Iran-Konflikt: Israelisches U-Boot durchquert offen den Suez-Kanal

Die Spannungen im Nahen Osten steigen. Nach den USA schickt nun auch Israel ein U-Boot offen in Richtung Persischer Golf.

Von Redaktion

Israelische Medien berichteten Anfang dieser Woche weithin, dass ein israelisches U-Boot in einer beispiellosen Bewegung offen den Suez-Kanal auf dem Weg zum Persischen Golf als eine „Nachricht“ an den Iran durchquert hat.

Am Dienstag berichtete die Jerusalem Post: „Ein U-Boot der IDF-Marine durchquerte letzte Woche den Suezkanal als eine direkte Botschaft an den Iran, wie Kan News am Montagabend berichtete.“ In dem Bericht hieß es weiter: „Arabische Geheimdienstbeamte sollen gegenüber Kan News bestätigt haben, dass das israelische U-Boot den Kanal in Richtung Iran sichtbar über Wasser durchquert hat, in einem Akt, der als Botschaft an den Obersten Führer des Iran, Ali Khamenei, gedacht war.“

Die ägyptischen Behörden gaben die Genehmigung für die provokative Suezüberquerung, und das U-Boot passierte später auch das Rote Meer ohne Zwischenfälle.

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Die israelischen Verteidigungskräfte (IDF) kommentieren solche Manöver grundsätzlich nicht. Allerdings scheint sich das U-Boot in Richtung Persischen Golf zu bewegen. Das heißt: es stellt eine direkte Bedrohung für den Iran dar.

„Nach arabischen Geheimdienstberichten, die die Berichte bestätigt, passierte das U-Boot das Rote Meer und war auf dem Weg in Richtung des Persischen Golfs, in dem, was sie glauben, war als eine direkte Bedrohung für den Iran gemeint ist“, berichtet die Jerusalem Post weiter.

Sowohl Israel als auch die Vereinigten Staaten scheinen eine Botschaft der Abschreckung an die Islamische Republik zu koordinieren, da auch am Montag die US-Marine öffentlich bekannt gab, dass ihr Atom-U-Boot USS Georgia derzeit die Straße von Hormuz durchquert, die lebenswichtige Wasserstraße im Golf, in der die iranische IRGC häufig patrouilliert.

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Die iranische Führung hat in letzter Zeit wiederholt gedroht, dass sie sich an den Verantwortlichen für die Ermordung des Top-Atomwissenschaftlers Mohsen Fakhrizadeh außerhalb Teherans am 27. November rächen werde.

Später wurde bekannt, dass bei dem Angriff ein satellitengesteuertes Maschinengewehr mit „künstlicher Intelligenz“ verwendet wurde. Der Iran wirft Israel den Einsatz vor, welches diesen Anschlag wahrscheinlich mit Unterstützung des US-Geheimdienstes durchführte.

Die Region ist auch deshalb nervös, weil es weniger als zwei Wochen bis zum ersten Jahrestag der Ermordung des Chefs der IRGC Quds Force, General Qassem Soleimani, durch eine US-Drohne auf dem Bagdader Flughafen am 3. Januar 2020 sind. Aus diesem Grund bleiben die US-Streitkräfte in der Region, insbesondere die zum Iran hin stationierten, in höchster Alarmbereitschaft.

Die US-Marine hat außerdem Ende letzter Woche gemeinsame Kriegsübungen mit den Golf-Verbündeten in der Region durchgeführt (der Arabische Golf ist eine Anspielung auf den Persischen Golf):

Es bleibt unklar, ob das israelische U-Boot tatsächlich zusammen mit dem U-Boot der US-Alliierten in den Persischen Golf einfahren wird (oder vielleicht schon eingefahren ist).

Wenn dies der Fall ist, wird Israel dies sicherlich nicht ankündigen oder den Aufenthaltsort des Unterwasserfahrzeugs bekannt geben. Die IRGC würde dies als einen feindlichen Akt betrachten, der eine Eskalationskette in Gang setzen könnte, die zu einem totalen Krieg führt.

Entscheidend ist, dass all dieser Aufbau von Spannungen auch kommt, da der gewählte Präsident Joe Biden geschworen hat, die US-Beteiligung an dem Atomabkommen von 2015 (JCPOA) wiederherzustellen.

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Der Iran hat gesagt, dass Teheran „innerhalb einer Stunde“ zu dem Abkommen zurückkehren wird, wenn die USA keine zusätzlichen Bedingungen stellen oder versuchen, neu zu verhandeln. Präsident Trump hat unterdessen stark signalisiert, dass er beabsichtigt, alle derartigen zukünftigen Biden-Bemühungen zur Wiederherstellung des Abkommens zum Scheitern zu bringen. Derzeit geschieht dies durch verschärfte Sanktionen gegen die Islamische Republik.

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2 Kommentare

  1. Dem Artikel ist nachzutragen, daß es sich bei dem U-Boot um eines der Fahrzeuge handelt, die – auf einer deutschen Werft gebaut, vom BRD-Steuerzahler finanziert – dem Zionistenstaat Israel zur Aufrechterhaltung der Nahost-Hegemonie und Bedrohung der Anrainerstaaten g e s c h e n k t
    wurden. Die großkotzige Machtdemonstration und das Säbelrasseln vor der Tür des Iran ruft in Erinnerung, wie den Amis eine bitterböse Lektion erteilt wurde: Am 12.10.2000 wurde der im Hafen von Aden / Jemen dockende Lenkwaffenzerstörer USS ‚Cole‘ attackiert. In einem mit C-4-Sprengstoff gefüllten Fiberglasboot sprengten die 2 Selbstmordaktivisten in die linke Bordwand ein Loch, halb so groß wie ein von der Bausparkasse finanziertes Eigenheim. Resultat: 17 Tote, 37 Verwundete ! Die Initiatoren der al-Queda hatten bereits am 3.1.2000 mit einem abortiven Akt wegen dem mit Sprengstoff überladenen und gesunkenen Boot versucht, in Aden die USS ‚ The Sullivans‘ anzugreifen.
    Erinnert sei noch, als Prez Donald Trump am Beginn seiner Amtszeit einen Flugzeugträgerverband gen Iran in Marsch setzte. Ein Korvettenkapitän der spanischen Marine, der in der NATO-Dependance Southern Command, Neapel, im Planungsstab tätig war und mit dem ich im Fitness-Zentrum Eisen pumpe, sagte, diese – militärisch gesehen – dumme Entscheidung sei nur durch Glück ohne Zwischenfall verlaufen.
    Ein Angriff auf das Zionisten-U-Boot würde beweisen, wieviel Druck die deutsche Wertarbeit standhält . . .

  2. Die Entscheidung durch die Mandatsmächte, den Israelis einen eigenen Staat zu gewähren, war der Anlaß dieser ständigen gegenseitigen Bedrohungen und vermutlich wird es irgendwann mal im Chaos enden.

    Aus heutiger Sicht dürfte der Iran dann zu den Verlierern gehören und wenn sie Pech haben, dann werden sie von der Erde getilgt, wie weiland Karthago, daß zwar mächtig war und sich trotzdem überschätzt hat und Geschichte kann sich wiederholen und nur durch Augenmaß verhindert werden, denn im Gegensatz zum Iran haben die Israelis mächtige Gönner und solange dies der Fall ist, sollte man im eigenen Interesse agieren, denn nach der Zerstörung braucht man kein Salz mehr auf die Erde streuen um die Zukunft zu verhindern, das wird heute auf andere Art erledigt und daran will doch kein Mensch denken, wenn er noch alle Tassen im Schrank hat.

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