Iran: Nordkoreanische Raketen für Öl?

Offenbar beschafft sich der Iran im Rahmen eines 25-Jahre-Deals mit China im Tausch für Erdöl Raketen und Raketentechnologie aus Nordkorea.

Von Marco Maier

Vor rund zwei Wochen gab es eine Reihe von Treffen zwischen dem iranischen Außenminister Mohammad Zarif und seinem chinesischen Amtskollegen Wang Yi. Diese fanden auch im Kontext mit dem auf 25 Jahre angelegten militärischen Deal zwischen den beiden Ländern statt, die sich beide mit massivem Druck aus Washington konfrontiert sehen.

Berichten zufolge soll dieser Deal auch die Lieferung von nordkoreanischen Raketen umfassen, für die Teheran mit Erdöl bezahlt, welches das massiv sanktionierte Pjöngjang dringend braucht. Darunter befinden sich dem Vernehmen nach auch die mobilen ballistischen Raketen Hwasong-12, die eine Reichweite von bis zu 4.500 Kilometern haben.

Aber das ist noch nicht alles. Der Deal umfasst auch die Entwicklung von Flüssigkeitsraketen-Triebwerken, die für Interkontinentalraketen (ICBMs) oder Satelliten-Trägerraketen (SLVs) geeignet sind. Eine Technologie, die in Nordkorea ebenfalls Anwendung findet.

Diese Art der Koordinierung – zwischen Nordkorea und dem Iran und auch zwischen Nordkorea, dem Iran und China – ist nichts Neues, obwohl es ihre Wiederaufnahme in einem solchen Umfang und in solchen Produkten ist. Laut einer Reihe von Quellen aus der Verteidigungsindustrie – und in verschiedenen „Jane’s Intelligence Reviews“ (JIR) festgehalten – hat der Iran in den ersten fünf Jahren seit Beginn des iranischen Raketenprogramms 1987 bis zu 300 Scud-B-Raketen von Nordkorea gekauft.

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Pjöngjang verkaufte dem Iran jedoch nicht nur Waffen, sondern trug auch maßgeblich dazu bei, dem Iran beim Aufbau der Infrastruktur für ein inzwischen extrem hochrangiges ballistisches Raketenprogramm zu helfen, angefangen mit der Errichtung einer Scud-B-Raketenanlage im Iran, die Ende 1988 in Betrieb genommen wurde.

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In Washington dürften die neokonservativen Kriegstreiber angesichts dieser Meldungen bereits rotieren und an Plänen tüfteln, diese Geschäfte zu vereiteln. Doch das dürfte kaum mehr möglich sein.

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