Hongkong: Immer mehr „Lockdown“-Opfer

Suizide, Überdosen bei Drogen und Tode durch nicht behandelte Krankheiten nehmen in Hongkong Dank des Lockdowns deutlich zu.

Von Redaktion

Während sich die Prognosen über Millionen von bestätigten Covid-19-Todesfällen, die sich in den USA, Europa und anderswo häufen, als völlig daneben erwiesen haben, warnen Ärzte davor, dass Lockdowns zu schweren Traumata in der gesamten Bevölkerung führen würden, was einen Anstieg der Selbstmorde und anderer so genannter „Todesfälle aus Verzweiflung“ voraussetzt, wie eine Gruppe von Wissenschaftlern in einem vor Monaten veröffentlichten offenen Brief warnte.

Doch obwohl die Todesfälle durch Covid-19 in etwa stabil geblieben sind, auch wenn die Fälle und Krankenhausaufenthalte wieder ihren Höchststand vom Frühjahr erreicht oder überschritten haben, nehmen Selbstmorde, Drogenüberdosierungen und nicht zu vergessen die Todesfälle durch unbehandelte medizinische Grunderkrankungen zu.

Nun berichtet die SCMP, dass sich Hongkong in einem alarmierenden Anstieg der Zahl junger Menschen befindet, die mit emotionaler Not und Selbstmordgedanken zu kämpfen haben, während sich der Anstieg der Selbstmordrate, verglichen mit der Zeit vor Covid-19, anscheinend verschlechtert hat. Die Zeitung führte diese Zustände auf die Pandemie zurück.

Was auch immer die Ursache sein mag, drei Gesundheitsorganisationen in dem Gebiet warnten davor, dass eine Welle junger Erwachsener, die mit schweren Depressionen kämpfen, ihre Dienste in Anspruch nehmen. Die Samariter, eine Wohltätigkeitsorganisation zur Suizidprävention, gaben an, dass mehr als 70 Prozent der Personen, die ihre E-Mail-Dienste nutzen, Studenten seien, von der Grundschule bis zur Universität.

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Nach ihren internen Daten hat sich die Zahl der Hotline-Nutzer, die Selbstmordgedanken melden, zwischen Juni und September verdoppelt.

Viele Schülerinnen und Schüler nannten Schulschließungen und ein Gefühl der Isolation und der Unsicherheit über die Zukunft als Faktoren, die zu ihrer Depression beitragen. Als sich die Familien während der Quarantäne zusammenkauerten, wurden die Beziehungen zwischen Eltern und Kindern angespannt. Es ist offensichtlich, dass die Auswirkungen auf die Wirtschaft dazu geführt haben, dass viele einstmals im Lebensunterhalt sichere Personen von staatlichen Leistungen abhängig sind, um zu überleben, und sich fragen, ob sie es bis zum Frühjahr schaffen werden, oder wann immer sich Industrien wie Tourismus und Gastgewerbe endlich erholen.

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„Das ist ein Grund zur Besorgnis, denn ein frühes Eingreifen und das Gespräch mit den Menschen ist der erste Schritt zur Verhinderung eines Selbstmordaktes“, sagte Karman Leung, Chef der Samariter in Hongkong.

Eine 24-Stunden-Textplattform mit dem Namen „Open Up“ (sie richtet sich an Menschen zwischen 12 und 29 Jahren) berichtete ebenfalls über eine Zunahme der Zahl junger Menschen, die aufgrund von emotionaler Not mit ihnen Kontakt aufnehmen. Es hieß, die Fälle seien von 86 pro Tag im Februar auf 110 pro Tag im September gestiegen, was einem Anstieg von 28 Prozent entspräche.

Wie in den USA stiegen die Selbstmordraten in Hongkong bereits vor der Pandemie an. Im Jahr 2019 kletterte die Selbstmordrate von 12,3 Prozent auf 13 Prozent, obwohl das natürlich nur ein Jahr ist.

Aber alle bisher gesehenen Daten scheinen darauf hinzudeuten, dass die Rate im Jahr 2020 deutlich höher sein wird.

Es zeigt sich, dass der Fokus auf die Reduzierung der sogenannten „Corona-Toten“ dazu führt, dass die „Lockdown-Toten“ im Gegenzug deutlich anwachsen. Und was noch schlimmer ist: während Covid-19 (wie auch die saisonale Influenza) vor allem Menschen mit ohnehin schon lebensbedrohlichen Vorerkrankungen dahinrafft, sorgen die Lockdowns für steigende Todesraten bei den jungen und auch eigentlich gesunden Leuten, sowie bei jenen Menschen, deren Krankheiten problemlos medizinisch behandelt werden könnten.

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