Pompeo: Russische S-400-Systeme in der Türkei gefährden US-Personal

Der US-Außenminister forderte Ankara auf, sich wieder an seine NATO-Verpflichtungen zu halten und NATO-interoperable Waffen zu kaufen.

Von Redaktion

In einem Telefongespräch mit dem türkischen Außenminister Mevlut Cavusoglu, sagte US-Außenminister Michael Pompeo die S-400 Luftabwehrsysteme, die die Türkei von Russland gekauft hatte, bedrohen die Sicherheit von US-Personal, so Department of State Principal Deputy Spokesperson Cale Brown in einer Erklärung.

In Bezug auf ein Telefongespräch zwischen den Top-Diplomaten der Vereinigten Staaten und der Türkei Anfang dieser Woche, sagte der Sprecher: “Minister Pompeo hat Außenminister Cavusoglu klar gemacht, dass der Kauf des S-400-Systems durch die Türkei die Sicherheit von US-Personal und Militärtechnologie gefährdet und den russischen Zugang zu den türkischen Streitkräften und der Verteidigungsindustrie ermöglicht.”

S-400. Bild: © Sputnik / Dmitriy Vinogradov

Laut der Erklärung forderte Pompeo seinen türkischen Amtskollegen auf, “die S-400-Frage in einer Weise zu lösen, die mit unserer jahrzehntelangen Geschichte der Zusammenarbeit im Verteidigungssektor übereinstimmt.”

Der US-Außenminister forderte Ankara außerdem auf, sich wieder an seine NATO-Verpflichtungen zu halten und NATO-interoperable Waffen zu kaufen.

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Zugleich versicherte der US-Spitzendiplomat, Ziel der Sanktionen Washingtons sei es, Russland an “erheblichen Einnahmen” zu hindern. Sie seien nicht dazu gedacht, die militärischen Fähigkeiten oder die Kampfbereitschaft der Türkei zu untergraben, fügte er hinzu.

Allerdings geht es dabei auch um die Kontrolle der USA über das militärische Gerät der Käuferländer. Sämtliches höherwertiges US-Militärgerät braucht zur Inbetriebnahme US-Codes. Kampfjets mit US-Technologie beispielsweise können ohne solche Codes nicht starten und die Freund-Feind-Erkennung verhindert, dass sich Alliierte mit US-Kriegsgerät gegen das US-Militär wenden können.

Am 14. Dezember verhängten die US-Behörden im Rahmen des Countering America’s Adversaries Through Sanctions Act Restriktionen gegen das Defense Industries Directorate der Türkei, seinen Chef und drei weitere türkische Staatsbürger – Mustafa Alper Deniz, Serhat Gencoglu und Faruk Yigit. US-Außenminister Michael Pompeo sagte, die Restriktionen seien eine klare Botschaft, dass die Vereinigten Staaten das CAATSA in vollem Umfang anwenden und “keine bedeutenden Transaktionen mit Russlands Verteidigungssektor tolerieren werden.”

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Moskau hat mit Ankara einen Vertrag über die Lieferung der S-400-Systeme im Jahr 2017 unterzeichnet. Die Türkei wurde das erste NATO-Land, das diese Systeme von Russland kaufte, was eine negative Reaktion aus den Vereinigten Staaten und der NATO im Allgemeinen hervorrief. Insbesondere sagte Washington, dass “die Entscheidung der Türkei, russische S-400 Luftverteidigungssysteme zu kaufen, ihr weiteres Engagement mit der F-35 unmöglich macht.”

Am 7. Dezember sagte der Chef der staatlichen Korporation Rostec, Sergej Tschemesow, dass der erste S-400-Vertrag mit der Türkei vollständig ausgeführt worden sei, alle Komponenten der Systeme an die Türkei geliefert worden seien und Russland die volle Zahlung erhalten habe.

Die S-400 Triumf (NATO-Berichtsname: SA-21 Growler) ist das modernste Langstrecken-Flugabwehrraketensystem, das 2007 in Dienst gestellt wurde. Es ist für die Zerstörung von Flugzeugen, Marschflugkörpern und ballistischen Raketen, einschließlich Mittelstreckenraketen, ausgelegt und kann auch gegen Bodenziele eingesetzt werden. Das S-400-System kann Ziele in einer Entfernung von 400 km und in einer Höhe von bis zu 35 km bekämpfen.

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