denen weniger als 1.000 Euro im Monat eingingen. Damit werde die Mehrheit der Kunden künftig überhaupt erstmals Gebühren zahlen – jene mit einem Gehaltseingang von mehr als 1.000 Euro.

Dabei ist es beispielsweise äußerst einfach und bequem, via Online-Banking Zahlungen durchzuführen. Beispielsweise im Online-Casino, wo es sogar noch Boni obendrauf gibt. Damit könnte man sich theoretisch sogar seine Gebühren wieder einspielen – und vielleicht sogar noch mehr, wenn man eine ordentliche Glückssträhne hat.

“Wir müssen raus aus dieser Welt, in der Girokonten querfinanziert wurden”, sagte Postbank-Vorstand Susanne Klöß. Die derzeitige Gratis-Kultur habe die Postbank selber mitbegründet. In der Zwischenzeit habe sich aber der Rahmen völlig verändert. In einer Welt mit höheren Zinsen habe eine Bank die Einlagen der Girokonto-Kunden anlegen und daher auf ein Entgelt für die Kontoführung verzichten können. “Natürlich geht es uns auch um die Erträge”, sagte Klöß. Die Postbank habe Mitarbeiter und Gesellschafter, denen sie gerecht werden müsse: “Wir brauchen ein nachhaltiges Geschäftsmodell.”

Neben dem Basis-Konto bietet die Postbank auch künftig ein Premium-Konto mit umfassenderen Leistungen an, das monatlich weiter 9,90 Euro kostet. Ab einem Gehaltseingang von 3.000 Euro ist es gratis; diese Grenze lag bisher bei 4.000 Euro. Neu eingeführt wird ein Online-Konto, das 1,90 Euro im Monat kostet. Das neue Gebührenmodell wirkt sich damit so aus, dass es für Kunden mit weniger als 1.000 Euro Gehaltseingang billiger wird – 3,90 statt bisher 5,90 Euro im Monat.

Klöß beziffert ihre Zahl auf rund eine Million. Die Mehrheit der Kunden, jene mit einem Gehaltseingang zwischen 1.000 und 3.000 Euro, zahlen künftig erstmals eine Gebühr – 3,90 Euro im Monat. Über 3.000 Euro Gehaltseingang können Kunden wiederum das kostenlose Premium-Konto nutzen. Auf die Frage, ob mit dem neuen Gebührenmodell die meisten Kunden mehr zahlen, sagte Klöß: “Ja, das ist so.” Aber sie bekämen auch etwas dafür: die komplette Kontoführung, das Online-Banking, mehr als 1.000 Filialen, 9.000 Stellen zur Bargeldversorgung.

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“Wenn man in Frankfurt eine Stunde parkt, kostet das 2,50 Euro”, sagte Klöß, die im Postbank-Vorstand für Produkte zuständig ist. “Darüber diskutiert kein Mensch. Hier reden wir von 3,90 im Monat, und da stelle ich nicht für zwei Stunden ein Auto ab, sondern bekomme einen echten Gegenwert in Form einer Dienstleistung.” Die Postbank führt 5,3 Millionen Girokonten. Sie ist damit nach den Sparkassen und Volksbanken die größte Privatkunden-Bank Deutschlands. Die Zahl der Girokonten, die 2015 stagnierte, ist nach den Worten von Klöß im ersten Halbjahr 2016 wieder gestiegen. “Aber klar, einige werden sich jetzt umorientieren. Ich bin nicht blauäugig”, sagte sie.

Auch andere Banken setzen zunehmend auf entsprechende Gebühren, um so ihre laufenden Kosten im Privatkundenbereich abzudecken. Dieser ist personalintensiver als andere Bereiche, wirft jedoch nicht dieselben Profite ab. Insofern ist es verständlich, dass sie versuchen, gerade dort mehr Geld einzunehmen.

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2 Kommentare

  1. "Wir müssen raus aus dieser Welt, in der Girokonten querfinanziert wurden",

    Die Frau hat absolut recht. Und nicht nur dort muss diese Quefinanziererei aufhören! Wenn der Schäuble ohne Arbeiten würd wäre manches viel leichter gesellschaftlich umsetzbar und die Lügerei der Kommunisten und Sozis hätt ein Ende.

  2. "In der Zwischenzeit habe sich aber der Rahmen völlig verändert."

    "Wir brauchen ein nachhaltiges Geschäftsmodell."

    Ist alles bereits gedroschenes Stroh. Auf den Punkt gebracht, hinterher klueger als vorher.

Kommentare sind geschlossen.