Joe Biden und Terrorismus

Während Joe Biden seine kämpferische Auswahl für sein Kabinett enthüllt, ist es schwer, nicht das Gefühl zu bekommen, dass wir alle in jene glorreichen Tage des Regimewechsels zurückversetzt werden, als die Vereinigten Staaten glaubten, sie hätten das heilige Recht, jede Regierung zu stürzen, die sich ihnen in den Weg stellte. Es scheint auch, dass wir zu den Tagen zurückkehren, als der gegen Amerika und seine Verbündeten gerichtete Dschihad-Terrorismus entsetzlich, schrecklich, ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit usw. war, während der gegen jene Menschen gerichtete Terrorismus, die die USA nicht mochten, zwar geschmacklos und unangenehm war, aber nicht etwas, das man in höflicher Gesellschaft zur Sprache bringen sollte.

Während niemand unschuldige Zivilisten in die Luft sprengen will, mit anderen Worten, was wirklich zählt, ist, welche Zivilisten und in wessen Namen.

In diesem Sinne lohnt es sich, sich noch einmal einen Vortrag anzusehen, den der damalige Vizepräsident Biden im Oktober 2014 an der Kennedy School in Harvard gehalten hat. Wenn Sie es genießen, einem Politiker mit leerem Kopf zuzuhören, der endlose Klischees ausspuckt, können Sie alle neunzig Minuten hier abrufen. Aber wenn Sie kein Strafenthusiast sind, können Sie bis zur 53:35-Marke springen und sich auf Sleepy Joes spezifische Gedanken über Amerikas Nahost-Partner und ihre übermäßige Vorliebe für ISIS und Al-Qaida konzentrieren.

Das Thema war der US-amerikanisch-saudische Versuch, den syrischen Präsidenten Bashar al-Assad zu stürzen, und hier ist das, was der Sleepy Joe zu sagen hatte, mit nicht zusammenpassenden Folgesätzen und allem:

„Die Saudis, die Emirate usw., was taten sie? Sie waren so entschlossen, Assad zu stürzen und hatten im Wesentlichen einen sunnitisch-schiitischen Stellvertreterkrieg, was taten sie? Sie schütteten Hunderte von Millionen Dollar und Zehntausende von Tonnen Waffen in jeden, der gegen Assad kämpfen wollte, mit Ausnahme der Menschen, die beliefert wurden, waren Al Nusra und Al Qaida und die extremistischen Elemente der Dschihadis, die aus anderen Teilen der Welt kamen. … Und was passiert jetzt? Plötzlich sind alle aufgewacht, weil diese Truppe namens ISIL, die im Irak zur Al-Kaida gehörte, als sie im Wesentlichen aus dem Irak geworfen wurde, Freiflächen und Territorien in … Ostsyrien fand, mit Al Nusra zusammenarbeitete, die wir schon früh zu einer terroristischen Gruppe erklärten, und wir konnten unsere Kollegen nicht davon überzeugen, ihre Lieferungen einzustellen. Was geschah also? Ich will jetzt auf einmal nicht allzu sarkastisch sein, aber sie haben den Herrn gesehen. … Saudi-Arabien hat die Finanzierung gestoppt, Saudi-Arabien lässt die Ausbildung auf seinem Boden zu … die Katarer haben ihre Unterstützung für die extremsten Elemente der terroristischen Organisationen eingestellt, und die Türken, so sagte mir Präsident Erdogan, er ist ein alter Freund, er sagte mir, Sie hatten Recht, wir haben zu viele Menschen durchgelassen. Jetzt versucht er, ihre Grenze zu versiegeln….“

Worte wie diese sind einen Versuch wert, weil sie die jahrelange Propaganda über den amerikanischen Exzeptionalismus und die USA als eine Kraft des Guten untergraben. Obama zum Beispiel behauptet, gegen Sektierertum zu sein. Doch hier war sein Stellvertreter, der sagte, dass die US-Verbündeten Assad nicht nur stürzen wollten, sondern dass sie ihn stürzen wollten, indem sie „einen sunnitisch-schiitischen Stellvertreterkrieg“ schürten.

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Mit anderen Worten, sie wollten Tausende von bigotten sunnitischen Oberhäuptlingen mobilisieren, um den alawitischen Präsidenten eines der religiös vielfältigsten Länder des Nahen Ostens zu stürzen.

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Eine Analyse von Daniel Lazare

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Ein Kommentar

  1. Was zur Zeit in den USA abläuft könnte man auch nach dem Duktus des deutschen Kaiser`s Wilhelm II. bezeichnen, der sich dagegen gewehrt hatte nur ein Grüß-August zu sein, weil er sich seiner Entmündigung bewußt wurde.

    Vermutlich sind alle Präsidenten der USA mit falscher Voraussetzung angetreten und merken die Ohnmacht erst, wenn sie im Amt sind und Leute mit festem Willen, etwas zu verändern, leiden zwangsläufig mehr darunter. als willfährige Typen, die es als schönen Schein betrachten und damit persönliches Prestige einfahren wollen und sich dem gedachten Auftrag entziehen, dem Land zu dienen, was sie besser lassen sollten, wollen sie nicht mit dem undurchsichtigen Hintergrund kollidieren.

    Der jetzige Amtsinhaber hat sich nun in der Wahlsache die Frage gestellt, was eigentlich nationale Behörden bedeuten, wenn sie bei schweren Vorwürfen, die an die Substanz eines Landes gehen, nicht aktiv werden. Da hat er sicherlich recht, aber wenn das im Sande versickert, dann gibt es ja nur zwei Möglichkeiten, entweder sind dieser Vorwürfe haltlos oder die Schatten übermächtig und das wäre die bittere Erkenntnis, etwas vorzustehen, was sich nicht lohnt es anzunehmen und die Ablösung wäre dann lediglich ein weiteres Schauspiel, ohne nennenswertes Ergebnis und dann lieber gleich bleiben lassen, wenn die eigentliche Regierung schon lange steht, aber nie in den Vordergrund tritt.

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