Territorialdisput: Iran droht VAE und Israel

Wegen Pipelineplänen von Israel und den VAE in der Straße von Hormuz droht der Iran mit Abwehrmaßnahmen, sollte dessen Territorium verletzt werden.

Von Redaktion

Erinnern wir uns daran, dass der Iran nach dem historischen Friedensabkommen zwischen den Vereinigten Arabischen Emiraten und Israel im vergangenen Monat, mit dem Israel zum ersten Mal in der Geschichte ein Friedensabkommen zur Aufnahme formeller diplomatischer Beziehungen mit einem arabischen Golfstaat unterzeichnete, wütend reagierte, indem er den Vereinigten Arabischen Emiraten mitteilte, er habe sich als Reaktion auf eine künftige israelische Aggression „jetzt selbst zur Zielscheibe gemacht“.

Der Iran interpretierte das vom Weißen Haus vermittelte Abkommen als eine weitere Stärkung der bereits zunehmenden golfsunnitischen und israelischen Allianz, um den so genannten „schiitischen Halbmond“ zu brechen – worum es bei den Bemühungen um einen Regimewechsel, die sich gegen Syriens Präsidenten Assad richteten, weitgehend ging.

Nun scheint Teheran bereit zu sein, seine eigene Druckkampagne auf seinen schwächeren, aber wohlhabenderen Nachbarn auf der anderen Seite der unbeständigen Straße von Hormuz zu verstärken, indem es den Anspruch des Iran auf drei kleine umstrittene Inseln geltend macht.

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Am Montag gab das iranische Außenministerium eine Erklärung heraus, in der behauptet wird, dass die drei Inseln Abu Musa, Großer Tunb und Kleiner Tunb im Persischen Golf ein integraler Bestandteil der Islamischen Republik sind.

Denn es wurden entscheidende Pläne für die nahe Zukunft enthüllt, eine emiratische Ölpipeline mit Israel vom Golf aus zu bauen, was Teheran zweifellos empört, dass die israelischen Ambitionen nun geographisch so nahe beieinander liegen.

Ein Sprecher des iranischen Außenministeriums, Saeed Khatibzadeh, sagte am Montag, wie in der staatlichen Nachrichtenagentur Fars zitiert wurde: „Ungeachtet des Ausmaßes der Fehler, die eines der Nachbarländer begeht, versuchen wir, es gemäß der Politik der guten Nachbarn auf den richtigen Weg regionaler Verfahren zurückzuführen. Die VAE sind in einigen Bereichen seit Jahren in die falsche Richtung gegangen“.

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Er fuhr fort: „Der Iran erlaubt niemandem, an seinen Grenzen und auf seinen Territorien in Bezug auf die drei Inseln irgendetwas zu unternehmen, und die drei Inseln im Persischen Golf gehören mit Sicherheit zum Iran, und diese Behauptungen schaffen keinerlei Rechte für irgendjemanden und berühren nicht die Ausübung der iranischen Souveränität“.

Von dort aus ging er angesichts des jüngsten Friedensabkommens mit den Vereinigten Arabischen Emiraten besonders hart gegen den israelischen Einfluss in der Golfregion vor und drohte:

„Die zionistische Entität liegt in der Gosse und versucht, alle damit zu ertränken, und wir hoffen, dass die VAE und die gegenwärtige Regierung nicht mit der zionistischen Entität untergehen werden“, sagte er.

Die drei Inseln, um die es hier geht, sind winzig klein, gelten aber als strategisch sehr wichtig, da sie den lebenswichtigen Öltransport in der Straße von Hormuz übersehen.

Nach dem Rückzug Großbritanniens und der Gründung der VAE, nachdem die britische Herrschaft im Golf endete, eroberte der Iran 1971 die Inseln. Die Emirate sagen, dass die Verwaltung der Inseln durch den Iran nach wie vor unrechtmäßig ist.

Teheran hingegen betont, dass aus internationalen Dokumenten eindeutig hervorgehe, dass die drei Inseln des Großen Tunb, des Kleinen Tunb und Abu Musa, die sich historisch im Besitz des Iran befanden, 1903 vorübergehend unter britische Kontrolle gerieten. Die Inseln seien 1971 vor der Gründung der VAE auf der Grundlage eines Abkommens an den Iran zurückgegeben worden. Der Iran hat auch wiederholt erklärt, dass sein Eigentum an den drei Inseln unzweifelhaft ist.

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Ein Kommentar

  1. Irans Eigentumsrechte an den drei genannten Inseln im Persischen Golf sind historisch und völkerrechtlich eindeutig belegt und daher tatsächlich unzweifelhaft (und zwar fortwährend und völlig unabhängig der jeweils herrschenden Machthaber oder der jeweils vorherrschenden Regierungsform in Teheran und in den Arabischen Emiraten, die in der Tat erst in Dezember 1971 gegründet bzw. selbständig wurden, also einige Tage nach der Rückeroberung der besagten Inseln durch den damaligen Shah von Persien, der vom „Westen“ untersützt wurde).
    Ausschliesslich einige (sunnitisch dominierte) arabische Anrainerstaaten sehen das traditionell anders, da sie sich aus politischen wie religiösen Gründen weigern, die historisch gewachsene regionale Hegemonialität des schiitischen Iran (bzw. des ehem. Persien) anzuerkennen.

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