Bundeswehr in Afghanistan von Anfang an entmündigt

Die deutschen Soldaten in Afghanistan sind nur Handlanger der US-Truppen vor Ort. Es ist an der Zeit sie von dort wieder abzuziehen.

Von Hans-Jürgen Klose

Wer die Aktenlage der ISAF bis 2014 in Afghanistan nicht kennt, kann kaum glauben was ich hier schreibe.

Der Afghanistan-Einsatz der Bundeswehr galt als „friedenerzwingender Einsatz“. Die ISAF war eine „Sicherheits – und Wiederaufbaumission“ der NATO.

Seit 2015 beteiligt sich Deutschland an der Folgemission „Resolute Support“. „Resolute Support“ wird ausschließlich von US-amerikanischen Kommandeuren geführt. Die Bundesregierung macht jetzt Anstalten, die Bundeswehr über den vereinbarten Zeitpunkt im April weiter in Afghanistan zu lassen.

Insgesamt waren bisher 150.000 deutsche Soldaten in dort eingesetzt – 70 Bundeswehrsoldaten kamen bei diesen Operationen ums Leben. Wer sich an den Luftangriff auf die beiden Tanklastwagen erinnert, der hat in der Regel die miserable Ausstattung der Deutschen dort nicht erfahren. Der damalige Zwischenfall ereignete sich 6 Kilometer vom Kunduz-Lager entfernt. Die Lage hatte sich so zugespitzt und die Bewaffnung der Deutschen erschien unzureichend – und so konnte nicht einmal zur Erkundung der unmittelbaren Lage eine deutsche Einheit zum Ort des Geschehens ausrücken.

Loading...

Oberst Klein war also auf Luftunterstützung der Amerikaner angewiesen die er auch erbat. Die F-15 E bombardierten wie üblich und unter den 125 toten Afghanen waren dann 25 Zivilisten. Den Schwarzen Peter schob der kommandierende US-General Mc Chrystal dann dem deutschen Offizier Oberst Klein zu.

Dieser Zwischenfall zeigt die miserable Kommandostruktur die sich bis heute nicht geändert hat. Die Bundeswehr durfte nach dieser Regelung keinen Aufständischen festnehmen. Selbst wenn ein afghanischer Kämpfer angeschossen und verwundet in ein deutsches Feldlazarett gebracht wurde, hatten die Deutschen sofort die Verantwortung für ihn an die Amerikaner abzugeben. In der Regel blieb ein amerikanischer Soldat im Krankenzimmer. Deutsche Soldaten waren von Anfang an zu Handlangern degradiert. Diesen Einsatz jetzt verlängern zu wollen geht über die Grenze dessen was unseren Soldaten zu zumuten ist.

Lesen Sie auch:  Wieder mehr ausreisepflichtige Ausländer in Deutschland

Neuerscheinung: „Feindbild Putins Russland – Kalter Krieg 2.0“ – hier als Taschenbuch erhältlich, oder als PDF-Datei in unserem Download-Bereich.

Teilen Sie diesen Artikel:

Wir brauchen ihre Unterstützung!

Liebe Leser, wenn Sie keine Premiumartikel lesen möchten, aber uns dennoch unterstützen wollen, dann können sie das auch mit einer Spende auf unser Bankkonto tun. Fragen Sie per eMail: redaktion@contra-magazin.com nach den Bankdaten oder übersenden Sie einen Unterstützungsbeitrag einfach per Paypal. Danke für Ihre Hilfe!

Loading...

4 Kommentare

  1. Natürlich!
    Wer auch nur halb seinen Verstand zusammen hatte, konnte rasch begreifen, worum es dort ging.
    Kampf gegen Drogen? Warum durfte die Bundeswehr kein einziges Opiumfeld abfackeln?
    Kampf gegen Taliban? Gerade die Taliban haben den Drogenanbau untersagt!

    Also es geht den Amis (insb. der CIA) darum, die Versorgung mit Opium sicherzustellen, und den Profit!
    Kampf gegen Drogen heißt für die Amis nur, dass sie keine Konkurrenz haben wollen.

    Der ein oder andere Verteidigungsminister stand auf Knaben.
    Bei etlichen Besuchen gab es Tarratush, so bekommt man auch eine Zustimmung vpn Deutschland aus dem Verteidigungsministerium.

  2. Nachtrag: Bzgl. der Knabenspiele des damaligen BMVg anlässlich seiner häufigen Besuche, war da nicht Udo Ulfkotte gerade am recherchieren – bevor er verstarb?
    Ich glaube bei Danisch.de stand seinerzeit sowas.

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.