Hat China eine Lebensmittelknappheit?

In China läuft eine Kampagne, die Verschwendung von Lebensmitteln einzudämmen. Es gibt zunehmend ein gravierendes Problem bei der Versorgung der Bevölkerung.

Von Marco Maier

Die letzten Monate gab es in der Volksrepublik China einige kritische Entwicklungen. Bereits seit einiger Zeit tobt dort die „Afrikanische Schweinegrippe“, was die Versorgung mit Schweinefleisch (dem wichtigsten Fleisch im Land) dramatisch einschränkt. Immerhin, so Schätzungen, soll die Krankheit mindestens 40 Prozent des Bestandes vernichtet haben. Und bei den Importen wird es immer schwieriger, da immer mehr Länder ebenfalls davon betroffen sind.

Doch das ist noch nicht alles. Hinzu kommen Probleme auf den Feldern. Neben Dürren und Überschwemmungen gibt es zudem Pflanzenkrankheiten die sich ausbreiten und Ernten vernichten. Also keine wirklich gute Ausgangslage.

Kein Wunder also, dass man seitens der Führung in Peking damit beginnt, die Menschen auf die Lebensmittelverschwendung aufmerksam zu machen. So berichtete die Washington Post unter dem Titel „Chinas Appell zum Essen inmitten der Sorgen um die Lebensmittelversorgung: Nehmen Sie nicht mehr, als Sie essen können„:

Oberflächlich betrachtet war Chinas Kampagne zur Förderung der Sparsamkeit bei den Mahlzeiten eine fröhliche Angelegenheit, bei der Soldaten, Fabrikarbeiter und Schulkinder gezeigt wurden, wie sie ihre Teller von Lebensmitteln säuberten.

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Aber hinter der Kampagne steckt eine harte Realität. China hat nicht genug frische Lebensmittel für alle – und ein Großteil der Welt auch nicht.

Die Pandemie und das extreme Wetter haben die landwirtschaftlichen Versorgungsketten unterbrochen und die Lebensmittelpreise in so unterschiedlichen Ländern wie Jemen, Sudan, Mexiko und Südkorea stark ansteigen lassen. Die Vereinten Nationen warnten im Juni davor, dass die Welt am Rande der schlimmsten Lebensmittelkrise seit 50 Jahren steht.

„Sie ist beängstigend und überwältigend“, sagte Arif Husain, Chefökonom des Welternährungsprogramms der Vereinten Nationen, in einem Interview. „Ich glaube nicht, dass wir so etwas jemals gesehen haben.“

Man sollte hierbei berücksichtigen, dass Peking grundsätzlich größere Probleme stets indirekt anspricht – auch um Panik und Hamsterkäufe zu vermeiden.

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China behauptet, es befinde sich derzeit nicht in einer Nahrungsmittelkrise, und es versucht, der Bevölkerung zu versichern, dass es genügend Weizen in Reserve hat, um alle Menschen ein Jahr lang zu ernähren. Die Realität sieht jedoch anders aus als die Behauptungen, da die Schweinefleischpreise in China im Februar um 135 Prozent gestiegen sind und die Überschwemmungen der letzten Monate so viele Gemüsekulturen vernichtet haben.

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Ein Kommentar

  1. Das muß man zuerst einmal fertig bringen um so ein riesige Bevölkerung zu ernähren, wobei viele Produkte exportiert werden, der Devisen wegen und solange das noch geschieht, mag es nicht ganz so schlecht bestellt sein, denn im Umkehrschluß können sich ja auch die Chinesen am Weltmarkt bedienen und da stehen immer noch genügend bereit die gerne Umsatz machen wollen, wenn der Preis einigermaßen stimmt.

    Wenn die UN nun von Lebensmittelknappheit spricht, meint sie vermutlich solche Länder, die durch ihre unfähigen Regierungen alles unterlassen haben um die eigene Bevölkerung vor Mangelwirtschaft zu schützen und deshalb kann es schon sein, daß bestimmte Länder darben müssen, aber vermutlich nur deshalb, weil die vorhandenen Gelder falsch eingesetzt werden und Afrika ist so ein typisches Beispiel, wo es gute Grundlagen gäbe, aber der Wille fehlt, das beste aus dem Kontinent zu machen und Zeit hatten sie ja genügend, doch wenn der Kompaß fehlt, dann wird es sehr schwierig werden, auch wenn dann noch äußere Interessen hinzu kommen, die vieles erreichen wollen, aber nicht den Erfolg der Bevölkerung im Blick haben, sondern den Eigennutz und das geht nun schon seit Jahrhunderten so und kein Wunder, wenn da kein Fortkommen zu erzielen ist.

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