Palästinenser mit “Tage der Wut” weil Erdogan behauptet, Europa wolle “die Kreuzzüge wieder aufnehmen”

Nachdem Erdogan den Europäern vorwarf, wieder Kreuzzüge starten zu wollen, brachen unter den Palästinensern antifranzösische Unruhen aus.

Von Redaktion

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan hat sein Bestes getan, um die religiösen Spannungen im Zusammenhang mit Charlie-Hebdo-Karikaturen zu schüren, die den islamischen Gründer Mohammed verhöhnen, insbesondere nachdem die jüngsten Terroranschläge in Frankreich von Macron als “islamistischer Terrorismus” verurteilt wurden.

Macron hatte ferner gesagt, der Islam befinde sich “in einer Krise”, nachdem durch eindeutig islamisch inspirierte Morde in diesem Monat mehrere Menschen getötet und verwundet wurden – der letzte Vorfall waren Schüsse auf einen griechisch-orthodoxen Priester in Lyon, der lebensbedrohliche Verletzungen erlitt.

Anfang dieser Woche sagte Erdogan, dass Europa “die Kreuzzüge wieder aufnehmen” wolle und dass sich der Hass auf den Islam “wie ein Krebsgeschwür ausbreitet”. Er hatte der Parlamentsfraktion seiner regierenden Partei für Gerechtigkeit und Entwicklung (AKP) gesagt: “Leider durchleben wir eine Zeit, in der sich die Feindseligkeit gegenüber dem Islam, den Muslimen und die Missachtung des Propheten Mohammed wie ein Krebsgeschwür ausbreitet, vor allem unter den Führern in Europa”, so die türkischen Medien.

Es kam zu Massenprotesten in den Hauptstädten des Nahen Ostens von Pakistan über Afghanistan bis zum Libanon, oft vor der örtlichen französischen Botschaft.

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Besonders in Jerusalem und im Gazastreifen kam es am Freitag zu Unruhen, nachdem ein einflussreicher Geistlicher, der dem Palästinensischen Islamischen Obersten Rat angehört, Scheich Ikrima Sabri, zuvor zu einem “Tag der Wut” gegen Frankreich und Europas “Versuche, dem Propheten Mohammed zu schaden”, aufgerufen hatte.

Der Kleriker ist ein Hauptprediger der al-Aqsa-Moschee und forderte seine Anhänger auf, “die offensiven Zeichnungen des Propheten Mohammed zurückzuweisen” und weiterhin “ihre Ablehnung dieser unzivilisierten Übertretungen zum Ausdruck zu bringen”. Er sagte, die “anstößigen Karikaturen widersprechen der Rede- und Meinungsfreiheit” und seien dazu gedacht, den Islam lächerlich zu machen und zu beleidigen.

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Am Freitag kam es zu Zusammenstößen mit der Polizei in Jerusalem, aber die Proteste scheinen sich nicht so weit über die palästinensischen Gebiete ausgebreitet zu haben, wie beabsichtigt war. Die Associated Press hat den “Tag des Zorns” wie folgt beschrieben:

Hunderte Palästinenser protestierten auch vor der Al-Aqsa-Moschee in Jerusalem, der dritthöchsten Stätte des Islam, gegen Macron und sangen: “Mit unseren Seelen und mit unserem Blut opfern wir für unseren Propheten Muhammad”. Einige Jugendliche prügelten sich mit der israelischen Polizei, als sie die Esplanade in der Altstadt verließen. Die israelische Polizei sagte, sie habe die Versammlung aufgelöst und drei Personen festgenommen.

Im Gazastreifen, wo die militante Hamas-Gruppe auf dem von ihr kontrollierten Territorium antifranzösische Kundgebungen in Moscheen organisierte, gab es größere Teilnehmerzahlen.

Fathi Hammad, ein Hamas-Beamter, sprach bei einer Demonstration im Flüchtlingslager Jabaliya und gelobte, “zusammenzustehen, um dieser kriminellen Offensive entgegenzutreten, die dem Glauben von etwa zwei Milliarden Muslimen schadet”, wobei er sich auf Darstellungen des muslimischen Propheten bezog. Er wiederholte den Aufruf der Hamas-Behörden an die Palästinenser, alle französischen Produkte zu boykottieren.

Unterdessen befindet sich Frankreich weiterhin in hoher Alarmbereitschaft, da die Sicherheitskräfte inmitten der Spannung, die eine Wiederholung des Massakers von Charlie Hebdo im Jahr 2015 zu sein scheint, nach weiteren Terroranschlägen Ausschau halten.

Die Regierung hat auch einen Reisehinweis für französische Staatsbürger im Ausland herausgegeben, in dem sie sie vor dem Potenzial für willkürliche Vergeltungsangriffe warnt.

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2 Kommentare

  1. Von Selbstreflektion bei dieser Klientel keine Spur. – Geh.rnwäsche vom Mutterbauch bis ins Grab seit rd. 1400 Jahren von Generation zu Generation bis heute. – Das läuft bei denen offenbar permanent als Betriebssystem im Hintergrund und zwar völlig unabhängig von Bildung oder nicht Bildung.

    Dass es keinen einzigen menschlichen Zeugen für die Offenbarungen gab, wird überhaupt nicht thematisiert. – Der Erzengel Gabriel, der ja die mekkanische wie die medinische Offenbarung dem M.h.mmed gebracht haben soll, steht leider nicht für eine Zeugenbefragung zur Verfügung.

    Ich sage ja: wir kommen alle aus derselben Quelle des Lebens und was ist das für ein “Gott”, der mehrere sogenannten Religionen braucht, in denen ER sich unter jeweils unterschiedlichem Namen anbeten lässt und der dann diese sogenannten Religionen und deren Gläubige unterschiedlich bewertet und sie gegeneinander aufbringt bis eben zum Dsch.h.d, bis zur gegenseitigen Vernichtung?! – Auch solche Überlegungen werden insbesondere bei den M.slimen offenbar nicht angestellt (bei den Strenggläubigen der anderen sogenannten Religionen auch nicht, aber die haben auch keinen großen Dsch.h.d auf der Agenda).

    Es stellt sich doch die Frage, ob ein liebendes Gottwesen all solches tun würde – wenn wir mal von einem Gottwesen überhaupt ausgehen. – Würde ein liebendes Gottwesen nicht freie fröhliche “Kinder” wollen, die in Freude und Liebe, Wahrheit und Frieden sich frei entwickeln und klug und weise werden können mit seiner liebevollen Unterstützung? – Würde ein liebendes Gottwesen es nicht sogar begrüßen, wenn seine “Kinder” noch klüger und weiser würden als ES?

    Würde ein liebendes Gottwesen sein Töchter der Willkür seiner Söhne unterwerfen?

    Würde ein liebendes Gottwesen Anbetung und Unterwerfung von seinen “Kindern” verlangen unter Androhung drakonischer Strafen? – Hätte ein liebendes Gottwesen solch ein narzistisches Verhalten nötig?

    Würde ein liebendes Gottwesen nicht seine “Kinder” alle gleich lieben und achten und sie dazu anhalten, einander zu lieben und zu achten und wahr und wahrhaftig zu sein mit sich selbst und zueinander und miteinander und sich gegenseitig verständnisvoll zu helfen?

    Würde ein liebendes Gottwesen seine “Kinder” in “Gläubige” und “Ungläubige”, in “Ober- oder Herren-Menschen” und “Untermenschen” spalten?

    Das gesamte Verhalten dieses angeblichen GOTTES sollte unter diesem Aspekt auf den Prüfstein gestellt werden.

    Dann sollte man sich mal Sure 23, 12-13, Koran anschauen und sich fragen, wozu ein angeblich allmächtiger alleiniger GOTT/ALLAH/JAHWE/etc. ein ganzes WIR-Assistententeam braucht/e, um Menschen (als eine weitere Schöpfung) zu machen – und das, obwohl er doch angeblich der alleinige Schöpfer gewesen sein und sein soll.

    http://www.islam.de/13827.php?sura=23

    Wenn wir dann in der Genesis der Bibel lesen, das der Herr GOTT zu wem auch immer gesagt haben soll: “Lasset UNS Menschen machen, die UNS gleich seien” (also wohl auch vom Wesen her), dann fragt man sich auch hier: “Zu WEM spricht dieser angeblich alleinige Schöpfer, der da offenbar aber noch ein Assistententeam in petto hat.”?

    Wenn wir dann in Genesis 6 der Bibel lesen von den Söhnen Gottes, die sich die Töchter der Menschen nahmen wie sie wollten (also die haben die Töchter nicht gefragt, ob die auch wollten) und mit ihnen die Nephilim, die Riesen der Vorzeit zeugten, dann wird dieser Gott/Allah/Jahwe/etc. immer suspekter.

    Also ich bin ja dafür, diesen ominösen GOTT mit den verschiedenen Namen in verschiedenen Religionen mal gehörig auf den Prüfstein zu stellen – immer unter der Frage: “Würde DAS ein liebendes Gottwesen tun.” – Würden liebende “Eltern” DAS tun, denn GOTT wird ja immer als VATER betrachtet. (Wo ist eigentlich die Mutter ?)

    Vor der brutalen Machtübernahme des Patriarchats wurde die “Große Mutter” als das positive lebenschenkende, nährende, weise, harmonische Prinzip verehrt. – Es waren egalitäre Gesellschaften, in denen Hohepriester und Hohepriesterin stellvertretend für alle Männer und Frauen absolut gleichwertig waren auf Augenhöhe und miteinander für die Harmonie sorgten.

    Mit dem Patriarchat wurde die “Große Mutter” abgesetzt (um nicht zu sagen symbolisch ermordet) und durch einen MANN-VATER-GOTT ersetzt. – Seitdem war und ist es vorbei mit der Harmonie, die Spaltung begann, die Kriege begannen, die Unterwerfungen begannen, die Frauen wurden der Willkür der Männer unterstellt und was wir heute haben ist alles die Folge dessen – die Folge des negativen männlichen PRINZIPS – und damit meine ich das PRINZIP, dem heute zwar noch immer mehrheitlich Männer folgen, aber auch Frauen – so wie es umgekehrt auch einige Männer gibt, die der Harmonie des positiven weisen weiblichen Prinzips der “Großen Mutter” folgen, auch wenn noch dies mehrheitlich die Frauen tun. – Die Harmonie kann aber nur wiederhergestellt werden und zwar BEWUSST, wenn beide Geschlechter das tun in der Erkenntnis, dass auch sie wie alles Gegensätzliche die zwei Seiten derselben Medaille sind und in der “Goldenen Mitte” in gegenseitiger Achtung die Harmonie liegt.

    Ich sage daher: schafft alle Religionen ab und ersetzt sie durch “Ethik für alle” nach der “Goldenen Regel”. DAS von allen durch Ein-sicht und Bewusstwerdung ab sofort konsequent gelebt und wir hätten ab sofort Frieden, Freiheit, Liebe, Wahrheit, Gerechtigkeit, Ehrlichkeit – nur noch das Gute würde gelebt. 🙂

  2. Wer als türkischer Präsident seine Landsleute im Ausland mit der Aussage bestärkt, Assimilation sei Unrecht, könnte auch gleich sagen, angehende Besatzer oder Eigentümer müssen sich nicht anpassen, anders wäre sonst auch der Sinn nicht zu verstehen, der in dieser ablehnenden Haltung seine Urgrund findet und diese Art der Floskeln ist typisch für die Muslime, wenn sie eigentlich völlig andere Absichten hegen und dann in ihrer verklausulierten Ausdrucksweise daher kommen.

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