Deutsche Außenhandelsabhängigkeit rächt sich wieder

Wachsende Handelsrestriktionen und Reisebeschränkungen schwächen die deutsche Wirtschaft enorm. Die Abhängigkeit vom Außenhandel rächt sich.

Von Marco Maier

Wie schon während der Wirtschafts- und Finanzkrise ab 2009 macht sich die sogenannte Corona-Krise auch stark in der deutschen Wirtschaft bemerkbar. Insbesondere die deutsche Exportwirtschaft, sowie jene Unternehmen die auf die internationalen Lieferketten angewiesen sind um zu produzieren, spüren die Verwerfungen deutlich.

Inzwischen beklagt sich auch der Bundesverband der deutschen Industrie (BDI) angesichts der neuen Außenwirtschaftszahlen des Statistischen Bundesamts darüber, dass die Erholung der deutschen Wirtschaft im Zuge der globalen Restriktionen als Reaktion auf die Ausbreitung von Sars-CoV-2 deutlich länger als erwartet andauern wird.

„Der Exportmotor der deutschen Wirtschaft läuft, die Phase der Erholung wird jedoch noch länger andauern“, sagte BDI-Hauptgeschäftsführer Joachim Lang am Montag. Die Industrie rechne in diesem Jahr mit einem Rückgang der Exporte um 13 Prozent. „Damit bricht der deutsche Außenhandel erstmals wieder so stark ein wie zuletzt in der Finanzkrise 2009 mit 18 Prozent“, so Lang.

In diesem Jahr erwarte man nur noch ein Exportvolumen, welches ungefähr dem vor sechs Jahren entspreche. „Die deutsche Wirtschaft muss sich darauf einstellen, dass sich die Exportaussichten bis Jahresende weiter eintrüben.“

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Neben dem anhaltenden Corona-Schock drohten verschärfte Exportkontrollregeln die Wachstumschancen der globalen Arbeitsteilung auszubremsen. Übermäßig restriktive Visa- und Einreisebeschränkungen und überbordende Zölle setzen den Welthandel zusätzlich unter Druck, sagte Lang. Mit ihrem hohen Exportanteil sei die stark vernetzte deutsche Wirtschaft angewiesen auf funktionierende Lieferketten und gesunde Absatzmärkte.

Bereits vor mehreren Jahren gab es zunehmend warnende Stimmen, die für eine stärkere Fokussierung auf den Binnenmarkt plädierten, um die Abhängigkeit vom Außenhandel zu reduzieren. Externe Schocks, wie jene 2001, 2009 und nun 2020 würden so weniger stark ausfallen, da eine starke Binnenkonjunktur dies abfedern würde.

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2 Kommentare

  1. Bitte nicht auf den Binnenmarkt focussieren. Wir sind übersättigt und ersticken in Reklamekampagnen, Handymüll und Plunder. Abgesehen davon, daß Presse und Regierung uns auch ständig einspannen für ihre Kampagnen.

    Man kann sich die Sterberaten von 2016 bis September 2020 beim Statistischen Bundesamt als PDF herunter laden.
    Das Bundesamt erklärte, daß es eine Übersterblichkeit gebe, die sich allerdings nicht alleine mit Corona erklären ließe.
    Die meisten Zahlenkolonnen sind unnütz und machen den Eindruck, als habe PriceWaterhouseCoupers die Toten gerade eben nachgezählt.
    Leider müssen die Daten für statistischen Gebrauch ein aufgearbeitet werden. PDF ist nicht ohne weiteres übertragbar in eine Datenbank. Aber es geht.
    Als laufende Kurve von 16 bis Sept. 20 kann man erkennen, daß um die Jahreswenden 17 und 18 eine Spitze nach oben fährt. In den anderen Jahren, auch 20, fährt sie Weihnachten nach unten.
    Man erkennt deutlich eine Wellenform ähnlich einem Biorythmus.
    Die Coronaspitze lag zwischen dem 1.4. und 15.5. Die Sterbekuven schwächen sich da schon alle im Gleichlauf ab.
    Die Focussierung auf 1,5 Monate erzeugt ein völlig falsches Bild. Und nervt genauso ab wie die Focussierung auf den Binnemarkt.

  2. Der ganze ferne Osten hat sich doch über Jahrzehnte durch westliche Plagiate hochgearbeitet und das hat dann auch Folgen, denn wer damit Paroli bieten kann und noch preiswerter dabei ist hat immer einen Heimvorteil und gerade die Deutschen sind so dämlich, daß sie auch mit ihrer Unterstützung dieses Wettbewerbskonstrukt noch fördern und dabei entsteht zwangsläufig eine Schieflage, denn nicht nur das Produkt zählt, sondern auch der Preis und somit werden wir abgedrängt und man kann fast annehmen, daß unsere Exporte nur noch bestehen können als subventioniertes Angebot, was der deutsche Steuerzahler blechen muß und die Hersteller und deren Mitarbeiter davon partizipieren.

    Dieses künstliche Konstrukt kann aber eine Volkswirtschaft nur über eine bestimmte Zeit hochhalten, denn wer seine Ware staatlich subventioniert verschenken darf, der wird auf Dauer nicht bestehen können und läuft Gefahr

    in einer Sackgasse zu enden und deshalb sind die Gedanken von Trump schon richtig, sich wieder auf die Stärke des eigenen Volkes zu konzentrieren um die heimische Wirtschaft zu schützen und zu unterstützen, denn wer das macht, schafft die Voraussetzung, daß andere es nicht ungestraft kopieren können und dann müssen sie ihren Kopf selbst anstrengen und es wird sich zeigen was dann dabei heraus kommt.

    Das alles hätte allerdings schon weit früher geschehen sollen, denn so manche sind bereits über sich hinausgewachsen, aber dennoch müßten ab sofort alle Neuerungen geschützt werden um dann zu beobachten, wer tatsächlich die besseren Ideen hat und wäre dies der Fall, dann tauchen zwangsläufig wieder neue Probleme auf, denen man heute noch nicht abschließend begegnen kann.

    Der Weltmarkt ist groß und es gibt immer wieder neue Absatzmärkte, aber unter völlig neuen Bedingungen, wenn man sich nicht selbst dabei beschädigen will und der Traum der Globalisten ist egoistischer Natur, für die zählt nur das eigene Konto, nicht aber der Staatserhalt, der ist ihnen völlig egal wie man ja überall sehen kann.

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