Eine Perlenkette auf der gegenwärtigen Stufe der großen Weltpolitik

Der Begriff „Perlenkette“ wird allgemein verwendet, um die umfassende Strategie der VR China zu bezeichnen, ihre Präsenz im Indopazifikraum umfassend auszubauen. Wir stellen sofort fest, dass, obwohl eine solche Strategie zweifellos vorhanden ist (z.B. in Form ihres wichtigsten Elements, nämlich des politischen und wirtschaftlichen Konzepts der „Belt and Road“-Initiative), dieser Begriff in China selbst nicht verwendet wird. Denn er ist, wie man sagt, nicht „lokalen“ Ursprungs.

Er verdankt sein Erscheinen der amerikanischen Politikwissenschaft der späten neunziger und frühen zweitausend Jahre, die damals recht hochwertig war, die Lage in der Welt angemessen beurteilen und ihre wahrscheinlichste Entwicklung gut vorhersagen konnte.

Die wichtigste dieser Vorhersagen war die Vorhersage der Umwandlung der Volksrepublik China (in den nächsten zehn Jahren) in eine zweite Weltmacht und damit zum geopolitischen Hauptgegner Washingtons, das sich nach dem Ende des Kalten Krieges allein an der Spitze der militärisch-politisch-ökonomischen Welthierarchie wiederfand. Diese Prognose erwies sich sowohl inhaltlich als auch zeitlich als zutreffend.

Man beachte die prompte Reaktion der damaligen politischen Führung der Vereinigten Staaten auf diese Prognose und dass eine solche „Verbindung“ zwischen der Wissenschaft und der herrschenden Elite im Allgemeinen nicht überall und nicht immer stattfindet. Unter den damals getroffenen Präventivmaßnahmen (zu denen zweifellos die Invasion in Afghanistan nach den berüchtigten „Ereignissen des 11. September 2001“ gehörte) wurde der Umwandlung Indiens in ein „natürliches Gegengewicht“ zu China der wichtigste Platz eingeräumt.

Damals wurde das Konzept der „Perlenkette“-Strategie, an der die VR China angeblich in Bezug auf Indien festhält, in den politischen Raum geworfen (von Washington aus, wir werden dies noch einmal betonen). Diese Strategie bestand darin, den vorherrschenden Einfluss Pekings auf die Länder in unmittelbarer Nachbarschaft Indiens zu erobern. Auf dem kontinentalen Territorium gehören dazu Myanmar, Bangladesch, Nepal, Pakistan. Im Becken des Indischen Ozeans sind dies Sri Lanka, die Malediven und die Seychellen. Seit kurzem umfasst dieser „Faden“ auch die Länder des Persischen Golfs und Ostafrikas.

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Lassen Sie uns betonen, dass die oben erwähnte „Füllung“ keineswegs nur ein Produkt spekulativer Konstruktionen einiger überseeischer politischer Besserwisser war. Wie jede Provokation eines ähnlichen Plans (zum Beispiel jene, die darauf abzielten, einige „schlechte“ Regierungen zu stürzen), erwies sich auch dieser nur aus einem Grund als durchführbar: Wie man sagt, haben sich „vor Ort“ mehr oder weniger geeignete Bedingungen entwickelt.

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Eine Analyse von Vladimir Terehov

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