Moskau: New START wird wegen einseitiger US-Aktionen sterben

In Moskau ist man nicht sehr zuversichtlich, dass man sich mit Washington auf eine wirksame Rüstungskontrolle einigen kann.

Von Redaktion

Die von den USA vorgeschlagenen Bedingungen für die Verlängerung der Maßnahmen zur weiteren Reduzierung und Begrenzung strategischer Angriffswaffen (neuer START-Vertrag) seien unilateral, berücksichtigten nicht die Interessen Russlands und würden zum „Tod“ des Abkommens führen, sagte der russische Außenminister Sergej Lawrow am Montag.

„Leider hält dieser Trend ziemlich unvermindert an. Sie [die USA] sind aus der UNESCO und dem UN-Menschenrechtsrat ausgetreten und haben sich aus fast allen Verträgen zurückgezogen. Es ist das letzte strategische Offensivwaffen-Abkommen, das jetzt sterben wird, weil die Bedingungen, die es vorschlägt, völlig einseitig sind und weder unsere Interessen noch die Erfahrung vieler Jahrzehnte berücksichtigen, in denen Rüstungskontrolle zur allgemeinen Zufriedenheit durchgeführt und von allen Ländern der Welt begrüßt wurde“, erklärte er, berichtete die TASS.

Lawrow schloss die Möglichkeit nicht aus, dass Washington sich als nächstes aus der WTO zurückziehen wird.

„Es [Washington] äußerte sich auch kritisch dazu und blockiert, soweit ich weiß, immer noch die Arbeit des [WTO-]Streitbeilegungsgremiums, indem es die Ernennung der Mitglieder blockiert, die zur Erreichung des Quorums erforderlich sind“, stellte der Außenminister fest.

Loading...

Moskau und Washington unterzeichneten 2010 die Maßnahmen zur weiteren Reduzierung und Begrenzung der strategischen Offensivwaffen. Danach muss jedes der beiden Länder seine strategischen Angriffswaffen so reduzieren, dass am Ende des siebten Jahres nach ihrem Inkrafttreten und später ihre Gesamtmenge 700 Einheiten stationierter Interkontinentalraketen (ICBMs), von U-Booten abgefeuerter ballistischer Raketen (SLBMs) und schwerer Bomber, 1.550 Sprengköpfe und 800 operationelle und nicht-operationelle Raketenwerfer und strategische Bomber nicht übersteigt.

Lesen Sie auch:  Stoltenberg attackiert erneut Russland

Der Vertrag wurde für einen Zeitraum von zehn Jahren (bis zum 5. Februar 2021) geschlossen. Er kann vor Ablauf der Frist durch ein Folgeabkommen ersetzt oder im gegenseitigen Einvernehmen um höchstens fünf Jahre (bis 2026) verlängert werden.

Moskau fordert Washington nachdrücklich auf, die Vertragsverlängerung nicht hinauszuzögern, da es sich seiner Meinung nach um den „Goldstandard“ im Bereich der Abrüstung handelt.

Spread the love

Wir brauchen ihre Unterstützung!

Liebe Leser, wenn Sie keine Premiumartikel lesen möchten, aber uns dennoch unterstützen wollen, dann können sie das auch mit einer Spende auf unser Bankkonto tun. Fragen Sie per eMail: [email protected] nach den Bankdaten oder übersenden Sie einen Unterstützungsbeitrag einfach per Paypal. Danke für Ihre Hilfe!

Loading...

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.