Eine regionale Lösung kann die Polarisierung um Berg-Karabach beenden

Die kürzlich beendeten Kämpfe in der Region Berg-Karabach zwischen Aserbaidschan und Armenien haben zu viele Risse geöffnet, die einige externe Akteure, insbesondere die USA, zu ihrem Vorteil nutzen wollen. Für die USA würden die militärischen Spannungen und die weit verbreitete Instabilität und der Krieg in der Nähe der südlichen Regionen Russlands und des Iran direkt dazu beitragen, diesen beiden Ländern erheblichen Schaden zuzufügen. Ein Übergreifen dieses Konflikts auf den Iran würde die Vorteile, die der Iran durch sein strategisches und wirtschaftliches Bündnis mit China zu ernten versucht, weitgehend zunichte machen.

Stattdessen würde der Iran von einer Art Krieg heimgesucht, der Risse für militante Dschihad-Gruppen öffnen würde, so dass seine rivalisierenden Staaten ihn von innen destabilisieren könnten. Während das Ansehen der Türkei in dem Konflikt weitgehend von Erdogans “Neo-Osmanismus” geprägt ist, bleibt sowohl für den Iran als auch für Russland der primäre Faktor die Stabilität an ihren Grenzen. Der Iran unterhält wichtige politische und wirtschaftliche Beziehungen zu beiden Ländern, die bei einer Fortsetzung des Konflikts gestört werden könnten. Außerdem grenzt Transkaukasien an das Kaspische Meer, das für den Iran eine Region von hoher strategischer Bedeutung ist. Und der Iran ist zutiefst beunruhigt darüber, dass ihm feindlich gesinnte außerregionale Mächte in den Startlöchern stehen, um die Instabilität auszunutzen.

Für die USA stellt die Situation daher eine Chance gegen den Iran und Russland dar. Ihr Engagement in dem Konflikt wird natürlich von eben diesem Hauptziel geleitet sein; deshalb drängen sie darauf, eine westliche “friedenserhaltende” Militärmacht in der Region aufzustellen.

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Eine Analyse von Salman Rafi Sheikh

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Ein Kommentar

  1. Bergkarabach konnte man geschichtlich betrachtet immer zur christlichen Einflußzone Armeniens sehen und das schon seit dem 4. Jahrhundert, alles verkürzt ausgedrückt.

    Etwas Zugehöriges ist natürlich immer fragil, insbesondere dann, wenn die andere Seite gegenteiliges behauptet, ändert aber nichts an der Tatsache, daß es trotz allem Gerangel nicht zur moslemischen Seite gehört und man kann es durchaus auch mit anderen Fällen in Europa vergleichen, wo es ja auch berühmte Fälle im Anspruchsdenken gibt, man denke nur als Beispiel an Elsaß-Lothringen, an Schleswig-Holstein, an Teile Ostpreußens usw., wo ja auch bis heute manches ungeklärt ist, aber trotzdem Fakten geschaffen wurden, ob sie richtig oder falsch sind, das ist eine andere Frage.

    Wenn nun solche unterschiedlichen Forderungen kriegerisch aufeinander prallen, dann ist das einfach eine Sache der politischen Unvernunft und Rechthaberei, vermutlich liegen wirtschaftliche Interessen vor und das ist nie gut für eine gedeihliche Nachbarschaft, wie man ja aus der Geschichte generell weiß.

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