Türkei droht Armenien mit direkter militärischer Intervention im Karabach-Krieg

Inoffiziell erhält Aserbaidschan im Karabach-Krieg bereits militärische Unterstützung der Türkei. Ankara droht Eriwan nun mit einem umfangreichen Engagement.

Von South Front

Seit dem 13. Oktober dauern die Zusammenstöße zwischen armenischen und aserbaidschanischen Streitkräften im südlichen Teil der umkämpften Region Berg-Karabach an, während in den anderen Teilen der Frontlinie Baku und Eriwan ihre militärischen Aktivitäten auf den Austausch von Artillerie und Luftschläge beschränken. Der von den Seiten in Moskau unterzeichnete humanitäre Waffenstillstand bleibt formell in Kraft, aber die Bedingungen des Waffenstillstands werden von beiden Seiten nicht erfüllt.

Der Hauptpunkt der Instabilität ist die Stadt Hadrut, die nach Angaben des aserbaidschanischen Präsidenten Ilham Alijew von den „armenischen Besatzern“ „befreit“ wurde. Die armenischen Streitkräfte haben jedoch offenbar vergessen, seinen Tweet zu lesen und sich aus dem Gebiet zurückzuziehen. Nun ist der aserbaidschanische Führer also gezwungen, zu erklären, was vor sich geht.

Am 12. Oktober gab er zu Protokoll, dass eine große Gruppe armenischer Spezialeinheiten die Stadt angegriffen habe, um ein paar Selfies für die armenische Propaganda zu machen, aber der Angriff wurde abgewehrt. „Obwohl vom strategischen Standpunkt aus betrachtet, ist das für Armenien nicht so wichtig. Sie machen einfach einen solchen Schritt, um dorthin zu gehen und ein Selfie zu machen oder ihrer Bevölkerung Bericht zu erstatten. Die aserbaidschanische Armee hat diese große Gruppe neutralisiert“, betonte Alijew.

Das armenische Militär sagt, dass sich die Stadt immer noch in den Händen seiner Streitkräfte befindet und dass es dort einen weiteren aserbaidschanischen Angriff erfolgreich abgewehrt hat.

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Die Türkei hat Armenien offen mit einem gemeinsamen türkisch-aserbaidschanischen Vorstoß gedroht, falls es die umstrittene Region Berg-Karabach nicht an Aserbaidschan abgibt. Unterdessen sagte der türkische Verteidigungsminister Hulusi Akar, dass „Baku nicht weitere 30 Jahre auf Gerechtigkeit warten kann“ und behauptete, dass „die Türkei bereit ist, die faire Position der aserbaidschanischen Seite zu unterstützen“. Wenn der Konflikt in Berg-Karabach nicht in naher Zukunft gelöst wird, so Akar, dann werde der nächste Schritt „die aserbaidschanisch-türkische Bewegung sein, die auf die Rückgabe ihres Landes abzielt“.

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Quellen, die mit von der Türkei unterstützten militanten Gruppen in Syrien in Verbindung stehen, sagen, dass Ankara einen neuen Einsatz von Mitgliedern militanter Gruppen in Aserbaidschan vorbereitet, um den Krieg mit Armenien zu unterstützen. Wenn sich die Zahl der 1.500-2.000 neuen Militanten, die nach Aserbaidschan kommen sollen, bestätigt, wird sich nicht nur die geschätzte Zahl der dort stationierten türkischen Stellvertreter von 4.000-6.000 erhöhen, sondern auch bestätigen, dass Ankara seinen Einfluss nutzen wird, um Aserbaidschan zu motivieren, sich für das Szenario einer weiteren Eskalation zu entscheiden.

Wahrscheinlich erscheint der Krieg in Karabach der türkischen Führung als ein wichtiger Wendepunkt, der im Falle eines militärischen Erfolgs zur führenden Macht im Südkaukasus wird und seiner geopolitischen Expansion zusätzlichen Schwung verleiht. Er wird auch die Popularität von Recep Tayyip Erdogan steigern, der sich selbst als Führer der türkischen Welt und als De-facto-Sultan seines eigenen neo-osmanischen Reiches positioniert.

Nach Angaben der armenischen Seite ist das türkische Militär bereits direkt in den Krieg verwickelt. Insbesondere die Präsenz türkischer F-16, türkischer Spezialeinheiten, Militärberater und von der Türkei unterstützter syrischer Kämpfer in Aserbaidschan sind kaum zu leugnende Tatsachen.

Es ist interessant zu beobachten, wie z.B. die Hauptversion aus türkischen und aserbaidschanischen Quellen über die türkischen F-16-Flugzeuge von der öffentlichen Leugnung ihrer Anwesenheit zu der Behauptung überging, dass sie nicht direkt in den Konflikt verwickelt sind und nur zur Abschreckung der armenischen Aggression benötigt werden. Berichte vom Boden und die diplomatische Haltung der Seiten deuten darauf hin, dass Aserbaidschan mit Unterstützung der Türkei einen neuen militärischen Vorstoß gegen die armenischen Streitkräfte in der Region Berg-Karabach vorbereitet, um seine anfänglichen Errungenschaften vor dem Winter zu konsolidieren und auszubauen.

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Ein Kommentar

  1. Erdogan droht Armenien direkt anzugreifen… So wie er Assad in Damaskus angreifen zu wollen. Was dann passiert ist, weiß es am besten Erdogan selbst. Hunderte türkische Soldaten wurden getötet, durch die Russen. Tscha, Erdogan, dann bitte.. Greif bitte Armenien doch an.

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