Die Realitäten und Aussichten der türkischen Expansion in Zentralasien

In den letzten Jahrzehnten hat die Türkei den Anspruch erhoben, die Rolle einer neuen regionalen Supermacht zu spielen, und hat zunehmend begonnen, eine unabhängige Außenpolitik zu betreiben, die von vielen Politikwissenschaftlern als Neo-Osmanismus bezeichnet wird. Darüber hinaus haben die expansionistischen Ambitionen Ankaras sehr schnell zugenommen, und das Land versucht, sich nicht nur als Regionalmacht zu positionieren, sondern auch als ein Schlüsselstaat in etwas, das vorläufig „Afrasia“ genannt wird, was eine Verbindung zwischen Afrika, Asien und Europa bedeutet.

Der türkische Staatschef Tayyip Erdogan glaubt ernsthaft, dass Ankara diejenige ist, die in außenpolitischen Fragen im Nahen Osten und in Zentralasien eine vorrangige Rolle spielen sollte, da viele der Länder in dieser Region einst Teil des Osmanischen Reiches waren. So sind beispielsweise praktisch alle Länder, die am „arabischen Frühling“ 2011 beteiligt sind, Länder in der ehemaligen „osmanischen Umklammerung“: Ägypten, Tunesien, Libyen, Syrien und Jemen. Dasselbe gilt für viele Staaten in Zentralasien. Ausgehend von diesen Tatsachen sehen sich die Politiker, die derzeit in der Türkei am Ruder sind, berechtigt, sich aktiv an ihrer Politik zu beteiligen, oder zumindest so, wie es Großbritannien in Bezug auf den Commonwealth tut, oder wie es Frankreich in Bezug auf seine ehemaligen Kolonien und Länder der frankophonen Welt tut.

In diesem Zusammenhang hat Erdogan bei der Gestaltung seiner Expansionspolitik besonderes Gewicht auf die Schaffung der wesentlichen Voraussetzungen gelegt, um das „Territorium Turan“ als eine globale supranationale Einheit zu konsolidieren, die sowohl türkische als auch andere Völker Zentralasiens und Sibiriens vereint. Vor dem Hintergrund des Zusammenbruchs der UdSSR und des Endes der früheren politischen und militärischen Spaltung der Welt erlebte die türkische politische Elite zunächst tatsächlich eine gewisse Euphorie bei der Wiederherstellung von Kontakten, die sie in der gesamten „türkischen Welt“ verloren hatte.

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Der Kooperationsrat türkischsprachiger Staaten wurde gegründet, und die Internationale Organisation für Türkische Kultur, die Türkische Kooperations- und Koordinierungsagentur (TIKA), die Parlamentarische Versammlung der türkischsprachigen Länder, der Ältestenrat des Türkischen Rates, die Weltversammlung der türkischen Völker usw. haben ihre Tätigkeit wieder aufgenommen. Gleichzeitig hat Ankara gewissenhaft versucht, Russland nicht zu „verärgern“.

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Eine Analyse von Vladimir Odintsov

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2 Kommentare

  1. Die größte Fehleinschätzung aller Zeiten, fast wie in Großdeutschen Zeiten, wo auch jedes Maß verlorenen wurde und dann kläglich gescheitert ist.

    Den Gedanken mit ehemaligen Osmanenherrlichkeiten zu verbinden ist eine rückwärtsgewandte Idiologie, die Trost in der Vergangenheits sucht, aber damit der eigenen Zukunft nicht hilft, denn es gibt ja immer noch mächtige Mitspieler, die sich die Butter nicht vom Brot nehmen lassen, wenn es um ihre eigenen Interessen in diesem Raum geht und wer gibt sich denn mit Mittelmaß ab, wenn er noch alle Tassen im Schrank hat, ganz von dem abgesehen, daß es ja Allianzen gibt, die sicherlich seinen Interessen entgegen stehen und sich nicht verdrängen lassen, nur weil jemand glaubt eine besondere Idee zu haben um darin eine Überlebensstrategie zu sehen.

    Dieses Experiment wird kläglich scheitern, die Versuche allein sind vermutlich auf die interne Situation gerichtet, nach außen sind sie völlig zwecklos und er kann ja Truppen und Schiffe auffahren lassen wo er will, bewirken werden es nichts, allenfalls Fragezeichen setzen und dienen nicht der eigenen Sache, mal ganz von dem abgesehen, wo das Geld herkommt, bei dieser Finanzlage und Wirtschaftssituation, die man vorsichtig betrachtet als äußerst klamm bezeichnen kann, zumindest wenn man das BIP-Aufkommen betrachtet und den Verfall der Währung hinzu zieht.

    Diese Allüren werden nur geduldet, weil man es als interne Spielerei betrachtet, bei Grenzüberschreitungen allerdings könnte es bedenklich werden und das wäre weniger gut für dieses schöne Land, das eine Zukunft hätte, würde man sie richtig nutzen.

  2. Tika ist der Geheimdienst der Türkei. Sie hatten einen Artikel über diese Organisation und die Medzhiles der Ukraine. Mustafa Dzhemilev verkauft.
    im Jahr 2010 Krim und die Länder der Ukraine. Im Archiv das Magazin gibt es ein Foto von Dokumenten für den Verkauf von Grundstücken in der Ukraine und Finanzbelegen
    In Deutschland gibt es eine große Diaspora von Türken, die auch deutsches Land beanspruchen

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