Corona-Impfstoff muss richtig gekühlt werden

Seit Frühling 2020 arbeiten verschiedene Forscher und Pharmaunternehmen an einem SARS-CoV-2-Impfstoff. Mehrere Impfstoffe stehen in Europa kurz vor der Zulassung, der erste soll noch vor Ende 2020 zugelassen werden. In Großbritannien, den USA und Kanada wurden bereits die ersten Menschen mit dem neuen Impfstoff erfolgreich geimpft. Damit der Impfstoff von BioNtech/Pfizer sicher zu den Medizinern gelangt, muss dieser mittels einer speziellen Kältetechnik auf minus 70 Grad Celsius gekühlt werden, berichtet zeit.de.

Logistische Herausforderung

Die meisten Impfstoffe werden bei einer Temperatur zwischen minus 20 und minus 40 Grad Celsius gelagert. Für den Corona-Impfstoff ist das unzureichend, weshalb die meisten Arztpraxen die Anforderungen nicht erfüllen können. Auch der Transport ist schwierig, da es weltweit nur sehr wenige Firmen gibt, die die nötige Kältetechnik für die komplexe Logistikkette zur Verfügung stellen können. Das ist sowohl für die Firmen als auch für die Pharmakonzerne und Transportunternehmen eine große Herausforderung.

Nach derzeitiger Planung sollen alle europäischen Staaten zeitgleich mit dem Impfstoff beliefert werden. Die Pharmaunternehmen stehen im ständigen Austausch mit den Politikern, die für die Koordination in Zusammenarbeit mit den Sanitätsdiensten der einzelnen Länder verantwortlich sind. Gespräche werden zudem mit Unternehmen geführt, die die Kältetechnologie gewährleisten, um sie bei der Fertigung der Technologie zu unterstützen. Für den Transport werden spezielle Container gefertigt, um die Kälteschränke sicher zum Ziel zu transportieren.

Kältekette darf nicht unterbrochen werden

Wird die erforderliche Temperatur während des Transports und am Ziel nicht eingehalten, ist der Corona-Impfstoff wertlos und darf nicht injiziert werden. Deshalb müssen alle Beteiligten genau darauf achten, dass die Kältekette durchweg eingehalten wird. Was aber passiert, wenn es zu einem Stromausfall kommt? In dem Fall ist in dem System ein Notstromaggregat vorhanden, welches umgehend die Stromzufuhr sichert, damit das Kältegerät konstant auf mindestens minus 70 Grad Celsius kühlt.

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Fällt das Hauptkühlsystem aufgrund eines anderen Defekts aus, sichert ein sekundäres System den weiteren Kühlbetrieb. Die Kühlkammern sind sehr sensibel, weshalb die Konstrukteure auf mehrere Sicherheitssysteme setzen, um den Impfstoff sicher zu transportieren.

Kontrollsystem für Corona-Impfstoff

Nichts wird dem Zufall überlassen. Die Kältetechnik wird in Seecontainern transportiert, die wie ein mobiles medizinisches Lager funktionieren. Im Vergleich zu normalen Schiffscontainern werden diese speziell angefertigten mobilen Zentren von innen isoliert. Integriert ist zudem ein wissenschaftlicher Arbeitsbereich, der das Monitoring vor Ort ermöglicht. Mittels GPS wird der Transport von der ersten bis zur letzten Sekunde geortet. So wissen die Koordinatoren jederzeit, an welchem Standpunkt sich ein Container mit der wohl wichtigsten Ware der Welt befindet.

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Bei den Fachfirmen sind bereits in der Vorbereitungszeit viele Anfragen für die Kältekammern eingegangen. Die erste Impfphase ist definitiv gesichert. Die Unternehmen haben bereits Pläne ausgearbeitet, um die zweite Transportphase des Impfstoffs zu garantieren. In Deutschland soll bis zum kommenden Sommer der Großteil der Bevölkerung geimpft sein. Spätestens jedoch bis zum Herbst 2021. Nur so soll es im Winter 2021 wieder möglich sein, zur gesellschaftlichen Normalität zurückzukehren.

Das bedeutet aber keineswegs, dass die Anschaffung der Kältetechnologie ausschließlich für den Corona-Impfstoff erfolgt und die teuren Geräte anschließend nicht mehr benötigt werden. Corona wird die Weltbevölkerung auch in den kommenden Jahren beschäftigen, wenngleich ein Impfstoff verhindert, dass sich daraus eine weitere Pandemie oder Epidemie entwickelt. Die neuen modernen Kältekammern dienen zudem allen weiteren Impfstoffen, die weltweit benötigt werden.

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